Ältere Fahrräder bei Dieben am beliebtesten

Der gute alte Drahtesel erfreut sich größter Beliebtheit in Deutschland. Trotz vieler Trends am Fahrradmarkt sind die preiswerten oder gebrauchten Modelle am weitesten verbreitet. So liegt der Kaufpreis der meisten Räder zwischen 100 und 300 Euro. Knapp jedes fünfte Fahrrad ist aus zweiter Hand.

Der niedrige Kaufpreis verleitet aber viele Besitzer dazu, ihr Rad nur dürftig zu sichern – mit Folgen. Denn ins Visier der Diebe geraten meist nicht die teuren Premium-Modelle. Betroffen sind in der Regel ältere, günstige Räder, die von den Dieben meistens für den Eigengebrauch entwendet werden. Der Durchschnittswert eines gestohlenen Fahrrads liegt bei 360 Euro. Das sind die Ergebnisse der „Fahrradstudie 2010“ des Deutschen Ring.

Fahrräder meist nur ungenügend gesichert

Besonders bei der Auswahl des Schlosses sparen viele Radfahrer am falschen Ende. Sechs von zehn Haltern benutzen preiswerte Seil- oder Kabelschlösser. Die mit Kunststoff ummantelten Stahlseile sind elastisch und leicht zu handhaben. Sie können aber von Dieben, beispielsweise mit einem Bolzenschneider, leicht durchtrennt werden. So wurde jedem zweiten Bundesbürger bereits einmal der Drahtesel gestohlen. „Die Hauptmotivation bei den Tätern ist der Gelegenheitsdiebstahl zum eigenen Gebrauch. Die Geschwindigkeit, mit der ein Schloss aufgebrochen werden kann, spielt daher eine entscheidende Rolle. Dauert es zu lang, bleibt der Diebstahl meist im Versuch stecken“, erläutert Jens Christian Berggreen, Sicherheitsexperte beim Deutschen Ring.

Den besten Schutz vor Diebstählen bieten Bügelschlösser. Die Modelle mit bis zu 16 Millimeter dicken Metallbügeln sind allerdings teurer und nur jeder vierte Befragte ist bereit, dafür tiefer in die Geldbörse zu greifen. Dabei dürfte sich die Investition in ein hochwertiges Schloss lohnen: Denn die Polizei klärt nur jeden zehnten der jährlich knapp 350.000 angezeigten Fahrrad-Diebstähle auf.

Im eigenen Keller oder am Arbeitsplatz am sichersten

Vorsicht ist auch an den Orten geboten, an denen die Räder abgestellt werden. Denn dreiste Diebe halten sich selbst an stark frequentierten Orten wie Schulen, Universitäten oder Bahnhöfen nicht zurück. Ganz im Gegenteil: Solche öffentlichen Plätze sind besondere Tatschwerpunkte, da das Bearbeiten eines Fahrradschlosses in einem ruhigen Hinterhof oft viel mehr auffällt als auf einer belebten Einkaufsstraße. Hier auf die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu vertrauen, kann schnell zur Falle werden. Ebenso problematisch sind gemeinschaftlich genutzte Kellerräume, beispielsweise in Mehrfamilienhäusern oder anonymen Studentenwohnheimen. Diebe können dort ungestört hantieren. In abschließbaren Räumlichkeiten am Arbeitsplatz oder im eigenen Haus sind Fahrräder am sichersten. Zudem sollte der Drahtesel stets mit Rad und Rahmen an vorhandene Vorrichtungen wie einem Ständer befestigt werden. Das gilt auch innerhalb von Fahrradabstellräumen.

Pressemitteilung des Deutschen Ring

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