ver.di: Nach Kartellamts-Entscheidung droht im Banknotendruck ein ruinöser Preiskampf

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert die Entscheidung des Bundeskartellamts, den Nachprüfungsantrag der Bundesdruckerei zur Vergabe des Euro-Banknotendrucks zurückzuweisen.
„Wenn diese Entscheidung Schule macht, ist das ein Freibrief für einen ruinösen Preiskampf“, warnte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke.

Es sei nicht akzeptabel, dass das Kartellamt bei seiner Entscheidung über die Vergabepraxis der Deutschen Bundesbank die wettbewerbsverzerrenden Preise der ausländischen Anbieter nicht ausreichend berücksichtigt habe. Wenn sich diese Spruchpraxis durchsetze, würden bewährte Anbieter aus dem Markt gedrängt, weil die Mehrzahl der großen Zentralbanken in Europa ihre Druckaufträge ohne Ausschreibung direkt an einheimische Staatsdruckereien vergäben.

Bei den beiden deutschen Banknotendruckereien, der Bundesdruckerei in Berlin und bei Giesecke & Devrient in München und Leipzig, seien durch die Entscheidung der Bundesbank akut 180 Arbeitsplätze in Gefahr. Darüberhinaus drohe durch die Auslandsvergabe auch ein Verlust an Forschungs-Knowhow für die Entwicklung von Sicherheitsmerkmalen an Banknoten und Ausweisdokumenten. „Dies bedeutet auch eine Schwächung des Technologiestandorts Deutschland“, sagte Werneke. ver.di empfiehlt deshalb den betroffenen Unternehmen, alle Rechtsmittel gegen die Auslands-Vergabe des Euro-Notendrucks durch die Bundesbank auszuschöpfen.

Pressemitteilung der Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

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