Allianz Deutschland AG: Umsatz im 1. Halbjahr 2010 um 6 Prozent gestiegen

· Wachstum in der Lebensversicherung fortgesetzt
· Kapitalanlagenergebnis zugenommen

Die Allianz Deutschland AG hat im 1. Halbjahr 2010 ihren Umsatz um 6 Prozent auf 15,2 (14,3) Milliarden Euro gesteigert und damit den Wachstumstrend des vergangenen Jahres fortgesetzt. Vor allem die Lebensversicherung verzeichnete erneut einen deutlichen Anstieg ihrer Beitragseinnahmen. Dr. Markus Rieß, seit 1. Juli 2010 Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG: „Dies spiegelt das hohe Vertrauen in die Finanzstärke der Allianz wider.“

In der Lebensversicherung legten die Beitragseinnahmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,3 Prozent auf 7,9 (6,9) Milliarden Euro zu. Dieses Wachstum geht auf den deutlichen Anstieg der Einmalbeiträge zurück, wobei sich vor allem das Beitragsvolumen der klassischen kapitalbildenden Renten- und Lebensversicherungen mehr als verdoppelte. Daneben fragten die Kunden das Vorsorgekonzept IndexSelect erneut stark nach.

Die Beitragseinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung nahmen wie erwartet ab; sie verringerten sich um 3,0 Prozent auf 5,5 (5,7) Milliarden Euro. Nach wie vor gilt: Profitabilität geht vor Umsatz – vor allem in der Kraftfahrtversicherung, wo das Firmengeschäft konsequent saniert wurde. Die Beitragseinnahmen in der Kraftfahrtversicherung gingen um 5,5 Prozent auf 2,2 (2,3) Milliarden Euro zurück. In den anderen Versicherungsbranchen gaben die Beitragseinnahmen um 1,5 Prozent auf 3,3 (3,4) Milliarden Euro nach.

Die Krankenversicherung steigerte ihre Beitragseinnahmen um 1,2 Prozent auf 1,6 (1,6) Milliarden Euro. Dies ist im Wesentlichen auf die notwendigen Beitragsanpassungen als Folge der gestiegenen Kosten im Gesundheitswesen zurückzuführen.

Die operativen Erträge im Bankgeschäft (OLB Regionalbank und Allianz Bank) legten im 1. Halbjahr 2010 aufgrund eines höheren Zinsüberschusses und eines gestiegenen Provisionsüberschusses um 24,3 Prozent auf 162 (130) Millionen Euro zu. Die Steigerung des Provisionsüberschusses ging überwiegend auf die erstmalig ganzjährig einbezogene Allianz Bank zurück.

Kombinierte Schaden-Kosten-Quote leicht verbessert

Zahlreiche Stürme, darunter Orkan „Xynthia“ und das Pfingstunwetter, ließen den Geschäftsjahresschadenaufwand in der Schaden- und Unfallversicherung in der ersten Jahreshälfte ansteigen. Das Abwicklungsergebnis hat sich verbessert. Auf der Kostenseite machten sich Einsparungen aus der Neuordnung des deutschen Versicherungsgeschäfts positiv bemerkbar. Insgesamt ging die kombinierte Schaden-Kosten-Quote auf 100,1 (100,6) Prozent zurück.

Kapitalanlagenergebnis über Vorjahreswert

Dank ihrer langfristig orientierten Anlagepolitik hat die Allianz die Finanzkrise nicht nur gut überstanden, sondern profitiert nun von der Entwicklung an den Renten- und Aktienmärkten. Da im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kaum Abschreibungen auf Wertpapiere notwendig waren, legte das Kapitalanlagenergebnis im Versicherungsgeschäft im 1. Halbjahr 2010 um 35,5 Prozent auf 4,7 (3,4) Milliarden Euro kräftig zu. Der Bestand an Kapitalanlagen (ohne Forderungen an Kreditinstitute und Kunden im Bankgeschäft) erhöhte sich um 4,7 Prozent auf 196,0 (187,3; Stand: 31.12.2009) Milliarden Euro.

Operatives Ergebnis nahm deutlich zu

Nicht zuletzt trug das gute Kapitalanlagenergebnis auch zum Anstieg des operativen Ergebnisses bei. Es legte um 41,9 Prozent auf 916 (646) Millionen Euro zu. Der Halbjahresüberschuss stieg um 24,8 Prozent auf 650 (521) Millionen Euro.

Ausblick

Angesichts der guten Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2010 geht das Unternehmen auch für das Gesamtjahr von einem Umsatzwachstum aus. Insbesondere die Lebensversicherung als sichere Form der Altersvorsorge dürfte für die Kunden auch in Zukunft attraktiv sein.

Das Marktumfeld in der Schaden- und Unfallversicherung, insbesondere in der Kfz-Versicherung, bleibt jedoch schwierig. Das Unternehmen rechnet hier noch nicht mit einer Trendwende.

In den ersten sechs Wochen des 3. Quartals kam es zu einer Reihe weiterer außerordentlicher Elementarschäden. So führten Stürme und Hagelschläge im Juli zu einem Schadenaufwand in der Größenordnung von 65 Millionen Euro. Die Schadenbelastung aus dem Hochwasser Anfang August in Sachsen und in Brandenburg wird erst in ein paar Tagen zuverlässig geschätzt werden können, wenn die Wassermassen abgeflossen sind und ein Überblick über das Ausmaß der Schäden gewonnen wurde.

Von dem Hochwasser sind mehrere 10.000 Kunden betroffen. Die Vertreter vor Ort sind rund um die Uhr unterwegs und unterstützen ihre Kunden in dieser schwierigen Situation. Sie besichtigen die Schäden, erfassen diese und erstellen, wenn möglich, bereits Kostenvoranschläge. Um den Betroffenen schnell und unbürokratisch Hilfe leisten zu können, entsendet das Unternehmen zusätzliche Schadenregulierer aus ganz Deutschland in das Hochwassergebiet. Darüber hinaus wurde der telefonische Innendienst personell verstärkt. Der Allianz Handwerker Service unterstützt mit seinen lokalen Vertragsunternehmen die Kunden bei der Trocknung und Instandsetzung der Gebäude.

Die Krankenversicherung arbeitet derzeit an einer Nachkalkulation der Tarifserie AktiMed, nachdem das Bundesverwaltungsgericht es nicht für zulässig hält, einen Tarifstrukturzuschlag für Tarifwechsler zu erheben. Das neue Angebot steht voraussichtlich ab Oktober zur Verfügung.

Im Bankgeschäft (OLB Regionalbank und Allianz Bank) dürfte sich das Wachstum fortsetzen. Zudem verspricht sich die Allianz von ihrem neuen Vertriebsformat Fachagentur eine weitere Qualitätsverbesserung ihrer Beratung.

Ab September verkauft die Commerzbank Versicherungsprodukte der Allianz. „Von dieser Vertriebskooperation erwarten wir weitere Wachstumsimpulse für unser Versicherungsgeschäft“, so Rieß.

Pressemitteilung der Allianz Deutschland AG

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