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21.05.2008

Verbraucherzentrale Sachsen und die Post vom Allgemeinen Finanzdienst - AFD

Ende April erhielt nicht nur eine Leipziger Familie Post vom Allgemeinen Finanzdienst AFD. Im Anschreiben teilt eine Mitarbeiterin in fragwürdiger Grammatik mit: "Wir als Verbraucherinformation sind beauftragt, Ihre Verträge von Banken, Versicherungen und Bausparkassen kostenlos und unverbindlich für Sie zu überprüfen."

Dafür wurden zwei konkrete Beratungstermine im Mai vorgeschlagen. Die Verbraucherzentrale Sachsen kritisiert diese Art von Kundengewinnung und rät zur Vorsicht. Immer wieder versuchen windige Unternehmen, sich bei Verbrauchern dadurch Vertrauen zu erschleichen, indem sie ihnen eine in der Realität nicht vorhandene Nähe zur Verbraucherzentrale suggerieren.

Im vorliegenden Fall wurde dafür nicht nur der Begriff "Verbraucherinformation" verwendet. Wer nur flüchtig die Anschrift des Absenders las, nahm eine ähnliche Adresse wie die der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig war. "Das ist sicher kein Zufall", vermutet Andrea Hoffmann, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.

Mit dem Hinweis, dass angeblich ein Auftrag zur Vertragsüberprüfung vorläge, soll zudem möglicher Widerstand auf Seiten der Verbraucher wohl gleich gebrochen werden. Als Familie V. dennoch wissen wollte, wer denn den Auftrag erteilt hätte, wurde das Telefonat seitens einer AFD-Mitarbeiterin ohne Antwort abrupt beendet. Das Finanzunternehmen ist der Verbraucherzentrale Sachsen seit Jahren bekannt.

"Dabei gab es aus unserer Sicht wiederholt Anlass zur Kritik hinsichtlich der Vertriebsmethoden und der verkauften Produkte", informiert Hoffmann. Daran hat sich wohl auch nach den neuen gesetzlichen Regelungen für Versicherungsvermittler hinsichtlich deren Beratungs- und Informationspflicht gegenüber Verbrauchern kaum etwas geändert.

So wurde beispielsweise einer jungen Frau aus Pirna nicht nur zum Abschluss teurer Versicherungen geraten. Es wurde ihr auch empfohlen, ihren seit 2004 laufenden Bausparvertrag zu kündigen, um das Geld in eine riskante unternehmerische Beteiligung zu stecken. Konkret gehört die SHB Innovative Fondskonzepte AG (Aschheim/München) zum Grauen, das heißt nicht staatlich überwachten Kapitalmarkt und befindet sich auf der Finanztest-Warnliste der Stiftung Warentest.

Wer selbst zu dem Entschluss kommt, seine Versicherungs- und Geldanlageverträge überprüfen zu lassen, der findet in der Verbraucherzentrale Sachsen einen anbieterunabhängigen Ansprechpartner. Ein Beratungstermin kann montags bis freitags zwischen 09.00 und 16.00 Uhr unter der telefonischen Rufnummer 0180-5-797777 (0,14 €/Min aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk ggf. abweichend) vereinbart werden.

Pressemitteilung VZ Sachsen

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