Konsum in 2009 trotz Abschwung dynamisch

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) rechnet in seinem jüngsten Konjunkturbericht mit einem preisbereinigten Anstieg des privaten Verbrauchs in 2009 von bis zu 1 Prozent.
Der Konsum werde somit deutlich stärker expandieren, als von Konjunkturforschern bislang erwartet worden sei.
„Die privaten Konsumausgaben werden in diesem Jahr entscheidend zur Stabilisierung der Wirtschaft beitragen“, so BVR-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Martin. Die Gesamtwirtschaft werde in 2009 preisbereinigt um mehr als 5 Prozent schrumpfen. Die Konsumdynamik sei hingegen ähnlich hoch wie im Aufschwung des Jahres 2006.
„Die Bundesbürger stützen durch ihre hohe Anschaffungsneigung den privaten Verbrauch. Die Rezession hat bislang überraschend wenig auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen“, erläutert Martin. Von der auf 24 Monate verlängerten Möglichkeit zur Kurzarbeit gingen erhebliche Entlastungseffekte aus. Auch werde die Kauflaune weniger stark von der Sorge um den eigenen Arbeitsplatz getroffen. Angesichts nachwirkender Lohnabschlüsse und gestiegener Transfereinkommen sei für das laufende Jahr mit einer Zunahme der verfügbaren Einkommen um 1 Prozent zu rechnen. Ähnlich hoch falle angesichts der stabilen Preise der Anstieg der Kaufkraft aus. Gestützt werde der Konsum auch durch das niedrige Zinsniveau, das sich leicht dämpfend auf die Spartätigkeit auswirke.
Die positive Entwicklung des privaten Verbrauchs werde sich in 2010 nicht fortsetzen. Der Konsum werde, so die BVR-Studie, um rund 0,5 Prozent zurückgehen. Stimulierende Wirkungen der Konjunkturprogramme liefen aus. Auch seien bei weiter freundlichem Preisumfeld ein erneuter Rückgang der Inflation und eine entsprechende Stärkung der Kaufkraft nicht zu erwarten. Schließlich würden Einkommenseinbußen ? vor allem bei Beziehern von Gewinn- und Vermögenseinkommen ? zu einem Rückgang des Verbrauchs führen.
Der BVR spricht sich entschieden gegen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer in den kommenden Jahren aus. „Eine höhere Besteuerung des privaten Verbrauchs würde die Konjunktur erheblich belasten“, so Martin. Anders als bei der letzten Steuererhöhung im Jahr 2007 befinde sich die Wirtschaft derzeit nicht in einer robusten Verfassung und könne sich nicht auf einen stark expandierenden Welthandel stützen. Stattdessen solle die Konsolidierung der Staatsfinanzen zunächst an der Ausgabenseite ansetzen.
(Pressemitteilung des BVR)

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