Großteil der Versicherer plant internationale Expansion

Trotz der Krise der Weltwirtschaft planen fast zwei Drittel (62 Prozent) der Versicherer für die nächsten 12 Monate ein Wachstum außerhalb ihres Heimatmarktes, so das Ergebnis einer globalen Accenture-Umfrage. Die Umfrage wurde unter mehr als 100 führenden Lebens- sowie Sach- und Unfall-Versicherungsgesellschaften in 16 der weltweit größten Versicherungsmärkten durchgeführt, um ein besseres Verständnis darüber zu erhalten, wie Versicherer sich eine profitable internationale Expansion in der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise vorstellen. Zu den wichtigsten Ergebnissen der Umfrage zählen: – Drei Viertel (75 Prozent) der Befragten gaben an, dass ihrer Ansicht nach die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise in den nächsten drei Jahren mehr Chancen für Wachstum außerhalb des Heimaltmarktes bietet. Auf die Frage nach den Antriebsfaktoren für die erwartete internationale Expansion ihrer Unternehmen während der nächsten drei Jahre, wurde darüber hinaus als häufigste Antwort „Risiken streuen und Geschäftszyklen ins Gleichgewicht bringen“ genannt (77 Prozent der Befragten), gefolgt von „effizienteres Kostenmanagement“ (74 Prozent). – Verstärkter Wettbewerb wird in Märkten von Schwellenländern erwartet. Mehr als 8 von 10 Versicherern (84 Prozent) aus Industrienationen und 9 von 10 Versicherern (92 Prozent) aus Schwellenländern gaben an, dass die Märkte der Schwellenländer bei der Expansion außerhalb ihres Heimatmarktes für sie Priorität haben. Auf die Frage, in welchen Regionen die Versicherer in den nächsten drei Jahren zu investieren erwarteten, wurden die „BRIC“-Länder Brasilien, Russland, Indien und China am häufigsten genannt (von 48 Prozent der Befragten), gefolgt von anderen asiatischen Ländern (43 Prozent) und Westeuropa (36 Prozent). Innerhalb der BRIC-Länder wurde China am häufigsten genannt, gefolgt von Brasilien, Indien und schließlich Russland. Auf die Frage nach den Antriebsfaktoren für die internationale Expansion nannten Versicherer aus den Märkten der Schwellenländer am häufigsten die Nutzung attraktiver Aktienpreise als Chance für Fusionen und Akquisitionen (von 64 Prozent der Befragten in den Schwellenmärkten genannt). – Versicherer streben nach einer besseren globalen Integration der Verwaltung ihrer Geschäftsbetriebe über mehrere Länder und/oder Regionen hinweg. Mehr als vier von fünf Versicherern gaben an, dass sie zum Zweck der Erhöhung der Effizienz ihrer internationalen Expansion aktuell Änderungen an ihren Back-Office-Funktionen vornehmen oder planen (von 82 Prozent der Befragten genannt) und dass sie Änderungen an ihrer Informationstechnologie-Infrastruktur und an ihren IT-Funktionen vornehmen oder vornehmen werden (von 81 Prozent genannt). Während nur 13 Prozent der Befragten angaben, sie nutzten aktuell ein global integriertes Betriebsmodell – bei dem Strategie und operatives Geschäft global integriert werden – antworteten 20 Prozent der Befragten, dass sie den Einsatz eines solchen Modells innerhalb der nächsten drei Jahre planten. „Die Volatilität auf dem Aktienmarkt, eine Änderung des Kaufverhaltens der Konsumenten und die wirtschaftliche Lage verstärken den Wettbewerb und erhöhen die Probleme bei der Erzielung eines profitablen Wachstums“, erklärt Thomas D. Meyer, Country Managing Director Schweiz und verantwortlich für die EALA Versicherungspraxis bei Accenture. „Nachdem die Versicherungsgesellschaften ihr Potenzial auf dem heimischen Markt bereits ausgeschöpft haben, fassen sie nun die Schwellenmärkte ins Auge, wo das Prämienwachstum aufgrund der Aufholdynamik deutlich höher ist. Doch um eine profitable internationale Expansion zu erzielen, wird von den Versicherern verlangt, Produktinnovationen zu beschleunigen, eine neue betriebliche Effizienz voranzutreiben und die Vereinfachung und Standardisierung ihrer internen betrieblichen Abläufe quer durch ganze Regionen zu verstärken. In diesem Zusammenhang macht die Durchführung einer gesunden Expansionsstrategie den großen Unterschied.“ Über die Umfrage Accenture befragte 104 internationale Versicherungsgesellschaften rund um den Globus in Auftrag, darunter 51 Sach- und Unfallversicherer und 53 Lebensversicherer mit einem gesamten Prämienvolumen von mehr als 1 Billion USD. Die telefonische Umfrage wurde von Accenture konzipiert und von Kadence Ltd zwischen Dezember 2008 und April 2009 zu der Zeit durchgeführt, in der die Finanzdienstleistungsindustrie in einer der tiefsten Krisen der Geschichte steckte. Die Befragten waren Top-Führungskräfte, die am Entscheidungsprozess für Investitionen im Zusammenhang mit der internationalen Expansion ihrer Unternehmen beteiligt sind. Zu den 104 Befragten zählten 28 aus den Vereinigten Staaten, elf aus Italien, neun aus Großbritannien, jeweils acht aus Spanien und Südkorea, sieben aus Frankreich, sechs aus Australien, jeweils fünf aus Brasilien, China und Japan, vier aus Dänemark, jeweils zwei aus Indien, Deutschland und der Schweiz und jeweils einer aus Singapur und Finnland.
(Pressemitteilung Accenture)

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