In Bremen schrumpfen die Sparkonten weiter

Von allen Menschen in Deutschland haben die Hessen am meisten Geld in klassischen Sparanlagen angelegt. Das hat die Postbank in einer Studie ermittelt. Mit 33.230 Euro Guthaben auf Giro- und Sparkonten, Tagesgeldkonten und in Festgeldern verfügten sie 2010 über knapp 15.000 Euro mehr als der durchschnittliche Bundesbürger, der nur 18.322 Euro sein Eigen nennt. Mit knapp 10.000 Euro weniger Sparguthaben als die Hessen folgen auf Platz zwei die Hamburger, die 23.338 Euro auf die hohe Kante gelegt haben. Platz drei belegen mit 21.820 Euro die Bayern. Für die Schwaben, denen die sprichwörtliche Sparsamkeit ja vorauseilen soll, hat es 2010 mit 20.400 Euro nur zu Platz vier gereicht. Bereits 2009 (31.536 Euro) und 2008 (29.062 Euro) hatten die Hessen die höchsten Sparguthaben aller Deutschen. Sie konnten ihr Sparvermögen 2009 um 2.474 Euro und 2010 um 1.694 Euro jeweils deutlich erhöhen. 2010 wuchsen die Einlagen in klassischen Sparanlagen in allen Bundesländern. Nur die Bremer mussten zum zweiten Mal in Folge Geld von der hohen Kante holen. Ihre Guthaben schmolzen 2010 um durchschnittlich 48 Euro, 2009 sogar um 636 Euro.

Am wenigsten haben immer noch die Bürger in den neuen Bundesländern zurückgelegt. Sie verfügen nur über rund ein Drittel des finanziellen Polsters von Spitzenreiter Hessen (33.230 Euro). Damit belegen die neuen Bundesländer nach wie vor die fünf letzten Tabellenplätze. Spitzenreiter unter den neuen Bundesländern ist Sachsen (11.619 Euro). In Mecklenburg-Vorpommern haben die Menschen nur 9.603 Euro in klassischen Sparanlagen investiert. Allerdings stiegen die Sparguthaben in allen ostdeutschen Ländern moderat.

Hessen
Einlagen* 2009: 31.536
Einlagen* 2010: 33.230
Veränderung 2008 zu 2009: 2.474
Veränderung 2009 zu 2010: 1.694

Hamburg
Einlagen* 2009: 22.300
Einlagen* 2010: 23.338
Veränderung 2008 zu 2009: 793
Veränderung 2009 zu 2010: 1.038

Bayern
Einlagen* 2009: 21.305
Einlagen* 2010: 21.820
Veränderung 2008 zu 2009: 262
Veränderung 2009 zu 2010: 515

Baden-Württemberg
Einlagen* 2009: 19.864
Einlagen* 2010: 20.400
Veränderung 2008 zu 2009: 892
Veränderung 2009 zu 2010: 536

Berlin
Einlagen* 2009: 17.655
Einlagen* 2010: 19.688
Veränderung 2008 zu 2009: 1.444
Veränderung 2009 zu 2010: 2.032

Rheinland-Pfalz
Einlagen* 2009: 16.894
Einlagen* 2010: 17.685
Veränderung 2008 zu 2009: 502
Veränderung 2009 zu 2010: 791

Bremen
Einlagen* 2009: 17.644
Einlagen* 2010: 17.595
Veränderung 2008 zu 2009: -636
Veränderung 2009 zu 2010: -48

Saarland
Einlagen* 2009: 15.831
Einlagen* 2010: 16.552
Veränderung 2008 zu 2009: 636
Veränderung 2009 zu 2010: 721

Schleswig-Holstein
Einlagen* 2009: 15.457
Einlagen* 2010: 16.177
Veränderung 2008 zu 2009: -512
Veränderung 2009 zu 2010: 720

Nordrhein-Westfalen
Einlagen* 2009: 15.642
Einlagen* 2010: 16.097
Veränderung 2008 zu 2009: 84
Veränderung 2009 zu 2010: 455

Niedersachsen
Einlagen* 2009: 15.310
Einlagen* 2010: 15.826
Veränderung 2008 zu 2009: 591
Veränderung 2009 zu 2010: 516

Sachsen
Einlagen* 2009: 11.293
Einlagen* 2010: 11.619
Veränderung 2008 zu 2009: 19
Veränderung 2009 zu 2010: 326

Thüringen
Einlagen* 2009: 10.347
Einlagen* 2010: 10.711
Veränderung 2008 zu 2009: 164
Veränderung 2009 zu 2010: 364

Sachsen-Anhalt
Einlagen* 2009: 9.911
Einlagen* 2010: 10.218
Veränderung 2008 zu 2009: 83
Veränderung 2009 zu 2010: 307

Brandenburg
Einlagen* 2009: 9.464
Einlagen* 2010: 9.937
Veränderung 2008 zu 2009: 392
Veränderung 2009 zu 2010: 472

Mecklenburg-Vorpommern
Einlagen* 2009: 9.309
Einlagen* 2010: 9.603
Veränderung 2008 zu 2009: 183
Veränderung 2009 zu 2010: 294

Deutschland gesamt
Einlagen* 2009: 17.661
Einlagen* 2010: 18.322
Veränderung 2008 zu 2009: 527
Veränderung 2009 zu 2010: 660

Quelle: Deutsche Bundesbank und eigene Berechnungen
* Sichteinlagen, Termingelder und Sparbriefe pro Kopf in Euro ohne langfristige Termineinlagen und Bausparguthaben

Sparquote wird wieder sinken
Seit dem Jahr 2000 ist die Sparquote in Deutschland bis 2008 kontinuierlich gestiegen. Die Deutschen haben also einen immer größeren Anteil ihres verfügbaren Einkommens in klassische Sparprodukte, Fonds, Aktien und Versicherungen angelegt. Im Jahr 2008 erreichte die Sparquote nach Berechnungen der Bundesbank mit 11,7 Prozent ihren vorläufigen Höhepunkt, das bedeutet, dass von hundert Euro verfügbarem Einkommen 11 Euro und 70 Cent zur Seite gelegt wurden. Damals sorgte die Finanzkrise und die dadurch gestiegene Unsicherheit in der Bevölkerung für einen deutlichen Anstieg der Sparneigung. Ein Jahr später war die Abwrackprämie der Grund für den ersten Rückgang der Sparquote seit dem Jahr 2000. Viele nutzten den staatlich geförderten Neuwagenkauf, was zu Lasten der gesamtwirtschaftlichen Sparquote ging.

Zwar stieg diese 2010 wieder leicht an, doch rechnen die Volkswirte in den kommenden Jahren mit einer sinkenden Sparquote. Denn es zeichnet sich ab, dass die Inflationsrate überdurchschnittlich hoch ausfällt. Das bedeutet, dass ein Teil des verfügbaren Einkommens durch steigende Preise aufgezehrt wird und somit weniger Geld gespart werden kann. Mit der von der Postbank erwarteten Sparquote von 11,1 Prozent für 2011 und 10,5 Prozent für 2012 bleibt das Niveau jedoch vergleichsweise hoch.

Deutsche Sparquote (in % des verfügbaren Einkommens)

Jahr 2005 Sparquote 10,7
Jahr 2006 Sparquote 10,8
Jahr 2007 Sparquote 11,0
Jahr 2008 Sparquote 11,7
Jahr 2009 Sparquote 11,1
Jahr 2010 Sparquote 11,3
Jahr 2011* Sparquote 11,1
Jahr 2012* Sparquote 10,5
* Prognose Postbank

Pressemitteilung der Postbank

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