Alternative Energie: Biogas Anlagen

Alternative Energie: Biogas AnlagenNachdem seit 2011 der Beschluss der schwarz-gelben Koalition festgesetzt wurde, 2022 das letzte Atomkraftwerk abzuschalten und somit aus der Kernkraft ausgestiegen wird, nimmt die Nachfrage nach Biogas sukzessiv zu.

Vor allem in Deutschland werden jährlich etwa 1000 neue Biogas Anlagen gebaut. Wie funktioniert überhaupt das System einer Biogas Anlage und welche Vor- und Nachteile bringt die Produktion mit sich?

Funktionsweise einer Biogas Anlage
Um Biogas herzustellen, benötigt man zu produzierende Biomasse wie vor allem landwirtschaftliche Produkte, aber auch agroindustrielle Abfälle, sowie Gülle. Das Energieversorgungsunternehmen LichtBlick nutzt zu 56% Grünabfall sowie –reststoffe und 5% Gülle. Dadurch ist schon ein wachsender Trend zu erkennen, worauf der Rohstoff-Bezug für Biogas hinauslaufen soll. Mithilfe einer ablaufenden Vergärung der jeweiligen Masse wird Gas produziert, das schließlich in Strom und Wärme umgewandelt wird. Aufgrund des hohen Anteils von Methan, sind diese Produkte besonders begehrt: Methan ist das entscheidende Gas für den Betreiber von Biogas Anlagen. Hiermit werden schließlich die Aggregate gespeist, woraus letztendlich die Rendite gezogen wird.

Vorteile von Biogas Produktion
Mittlerweile kann man von etwa 7000 Biogas Anlagen in Deutschland sprechen. Nicht nur die klimaneutrale Produktion, bei der nur so viel CO2 freigesetzt wird, wie bei der Entstehung entzogen wurde, ist hier ein großer Vorteil. Vor allem auch Betreiber von Biogas Anlagen profitieren von der Produktion: Bis zu 22 Ct/ kWh an Fördergeldern kommen hier jedem Betreiber zugute. Diese äußerst profitable finanzielle Unterstützung führt dazu, dass sich nicht nur die Anlagen, sondern auch die Biomasse immer weiter ausbreitet, wobei man hier vor allem vom Maisanbau sprechen muss.

Nachteile von Biogas Produktion
Der Maisanbau, sowie weiterer Anbau von Energiepflanzen nimmt immer mehr zu. Somit kann man mittlerweile von 19% aller Ackerflächen Deutschlands sprechen, die lediglich für den Anbau von Energiepflanzen genutzt werden. Dieser Boom an zunehmend größerer Anbaufläche für Biogas bringt jedoch auch Nachteile mit sich: Vor allem der Maisanbau schafft Umweltprobleme. Die sogenannte Monokultur führt dazu, den Lebensraum von Tieren gravierend einzuschränken: Bodenbrütenden, Vögeln und andere Tieren werden durch den künstlichen Anbau weder Nahrungsquelle geboten, noch für Insekten, Schmetterlinge und Bienen ein Blütenangebot. Hinzu kommt, dass Regen den nackten Boden zwischen den gesäten Pflanzen auswäscht und somit alle Düngemittel wie z. B. Phospat in umliegende Bäche und Flüsse gelangen.Um diesen Problemen entgegenzuwirken, müssen vor allem alternative Rohstoffe genutzt werden, um die Umwelt nicht noch mehr zu belasten.

Aussichten zur Produktion von Biogas
Deutschland hat sich darauf konzentriert, alternative Rohstoffe wie die Energiepflanzen Switchgrass, Virginiamalve, Chinaschilf oder Szarvasi aus dem Ausland anzuschaffen. Besonders das letztgenannte ungarische Gras Szarvasi ist besonders beliebt: Es kann zweimal jährlich geerntet werden, hat einen dichten Wuchs und bietet gute Lebensbedingungen für Käfer und andere Insekten. Zudem muss es kaum gedüngt werden, was ein weiterer Pluspunkt für diese Energiepflanze ist, und benötigt für eine große Menge an heranwachsender Masse nur geringen Stickstoffaufwand. Auch der Methan-Ertrag ist beträchtlich: Szarvasi Gras liefert einen 20% höheren Methan-Ertrag pro Hektar als der bisher genutzte Mais.

Alternative Rohstoffe für die Biogas Produktion
Zwar sind die neuen Energiepflanzen aus dem Ausland deutlich besser für die Umwelt als bisherige Maßnahmen wie Mais oder Rabs, doch die beste Alternative würde sich daraus ergeben, nur Produkte für die Biogas Produktion zu verwenden, welche erst gar keinen Anbau benötigen: Mist und Gülle sind zwei Rohstoffe, welche ebenfalls mithilfe von Biogas Anlagen zu Energie umgewandelt werden können, jedoch viel zu wenig genutzt werden. Von Gülle beispielsweise werden nur 12% der gesamten Masse verwendet, von Mist sogar nur 3%. Einige Bauern werden schon initiativ, errichten ihre eigene Biogas Anlage auf ihrem Land und wandeln die Gülle ihrer Tiere in Biogas um. Ein dritter wichtiger Faktor ist Biomüll jedes deutschen Haushaltes, als auch Lebensmittelabfälle der Industrien. Mittlerweile werden sogar Fördergelder für die Betreiber von Biogas Anlagen reduziert, sofern sie zu viele Rohstoff-Anteile aus Getreide- und Maisanbau verwenden. Vielmehr sollen Rohstoffe wie Biomüll, sowie Mist und Gülle genutzt werden, da man allein mit den Ausscheidungen der Tiere 2 Millionen Haushalte mit Strom versorgen könnte – ohne die Biogas Anlagen umrüsten zu müssen.
 
Bildquelle © pixabay/ADMC Lizenz: CC0-Lizenz

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