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24.10.2014

Richtig handeln bei der Abgeltungssteuer: Angespartes clever verwalten

Richtig handeln bei der Abgeltungssteuer: Angespartes clever verwaltenDie Abgeltungssteuer besteuert Kapitalerträge aus Privatinvestitionen. Ein Freibetrag für die Sparer liegt bei 801 Euro, bei Verheirateten werden 1602 Euro veranschlagt. Unter die Abgeltungssteuer fallen Aktienkursgewinne, Bonuszahlungen und Spekulationsgewinne sowie Dividenden. Der pauschale Steuersatz der Abgeltungssteuer liegt bei 25 Prozent. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag und, gegebenenfalls, auch die Kirchensteuer.

Meist wirkt diese Abgeltungssteuer direkt bei der Bank, die den Betrag einbehält und automatisch an das zuständige Finanzamt abführt. Welches Finanzamt zuständig ist für die eigenen Belange, kann beispielsweise hier nachgelesen werden. Im Einzelnen bedeutet diese Abgeltungssteuer, dass ein Gewinn aus einem Aktiengeschäft mit 25 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, also insgesamt mindestens 26,375 Prozent versteuert wird. Kommt noch die Kirchensteuer hinzu, erhöht sich der Satz nochmal um 8 Prozent in Baden-Württemberg und Bayern. In den anderen Bundesländern erhöht sich die Abgabe sogar um 9 Prozent. Verluste aus Geldanlagen können mit den Gewinnen verrechnet werden, allerdings nur immer mit Verlusten und Gewinnen aus einer Einkommensart, beispielsweise Zinsgewinnen. Auch dies regelt die zuständige Bank automatisch. Die Abgeltungssteuer wurde am 25. Mai 2007 vom Bundestag der BRD im Zuge der Unternehmenssteuerreform verabschiedet und trat zum 1. Januar 2009 in Kraft, wie folgender Beitrag nochmals näher erläutert.

Versicherungen, Anlagen und die Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer greift auch in puncto Versicherungen. Läuft beispielsweise der Vertrag einer Lebensversicherung mindestens 12 Jahre und erfolgt die Auszahlung frühestens mit 60 Jahren Lebensalter, so gelten die bisherigen Regelungen. Dies bedeutet, dass alle Lebensversicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden, nicht der Abgeltungssteuer unterliegen. Lebensversicherungen, die nach 2005 abgeschlossen wurden, werden mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Für nach dem Jahr 2009 abgeschlossene Lebensversicherungen oder für solche, deren Laufzeit unter 12 Jahren liegt, gilt uneingeschränkt die Abgeltungssteuer bei Ausschüttung. Auch Anleihen sind ab 2009 vollständig der Abgeltungssteuer unterworfen. Bei einem niedrigeren persönlichen Steuersatz, können diese abgeführten Beträge in der jährlichen Einkommenssteuererklärung zurücküberwiesen werden. Aktien, die nach dem 1. Januar 2009 gekauft werden, fallen ebenfalls unter die Abgeltungssteuer. Allerdings werden auch hier zu viel gezahlte Beträge in der persönlichen Einkommensstreuerklärung angegeben und können damit zurückverlangt werden. Fonds sind, sofern sie nach dem Stichtag erworben wurden, abgeltungssteuerpflichtig. Immobilien und Immobilienfonds sind dagegen nicht steuerpflichtig und nach Ablauf der Spekulationsfrist von 10 Jahren können Immobilien auch heute noch steuerfrei veräußert werden.

Für Zertifikate gilt: Alle Zertifikate unterliegen der Abgeltungssteuer. Von der Abgeltungssteuer profitieren Anleger, deren persönlicher Steuersatz oberhalb der 26,375 Prozent-Grenze liegt. Bei einem Spitzensteuersatz von 44,3 Prozent können Anleger der hohen Einkommensklassen demzufolge viel Geld sparen. Wer deutlich unter den 26,375 Prozent liegt mit seinem persönlichen Steuersatz, bekommt die zu viel gezahlten Steuern zurück. Negativ betroffen sind vor allem die Aktionäre.

