Ich hab dich zum Fressen gern – Marder versus Autokabel

Nichts Böses ahnend, startet der Fahrer morgens sein Auto – nur um festzustellen, dass der Motor kurz röchelt und dann seinen Geist aufgibt. Die fachkundige Untersuchung in der Werkstatt offenbart dann oft: Marderschaden! Angebissene Zündkabel, Gummimanschetten und durchgekaute Kühlwasserschläuche sind gerade in der Ferienzeit keine Seltenheit, darauf weist heute (26. Juli 2010) der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) in Bonn hin. Denn Juli ist die Paarungszeit der Steinmarder, dann markieren die Kulturfolger auf ihren Streifzügen bevorzugt im Motorraum von Autos ihr Revier per Duftmarke oder nutzen es als Proviantlager. Parkt der Urlauber sein „duftendes“ Fahrzeug unbewusst im Revier eines anderen Marders, wittert dieser Konkurrenz und beißt zu.

Die Duftspur besteht aus Kot, Urin und Drüsensekret und signalisiert anderen Mardern: „Stopp! Das hier ist mein Reich!“ Marder fühlen sich durch den Geruch eines Rivalen so sehr provoziert, dass sie zum Angriff übergehen – auf Kabel, Schläuche oder Dämmungsmaterial unter der Motorhaube. Nicht selten geht der Schaden in die Hunderte. Rund 200.000 Übergriffe von Mardern auf wehrlose Autoteile zählt der Gesamtverband Deutscher Versicherer (GDV) inzwischen jährlich – ein Viertel mehr Fälle als noch vor sechs Jahren. Jeder Schaden kostet im Schnitt 230 Euro.

Abhilfe sollen Ultraschallgeräte mit stets wechselnden Frequenzen schaffen oder Stromgeräte, die nach dem Weidezaun-Prinzip funktionieren. Hausmittelchen reichen von Hundehaaren über WC-Steine bis zum Hinweis, selbst in den Motorraum zu pinkeln. Wirkung: fragwürdig. Wichtig ist es allerdings, nach einer Marderattacke den Motorraum zu waschen oder bereits dann, wenn erste Pfotenabdrücke oder gar Essensreste auf der Motorhaube oder im Motorraum erkennbar sind.

Pressemitteilung de DJV

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