Gastkommentar: Aktive Konjunkturpolitik gegen globale Rezession

DAX Ende 2009 bei 5.400 Punkten

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Die Finanzmärkte nehmen Entwicklungen in der realen Wirtschaft häufig mehrere Monate vorweg. Daher dürften die Aktienkurse nach größeren Schwankungen in den ersten Monaten im 2. Halbjahr deutlich in Richtung 5.400 Punkte ansteigen. Dafür spricht auch der Mangel an Anlagealternativen.

So verlieren Anlagen am Geld- und Rentenmarkt aufgrund der niedrigen Zinsen zunehmend an Attraktivität. Bei Investments in Anleihen kommt als Risiko hinzu, dass die Renditen im Jahresverlauf 2009 infolge der Finanzierung der kräftig expandierenden Staatsverschuldung wieder steigen und es deshalb zu Kursverlusten kommen wird. Daher dürfte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen Ende 2009 bei 3,30 Prozent liegen.

An den Devisenmärkten werden die hohen Schwankungen voraussichtlich anhalten. Der Euro könnte zunächst noch etwas schwächer werden, da sich der Zinsvorsprung mit den deutlichen Zinssenkungen der EZB verringert. Im weiteren Jahresverlauf dürfte der US-Dollar jedoch wieder unter Druck geraten; die USA sind infolge der kräftig wachsenden Staatsverschuldung in hohem Maße auch auf ausländisches Kapital angewiesen. Per saldo könnte der Euro gegenüber dem US-Dollar Ende 2009 auf 1,45 steigen.

Aktienpositionen sukzessive aufbauen
Vor dem Hintergrund der von uns für die zweite Jahreshälfte erwarteten Erholung der Aktienmärkte sollten Anleger keine prozyklischen Verkäufe in die deutlichen Verluste hinein tätigen. Dies kann nur dann sinnvoll sein, wenn ein sehr hoher Anteil an Aktien nicht mehr der geänderten Risikobereitschaft entspricht. Langfristig orientierte und risikobereite Anleger sollten stattdessen das aktuelle Kursniveau an den Aktienmärkten nutzen, um bei ausreichender Liquidität schrittweise Aktien zu kaufen.
Am Rentenmarkt sollten Anleger infolge der sehr niedrigen Kapitalmarktzinsen vorsichtig agieren. Die Leitzinssenkungen der EZB dürften den Rentenmarkt in den kommenden Monaten zwar stützen. Mittelfristig ist jedoch mit Kursverlusten zu rechnen, wenn die Renditen aufgrund der genannten Belastungsfaktoren steigen.

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