AOK Präventionsprogramm bringt Fitness für benachteiligte Kinder

Bundesfamilienministerin von der Leyen: AOK-Tiger bringt Fitness auch für benachteiligte Kinder Berlin. Als Chance für sozial benachteiligte Kinder hat Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen das Programm „TigerKids – Kindergarten aktiv“ gewürdigt. „Wir wissen, dass Übergewicht vor allem bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien auftritt“, sagte von der Leyen heute bei der Vorstellung einer Studie über das AOK Präventionsprogramm in Hannover. Eine Kita könne wichtige Impulse geben, „wenn das Elternhaus überfordert ist oder die Gefahren falscher Ernährung und mangelnder Bewegung nicht kennt“. Genau hier setzt das Projekt an. Der Studie zufolge kann „TigerKids“ Risikofaktoren des Übergewichts günstig beeinflussen und wirkt auch positiv zur Vermeidung von Adipositas. Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Herbert Reichelt, nannte „TigerKids“ „das bundesweit größte Programm, das Kinder an gesundes Essen heranführt und zu mehr Bewegung ermuntert“. Projektleiter Professor Berthold Koletzko beschreibt dessen Nutzen so: „In Deutschland besuchen rund 97 Prozent aller Kinder aus allen Schichten Kindergärten oder Tagesstätten. Somit profitieren von unserer Initiative auch Jungen und Mädchen aus bildungsfernen Schichten oder mit Migrationshintergrund.“ Die jüngsten Evaluationsergebnisse zeigen, dass „Tiger- Kids“-Kinder zu Hause deutlich mehr Obst essen, nämlich zwei Portionen pro Tag (66,6 Prozent der „TigerKids“-Kinder gegenüber 55,7 Prozent der Kinder ohne „TigerKids“- Programmteilnahme). Sie greifen auch häufiger zu Gemüse (42,7 Prozent gegenüber 33,6 Prozent) und löschen Durst häufiger mit ungesüßten Getränken (60,4 Prozent der Kinder im Vergleich zu 46,7 Prozent in der Kontrollgruppe). Das 2003 angeschobene Projekt wurde von Anfang an von einem Wissenschaftler-Team der Münchener Ludwig-Maximilian- Universität regelmäßig kontrolliert. Dabei wurden Gruppen aus „TigerKids“-Kitas mit Gruppen aus Kindergärten, die nicht mit dem Tiger arbeiten, verglichen. Das Ernährungsund Freizeitverhalten der Kinder zu Hause wurde durch einen Elternfragebogen erfasst. Die Kinder wurden anschließend bei der Einschulung gemessen und gewogen. Ihre Neigung zu Übergewicht bestimmten die Wissenschaftler mit Hilfe des Body-Mass-Index. Ein positiver Trend zeigt sich in den „TigerKids“-Kindergärten auch im Hinblick auf die Häufigkeit von Übergewicht. Mit 13,9 Prozent sind „TigerKids“ seltener übergewichtig als die Kontrollkinder mit 18 Prozent. Auch Adipositas kommt mit 3,4 Prozent gegenüber 5,4 Prozent deutlich seltener vor. Ferner ergab eine Befragung in Kindergärten mit hohem Anteil von Kindern aus sozial schwachen Familien, dass nach der Einführung von „TigerKids“ deutlich mehr Kinder eine gesunde Pausenverpflegung mitgebracht haben. Im Rahmen der AOK-Initiative „Gesunde Kinder – gesunde Zukunft“ arbeiten bereits mehr als 3.000 Kindergärten deutschlandweit mit dem Präventionsprogramm. Bis zum Jahresende sollen über die Arbeit in 4.000 Kindergärten etwa 200.000 Familien von dem Programm profitieren. „Tigerkids – Kindergarten aktiv“ wird in einer Projektpartnerschaft der Stiftung Kindergesundheit und der AOK bundesweit angeboten und seit Beginn regelmäßig kontrolliert. „Für die AOK ist es wichtig, dass Präventionsprogramme wissenschaftlich begleitet und evaluiert werden. Das trifft in besonderem Maß für Projekte zu, die sich mit Kindern befassen“, erklärte Reichelt weiter. Die Gesundheitskasse fühle sich durch die positiven Ergebnisse ermutigt, das Programm fortzusetzen und weiter zu entwickeln. So sei unter anderem eine Ausweitung auf Kinderkrippen geplant. Nach Angaben Koletzkos dient „Tiger- Kids“ mittlerweile sogar europaweit als Grundlage für ein von der Europäischen Kommission gefördertes Programm, mit dem in zahlreichen europäischen Ländern Initiativen zur Gesundheitsprävention in Vorschuleinrichtungen erstellt und eingesetzt werden sollen. (Pressemitteilung der AOK)

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