Sparkassen-Tourismusbarometer: Deutschland kaum betroffen

Mit rund 350 Millionen Übernachtungen ist Deutschland europaweit die Nummer 1 vor Spanien und Italien. „Deutschland ist im Tourismus relativ robust und kann die Auswirkungen der Wirtschaftskrise besser abfedern als andere Staaten“ so Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) bei der Vorstellung des Sparkassen-Tourismusbarometers Deutschland heute in Berlin. Zurückzuführen sei diese Situation auf die Angebotsvielfalt, die gute Infrastruktur und insbesondere auf die stabile und große Inlandsnachfrage, die in keinem anderen Land so ausgeprägt ist.
Zwar musste Deutschland krisenbedingt in den Monaten Januar bis August 2009 einen leichten Rückgang von 0,4 Prozent bei der Anzahl der Übernachtungen hinnehmen. Wettbewerber wie Österreich, Spanien Dänemark oder Rumänien die zwischen zwei und 17 Prozentpunkte verloren, traf es wesentlich härter. Absoluter Gewinner unter den europäischen Top-Metropolen ist Berlin. Mit 12,3 Millionen Übernachtungen und einem Zuwachs von 5,3 Prozent zwischen Januar und August 2009 gegenüber dem Vorjahreszeitraum zählt die Bundeshauptstadt zu den beliebtesten Metropolen. Lediglich Hamburg (+5,0 %), Stockholm (+4,3 %) und Barcelona (+3,5 %) können mit diesen Steigerungsraten mithalten.
Besonders die aufstrebenden osteuropäischen Wettbewerber wie Prag (-11,4 %) und Budapest (-12,6 %), die in den vergangenen Jahren zunehmend vom Ausbau der Billig-Flugverbindungen und einem geringen Preisniveau profitiert haben, leiden unter der Wirtschaftskrise. Aber auch an den Top-Städten Europas wie Madrid (-6,2 %), Wien (-7,0 %) oder Paris (-8,5 %) geht die derzeitige Lage nicht spurlos vorbei.
Zwar weisen die aktuellen Daten auf eine leichte Erholung des europäischen Städtetourismus hin, doch kann von einer echten Trendwende noch nicht gesprochen werden. „Umso erfreulicher ist die stabile bis gute Entwicklung der deutschen Metropolen zu bewerten, zumal sich das Übernachtungswachstum, wie im Falle von Berlin, sowohl auf Inlands- und Auslandsgäste verteilt. Dies untermauert einmal mehr die hohe Attraktivität im internationalen Geschäfts- und Privatreisemarkt“ so Haasis.
Berlin profitiert aus touristischer Sicht vor allem von einem kreativen Umfeld und einer soliden wirtschaftlichen Situation der Betriebe. Auch die große Vielfalt an kulturellen Angeboten und Großveranstaltungen mit bundesweiter Strahlkraft locken Touristen aus dem In- und Ausland nach Berlin. Das Sparkassen-Tourismusbarometer des DSGV ist eine Positionsbestimmung des Deutschlandtourismus im nationalen und internationalen Vergleich. Das Barometer gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus, analysiert die Tourismusentwicklung im Vergleich zu Mitbewerbern und entwickelt nützliche Vorschläge und Empfehlungen für die am Tourismus beteiligten Akteure. Der aktuelle Bericht zum Sparkassen-Tourismusbarometer 2009 steht unter www.dsgv.de zum Download zur Verfügung. Die inhaltliche Bearbeitung erfolgt durch die dwif-Consulting GmbH.
(Pressemitteilung DSGV)

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