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02.02.2008

Deutsche Rentenversicherung zur Rentenkampagne von BILD

Seit Anfang der Woche beschreibt BILD täglich ein neues Horrorszenario über die Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung. Damit werden in der Bevölkerung Ängste erzeugt, die eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema Altersvorsorge unmöglich machen.Die Deutsche Rentenversicherung nennt die Fakten zu den Behauptungen von BILD:

Altersarmut

BILD behauptet: Millionen Menschen droht Altersarmut, 30 Prozent der Rentner sogar akute Armut.

Altersarmut ist aktuell kein Thema in Deutschland, auch dank der Absicherung durch die gesetzliche Rentenversicherung.

Rund 2 Prozent der über 65-Jährigen haben ein Einkommen unter dem Grundsicherungsniveau.

Auch künftig werden die meisten Menschen nach einem längeren Erwerbsleben im Alter ein Einkommen haben, das deutlich über dem Grundsicherungsniveau liegt.

Kaufkraftverlust

BILD sagt, dass die Kaufkraft der Renten sinkt, da der Anstieg der Lebenshaltungskosten die Rentenerhöhungen übersteigt.

BILD verschweigt, dass in den letzten Jahren auch die Kaufkraft der Arbeitnehmer gesunken ist, da die Lohnentwicklung ebenfalls hinter der Inflationsrate zurückgeblieben ist. Dies muss Auswirkungen auf die Entwicklung der Renten haben, da die Rentensteigerungen an die Lohnentwicklung gekoppelt sind.

Berechnung der Rentenhöhe

BILD rechnet den Lesern ihre zu erwartende Rente vor.

Es ist unseriös, die Rente bis zum Jahr 2052 auf den Euro genau auszurechnen. Keiner kann genau vorhersagen, wie sich die hierfür maßgebenden Berechnungsgrundlagen bis zu diesem Zeitpunkt genau entwickeln werden.

BILD beruft sich bei den Berechnungen auf Zahlen der Bundesregierung sowie des Sachverständigengutachten der fünf Waisen, legt ihren Rechnungen dann aber andere Daten zugrunde.

So geht der Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung von einer durchschnittlichen Steigerung der Renten bis zum Jahr 2021 von 1,7 Prozent pro Jahr aus, bei den Berechnungen in BILD werden unterschiedliche Rentensteigerungen unterstellt, mal 0,5 Prozent, mal 0,75 Prozent.

Die Annahmen würden bedeuten, dass es in den nächsten Jahrzehnten keine Reallohnsteigerungen in Deutschland mehr geben würde. Das ist nach Ansicht von Fachleuten ein völlig unrealistisches Szenario.

Besteuerung der Renten

BILD weist darauf hin, dass die künftigen Rentner ihre Renten in höherem Maße versteuern müssen als die heutigen Rentner.

BILD verschweigt jedoch, dass seit 2005 die Beiträge zur Rentenversicherung im Gegenzug sukzessive steuerfrei gestellt werden. Dadurch kommt es zu einem höheren Nettoeinkommen der Arbeitnehmer während der Erwerbsphase, das auch zum Aufbau einer zusätzlichen Alterssicherung verwendet werden kann.

Durchschnittsrente

Sinkende Renten meint BILD an der Entwicklung der Durchschnittsrente in den letzten sechs Jahren auszumachen.

Der durchschnittliche Rentenzahlbetrag ist aber lediglich ein statistischer Mittelwert. Er sagt nichts darüber aus, was ein Arbeitnehmer nach einem langen Berufsleben an Rente erhält.

"Minirenten" etwa von Versicherten, die nur kurze Zeit in die Rentenversicherung eingezahlt haben, wie Beamte, Selbständige oder Hausfrauen, senken den Durchschnitt deutlich.

Aussagekräftiger ist hier die Eckrente eines Durchschnittsverdieners. Sie ist von 2000 bis 2006 gestiegen, und zwar um 5,5 Prozent (61,41 Euro) in den alten Bundesländern und um 6,47 Prozent (66,73 Euro) in den neuen Bundesländern.

Risiken der privaten Altersvorsorge

Mit keinem Satz erwähnt BILD die Risiken der privaten Altersvorsorge, die angesichts der aktuellen Krise auf den Finanzmärkten wieder ganz deutlich geworden sind.

Dies kann auch Auswirkungen auch auf die privaten Alterssicherungssysteme haben. Es ist deshalb sinnvoll, dass die Alterssicherung in Deutschland auf einen Mix aus gesetzlicher Rente und private Altersvorsorge setzt.

Fazit

Zusätzliche Altersvorsorge neben der gesetzlichen Rentenversicherung ist zur Aufrechterhaltung des Lebensstandards notwendig.

Wichtig ist aber hier, keine Ängste zu schüren, sondern die Bevölkerung sachlich fundiert zu informieren. Nur wer gut informiert ist, kann eigenverantwortlich die richtigen Entscheidungen für die eigene Altersvorsorge treffen.

Pressemitteilung der Deutschen Rentenversicherung Bund

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