Jungen Menschen Zugang zu Finanzthemen erleichtern

Positiv eingestellt, aber wenig interessiert und im Vorgehen nicht immer systematisch: Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) und des F.A.Z.-Institutes zur Finanzkompetenz junger Erwachsener, die in Berlin vorgestellt wurde.

„Nur jeder zweite Befragte – 54 Prozent – befasst sich gerne mit Geldangelegenheiten. 44 Prozent der jungen Menschen betrachten die Auseinandersetzung mit Finanzthemen zwar als notwendig, fühlen sich aber von den Informationsangeboten offensichtlich zu wenig angesprochen. Wir müssen daher besonders jungen Menschen den Zugang zu Finanzthemen erleichtern“, so DSGV-Präsident Heinrich Haasis, anlässlich der Vorstellung der Studie heute in Berlin.

Insgesamt fühle sich jeder sechste junge Mensch – also rund 3,5 Millionen Personen – bei Finanzfragen überfordert und habe bereits kapituliert. Insbesondere bei den Geringverdienern verbinde fast jeder dritte Befragte Geld mit Arbeit und Problemen. Die Studie zeige, so Haasis, dass gerade junge Menschen in unteren Einkommensgruppen besondere Unterstützung bei ihrer Finanzplanung brauchten.

„Unser Beratungsdienst Geld und Haushalt wendet sich mit kostenlosen Informations- und Beratungsangeboten an alle Verbraucher – unabhängig von finanziellem Status, Alter oder einer bestehenden Kundenbeziehung. Dies werden wir weiter intensivieren.“ Haasis wies darauf hin, dass die Sparkassen den Anspruch haben, alle Kunden noch gezielter bei Finanzgeschäften zu unterstützen. „Noch mehr Informationen sind nicht die Lösung, wir brauchen bessere und gezieltere Informationsmöglichkeiten.“ Die Sparkassen seien deshalb dazu übergegangen, Finanzprodukte an Hand von Grafiken zu erläutern. „Wir haben ein Format geschaffen, das auf einfache und verständliche Art Finanzprodukte erläutert. Dieses Angebot werden wir sukzessive ausbauen.“

Positiv bewertete der DSGV-Präsident, dass die jungen Erwachsenen durchaus erhebliche Sparanstrengungen unternehmen. 73 Prozent der Befragten legen sich eine eiserne Reserve zu, 65 Prozent sparen sehr konkret auf eine eher mittelfristig geplante Anschaffung. Die Absicherung von Risiken ist für 71 Prozent das Ziel, 66 Prozent zahlen in ihre private Altersvorsorge ein, 39 Prozent bilden Sparreserven für einen Immobilienkauf. Nur jeweils gut die Hälfte der Befragten, die Risiko- und Altersvorsorge betreiben, bauen Geldreserven für Notfälle oder mittelfristige Ziele auf. Problematisch wird dies, wenn bei unvorhergesehenen finanziellen Engpässen angespartes Geld nicht schnell verfügbar ist oder nur mit Verlust liquide gemacht werden kann. Haasis: „Ökonomisch sinnvoller ist es, zunächst ein Finanzpolster für Notfälle aufzubauen und dann die anderen Ziele zu verfolgen.“

Der DSGV-Präsident wies darauf hin, dass die frühesten Erfahrungen mit Geld in der eigenen Familie eine nachhaltige Prägung bewirken. „Bei denjenigen, die in ihrem Elternhaus Sparsamkeit vorgelebt bekamen, sparen drei Viertel ebenfalls wieder für schlechte Zeiten. Wurde im Elternhaus ein weniger sparsamer Umgang mit Geld gelebt, liegt der Anteil nur gut bei der Hälfte.“

Für den repräsentativen Kundenkompass Finanzkompetenz vom Beratungsdienst Geld und Haushalt der Sparkassen-Finanzgruppe und dem F.A.Z.-Institut wurden im Mai 2010 in Deutschland 1.006 junge Erwachsene im Alter von 18 – 39 Jahren nach ihren Einstellungen zu Geld und Finanzen sowie dem konkreten Umgang mit ihrem Einkommen und Vermögen, befragt.

Pressemitteilung des Deutschen Sparkassen- und Giroverband

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
* Pflichtfelder