Disease-Management-Programm: Medizinische Werte von Herzpatienten deutlich verbessert

Bei Herzpatienten, die kontinuierlich an einem strukturierten Behandlungsprogramm für chronisch Kranke teilnehmen, verbessern sich die medizinischen Werte deutlich.

Der bundesweit erste Zwischenbericht zum Disease-Management-Programm (DMP) Koronare Herzkrankheit zeigt, dass die Teilnehmer im Laufe der Programmteilnahme weniger neue Folgeerkrankungen, weniger Schmerzsymptome und sinkende Blutdruckwerte haben. Zudem erhalten sie häufiger die richtigen Medikamente als Patienten in der Regelversorgung. Ein Konsortium aus drei unabhängigen Forschungsinstituten wertete für den Bericht die Daten von mehr als 33.000 Teilnehmern der AOK Westfalen-Lippe aus.

Der Anteil der bislang infarktfreien Patientinnen und Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten, verringerte sich im Auswertungszeitraum von zwei Jahren um mehr als die Hälfte (von 1,5 Prozent auf 0,64 Prozent). Bei den erstmalig aufgetretenen akuten Herzereignissen, zu denen neben dem Infarkt auch weitere Durchblutungsstörungen der Herzkrankgefäße zählen, gab es insgesamt einen deutlichen Rückgang von 4,7 auf 2,1 Prozent.

Ein zentrales Ziel der Disease-Management-Programme ist die Verbesserung der Lebensqualität und der Belastungsfähigkeit der Teilnehmer. Auch hier führte die kontinuierliche und strukturierte Behandlung zu Erfolgen: Der Anteil der Patienten ohne Brustschmerzen (Angina pectoris) stieg von 44 auf knapp 60 Prozent.

"Die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen und die Behandlungsempfehlungen im Rahmen des DMP zeigen Wirkung", betont Kai Kolpatzik, Arzt beim AOK-Bundesverband. So erhielten die teilnehmenden Patienten auch häufiger die richtigen Medikamente als Patienten in der Regelversorgung: Die Ärzte verordneten bei 74 Prozent der DMP-Teilnehmer so genannte Beta-Blocker, die Herzpatienten nachweislich helfen und die Zahl der Todesfälle verringern können. Nach der DETECT-Studie erhalten in der Regelversorgung nur etwa 57 Prozent der Patienten diese Medikamente.

Auch der Blutdruck der DMP-Teilnehmer hat sich im Beobachtungszeitraum von zwei Jahren deutlich verbessert: Der obere (systolische) Wert sank von durchschnittlich 148 auf 137, der untere (diastolische) Wert von knapp 84 auf 79 mmHg. "Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Vermeidung von Folgeerkrankungen, weil ein zu hoher Blutdruck die Herzkranzgefäße der Patienten belastet", erklärt Kolpatzik. Die Cholesterinwerte sanken ebenfalls – vor allem bei Patienten mit hohen Ausgangswerten. Sie gingen im Durchschnitt auf Werte unter 200 mg/dl zurück.

Weitere Ergebnisse aus anderen Bundesländern folgen in Kürze. Die ersten Abschlussberichte werden dann Anfang Januar 2009 vorliegen. Die Auswertungen der AOK-Programme werden durch das Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH (infas) in Bonn, die Prognos AG in Düsseldorf und das Wissenschaftliche Institut der Ärzte Deutschlands (WIAD) in Bonn durchgeführt. Die Ergebnisse dienen den Krankenkassen zur weiteren Verbesserung der Programme für ihre chronisch kranken Versicherten.

Nähere Informationen zur DMP-Evaluation finden Sie im Gesundheitspartner-Portal der AOK.

Pressemitteilung des AOK-Bundesverbandes

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