ERGO Versicherung: Wissenswertes über den NDM-1-Virus

Die Panikmeldungen über den vermeintlichen neuen Killervirus „NDM-1“ überschlagen sich und viele Verbraucher sind verunsichert. Doch steht Europa wirklich eine neue Pandemie-Welle bevor? Was wirklich hinter der kryptischen Buchstabenkombination „NDM-1“steckt und wie groß die Bedrohung tatsächlich ist, wissen die Experten der DKV Deutsche Krankenversicherung.

„Zunächst handelt es sich bei ‚NDM-1’ weder um ein besonders ansteckendes Bakterium noch um einen neuen ‚Killervirus’, der plötzlich und völlig unerwartet aus dem Nichts aufgetaucht ist“, berichtigen die Gesundheitsexperten der DKV. Tatsächlich ist „Neu Delhi Metallo-Beta-Laktamase“ – kurz NDM-1 – der Name eines einfachen Enzyms, das bestimmte Bakterien widerstandsfähig gegen eine ganze Reihe verschiedener Antibiotika macht.

Bakterien und Antibiotika

„Bakterien mit einer solchen Unempfindlichkeit – auch Resistenz genannt – sind allerdings kein neues Phänomen“, bestätigt Dr. Wolfgang Reuter von der DKV: „Denn mit der zunehmenden Verbreitung und dem leider oft ‚inflationären’ Einsatz von Antibiotika in allen Teilen der Welt steigt auch die Zahl der Bakterien, die sich an die neuen Begebenheiten anpassen.“ Grund zur Panik besteht nach Meinung des DKV-Experten deshalb allerdings noch nicht: Denn versagen die „normalen“ Antibiotika, kommen in der Regel die so genannten „Reserveantibiotika“ zum Einsatz. Diesen besonders starken Präparaten kann für gewöhnlich kein Bakterium etwas entgegensetzen.

Das Besondere bei NDM-1

„Das Besondere an den kürzlich bekannt gewordenen bakteriellen Erkrankungen in Europa ist, dass auch einige der Reserveantibiotika nicht mehr die gewünschte Wirkung erzielen konnten“, weiß der Experte der DKV. „Eine Epidemie steht uns allerdings wohl trotzdem nicht bevor – schließlich handelt es bisher lediglich um wenige Einzelfälle. Zudem sind die Bakterien nicht gegen alle Reserveantibiotika resistent.“ Auch die Übertragung der zähen Erreger lässt sich nach Ansicht des Robert-Koch-Instituts gut eindämmen – allein aufgrund des hohen Hygienestandards in europäischen Krankenhäusern. So waren die Erkrankten auch nicht in ihrem jeweiligen Heimatland, sondern auf Reisen nach Vorderasien mit dem Bakterium in Berührung gekommen. Die Ansteckung erfolgte hauptsächlich aufgrund nicht ausreichend steriler Bedingungen bei ärztlichen Behandlungen, denen sich die Patienten dort unterzogen hatten.

Eine ausführliche Einschätzung der Lage sowie weiterführende Informationen zum Thema hat das Robert-Koch-Institut auf seiner Website www.rki.de zusammengestellt.

Pressemitteilung der ERGO Versicherungsgruppe

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