Kreditkarten mit Bonus und Rabatt: Nachrechnen empfohlen

Die Kreditkarte von heute muss schon einiges mehr bieten als die reine Geldfunktion. Die meisten Anbieter statten ihre Plastikkärtchen mit finanziellen Sonderleistungen aus. Mal reduziert ein Rabatt die Tankrechnung, mal bekommt der Kunde beim Einkauf Geld zurück. Was hinter diesen Zusatzangeboten steckt und ob sie immer sinnvoll sind, lesen Sie in unserem Text.

Die Karten mit dem gewissen Extra

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Tankrabatt
(awe) Eine Kreditkarte, die beim Bezahlen einen Rabatt an der Tankstelle erzeugt, ist an sich eine schöne Sache. Doch man sollte sich als Kunde nicht von den Prozenten blenden lassen. Es lohnt sich nachzurechnen, wie hoch der Rabatt maximal überhaupt sein kann, denn in der Regel gibt es ein Limit. Hier ein paar Beispiele:

Bei der New Double von Barclay spart man zwei Prozent von maximal 200 Euro monatlich – das wären vier Euro im Monat und 48 Euro im Jahr. Auch bei der Santander 1plus summiert sich der Rabatt von einem Prozent bei einem Maximalumsatz von 400 Euro monatlich auf 48 Euro im Jahr. Mit der Visa Card der VW Bank kann der Kunde ebenfalls ein Prozent allerdings von maximal 2.000 Euro im Jahr an der Tankstelle sparen, das wären 20 Euro.

Erst ausgeben dann sparen
Doch um zu erkennen, ob sich ein Rabatt lohnt, muss der Kunde die mögliche Ersparnis mit dem erforderlichen Umsatz in Verbindung setzen. Hier eine Übersicht zu unseren Beispielen:

Barclay New Double: 200 Euro Umsatz monatlich für 48 Euro Bonus im Jahr
Santander 1Plus: monatlich 400 Euro Umsatz für 48 Euro Bonus im Jahr
VW Visa Card: rund 167 Euro Umsatz monatlich für 20 Euro Bonus im Jahr

Mehr zu den Kosten, Gebühren, Vor- und Nachteilen dieser Beispiele lesen Sie in unseren ausführlichen Tests in der nebenstehenden Box.

Bonus oder Geld zurück
Auch wenn es um einen Bonus geht, sollte der Kunde nachrechnen, ob es hierzu einen „Pflichtumsatz“ gibt und ob er den auch leisten kann. Den maximalen Bonus der VW Visa Card beispielsweise kann man erst mit sehr hohen Ausgaben erzielen. Bei einem Jahresumsatz von 4.000 Euro erhält der Kreditkartenkunde zehn Euro, den Höchstbonus von 45 Euro gibt es erst ab einem Jahresumsatz von 12.000 Euro, Barauszahlungen zählen nicht.

Das Geld-Zurück-Angebot der ING DiBa Visa direkt-Card hört sich verlockend an: 50 Cent werden dem Kunden ab einem Umsatz von 50 Euro gutgeschrieben. Wer also beispielsweise für eine Waschmaschine 500 Euro zahlt, erhält fünf Euro geschenkt? Nein. 50 Cent gibt es nur einmal pro Einkauf, egal wie hoch der Umsatz ist, Barabhebungen zählen nicht. Andererseits werden für mehrere Zahlungen über 50 Euro an einem Tag auch mehrere Gutschriften überwiesen.

Rabatte bei bestimmten Anbietern
Da Kreditkarten weltweit einsetzbar sind, locken einige Anbieter ihre Kunden mit Rabatten bei der Reisebuchung oder beim Mietwagen. Dies ist jedoch oft an einen bestimmten Anbieter gebunden. So wird dem Kunden indirekt die Möglichkeit genommen, Preise andernorts zu vergleichen, wenn er auf den Rabatt nicht verzichten möchte. Andererseits: Wer bei einer Leihwagenfirma ohnehin Stammkunde ist, wird sich freuen, genau dort über seine Kreditkarte auch noch einen Rabatt zu erhalten.

Fazit: Selbst wenn der Kunde mit dem möglichen Sparergebnis einer Kreditkarte auf den ersten Blick zufrieden ist, sollte er vergleichen: Wie hoch ist die Jahresgebühr? Übersteigt die Gebühr vielleicht die möglichen Rabatte? Auch die Frage „Brauche ich diesen Rabatt, Bonus oder Preisnachlass?“, sollte sich der Kunde stellen. Schließlich kann es sich immer noch lohnen eine Kreditkarte mit einem vermeintlich „schlechten Bonus“ zu nutzen, wenn man dafür keine Jahresgebühr zahlt und sogar einen Guthabenzins erhält.
Im Kreditkartenvergleich von forium.de können Sie zahlreiche Karten anhand verschiedener Merkmale wie Jahresgebühr, Kosten beim Geldabheben sowie Zusatzleistungen wie Rabatte oder Versicherungen miteinander vergleichen.

Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

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