Pflegemindestlohn ist in Kraft – ver.di bietet Hotline an

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt die Einführung des Pflegemindestlohns. „Was lange währt, wird endlich gut. Damit hat die Ungewissheit ein Ende. Es ist höchste Zeit, dass die hart arbeitenden Beschäftigten im Pflegebereich von Mindestlöhnen profitieren“, sagte Ellen Paschke, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. Der Pflegemindestlohn ist seit Sonntag, den 1. August 2010, in Kraft.

Damit beträgt der Mindestlohn im Westen 8,50 Euro, im Osten 7,50 Euro. Anschließend werden die Lohnuntergrenzen in zwei weiteren Schritten zum 1. Januar 2012 und zum 1. Juli 2013 auf 8,75 Euro bzw. 9 Euro im Westen sowie auf 7,75 Euro bzw. 8 Euro im Osten angehoben.

„Arbeitnehmer und Teile der Arbeitgeber haben einen deutlich höheren Mindestlohn gefordert“, stellte Paschke klar. Auch seien Lohnunterschiede 20 Jahre nach der deutschen Einheit eigentlich kaum vermittelbar. „Leider sind die Forderungen zur Lohnhöhe und zur Überwindung der West-Ost-Spaltung am privaten Arbeitgeberverband und der Diakonie gescheitert“, bedauerte Paschke.

Mit Blick auf die europaweite Arbeitnehmerfreizügigkeit ab 2011 sei die Einigung in der Kommission aber immerhin ein erster Schritt hin zu einer langfristig gerechteren Bezahlung im Bereich der Pflege. Grundsätzlich handele es sich bei den Mindestlöhnen um Lohnuntergrenzen für Pflegehilfskräfte, die keinesfalls bessere tarifvertragliche Regelungen ersetzten. „Wer jetzt schon höhere Tariflöhne bekommt, behält diese selbstverständlich“, stellte Paschke klar.

Allerdings sei nicht damit zu rechnen, dass vom Mindestlohn erfasste Betriebe ihren Beschäftigten automatisch den neuen, höheren Pflegemindestlohn zahlen, sagte Paschke. ver.di wird deshalb am 10. und 11. August eine Telefon-Hotline für Beschäftigte der Pflegebranche anbieten, Informationsmaterial in den Betrieben verbreiten und parallel zur Einführung des Pflegemindestlohns im Internet Info-Seiten freischalten. „Wer den Pflegemindestlohn will, muss jetzt selbst aktiv werden“, appellierte Paschke.

Pressemitteilung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)

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