Entschädigung für Kaupthing-Kunden: Bund hat Wort gehalten

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zeigt sich erleichtert über die Ankündigung von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, dass den deutschen Kunden der isländischen Kaupthing-Bank ihre Spareinlagen vollständig zurückerstatten werden.

"Das ist eine frohe Botschaft nach Wochen des Bangens und Hoffens", sagt Vorstand Gerd Billen. Die Bundesregierung habe mit der Gewährung eines Kredites an die isländische Einlagensicherung in Höhe der deutschen Spareinlagen ihr Wort gehalten.

Offen ist nun, wann die Kunden ihr Geld zurück erhalten. Wichtig sei eine Verständigung zwischen der Bundesregierung und der isländischen Regierung auf einen klaren Zeitplan zur Rückzahlung der Gelder.

Am 3. November 2008 hatten der Verbraucherzentrale Bundesverband und die Verbraucherzentralen im Rahmen einer Pressekonferenz Lehman- und Kaupthing-Geschädigte zu Wort kommen lassen und die Rückzahlung der vollständigen Einlagen der deutschen Sparer gefordert.

Betroffene müssen ihre Ansprüche und Forderungen in voller Höhe bis 30. Dezember 2008 bei der isländischen Einlagensicherung anmelden. Es gibt jedoch keinen Automatismus zur Auszahlung. Die Verbraucherzentralen halten hierzu auf ihren Webseiten Antragsformulare bereit.

Kaupthing-Entschädigung wichtiges Signal
"Für uns ist die Zusage der Bundesregierung ein wichtiges Signal, dass jetzt die Kunden auch ins Zentrum der politischen Diskussion rücken", so Billen.

Dieser Impuls müsse jetzt auch in die Maßnahmenpakete zur Bewältigung der Finanzkrise einfließen. "Wir brauchen eine verbrauchergerechte Finanzmarktarchitektur."

Ein wichtiger Baustein sei die Einrichtung einer unabhängigen Stelle unter dem Dach des Verbraucherzentrale Bundesverbandes und der Verbraucherzentralen, die den Finanzmarkt (Anbieter, Vertrieb, Produkte, Produktinformationen) aus Verbrauchersicht beobachtet und bewertet und bei Fehlverhalten einschreitet.

Um Falschberatungen vorzubeugen, müsse die Beweislast in der Anlageberatung umgekehrt, Beratungen strenger protokolliert und die Verjährungsfrist verlängert werden. Kürzlich hatte auch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner dies gefordert.

Gerd Billen bezeichnete es als Chance, durch den Ausbau der anbieter- und produktunabhängigen Beratung das verlorene Vertrauen der Verbraucher in die Finanzmärkte zurückzugewinnen: "Vertrauen kann nur schaffen, wer Vertrauen genießt."

Wie die Erfahrungen der Verbraucherberatung und der Telefonhotline zur Finanzkrise zeigten, sei die Verunsicherung unter den Verbrauchern nach wie vor groß.

Pressemitteilung der vzbv

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