Beispiel Altersvorsorge

Richtig handeln bei der Abgeltungssteuer: Angespartes clever verwalten Viele Versicherungen, die abgeschlossen werden, zielen darauf, einen gewissen Standard im Rentenalter zu erhalten. Für jede Sparform gelten bezüglich der Abgeltungssteuer andere Regularien. Lebensversicherungen, die bis 2004 abgeschlossen wurden, sind steuerfrei. Wer seine Lebensversicherung zwischen 2005 und 2008 abgeschlossen hat, muss nach Ausschüttung die Hälfte des Ertrags mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern.

Alle ab 2009 abgeschlossenen Lebensversicherungen unterliegen der Abgeltungssteuer. Wird eine Lebensversicherung innerhalb der ersten 12 Vertragsjahre aufgelöst, so tritt die Abgeltungssteuer in vollem Umfang in Kraft. Fondsgebundene Lebensversicherungen haben im Vergleich mit der direkten Fondseinlage einen Vorteil. Denn die jährlichen Dividenden oder Ausschüttungen werden bei den fondsgebundenen Lebensversicherungen nicht versteuert. Die Abgeltungssteuer greift erst nach Ablauf der Versicherung.

Die Rentenversicherung wurde bis 2008 anteilig versteuert. Dies bleibt auch weiterhin bestehen. Bei Einmalzahlungen aus der Rentenversicherung gilt: Hier wird, abhängig vom Rentenbeginn, anteilig nach persönlichem Steuersatz versteuert wird. Ab 2040 sollen auch diese Beträge komplett der Abgeltungssteuer unterworfen sein. In puncto privater Rentenvorsorge haben Riestersparer das Nachsehen. Diese Altersvorsorge fällt komplett unter die Abgeltungssteuer. Rürup-Sparer müssen, abhängig vom Rentenbeginn, 50 Prozent der Rendite mit dem persönlichen Steuersatz versteuern. Auch hier wird ab 2040 komplett versteuert.

Wie bei der Abgeltungssteuer gespart werden kann

Richtig handeln bei der Abgeltungssteuer: Angespartes clever verwalten

Gewinne aus Börsengeschäften müssen versteuert werden. Dieses Thema scheint, im Besonderen bezogen auf die Verlustrechnung, in der breiten Bevölkerung für zahlreiche Fragen zu sorgen, jedenfalls gibt es auf Meinungsportalen wie gutefrage.net mehrere Diskussionsbeiträge hierzu. Schließlich sei festgehalten, dass es legale Wege gibt, um der Abgeltungssteuer teilweise oder ganz aus dem Wege zu gehen. Beispielweise durch geschickt ausgewählte Fonds.

Die Abgeltungssteuer greift auf sämtliche Erträge von Fondssparen zu, sobald der Anleger den persönlichen Freibetrag von 801 Euro übersteigt. Für gutverdienende Anleger ist die Abgeltungssteuer eine legale Möglichkeit, der Besteuerung ihrer Gewinne mit dem hohen persönlichen Steuersatz zu entgehen. Niedrigverdiener können sich die Beträge vom Finanzamt zurückholen.

Grundlage hierfür ist das Veranlagungswahlrecht. Dazu muss ein Antrag beim Finanzamt gestellt werden, und schon werden alle Kapitalerträge zum persönlichen, niedrigen Steuersatz versteuert. In der Nichtveranlagung besteht für einige Sparer eine weitere Möglichkeit, sich der Anlagesteuer zu entziehen. Dies trifft besonders Azubis, Studenten und Rentner, die ein niedriges Einkommen haben. Sind deren Einkünfte nämlich so niedrig, dass eine Veranschlagung zur Einkommenssteuer nicht zu erwarten ist, sollte eine Bescheinigung bei der Bank vorgelegt werden. Dieser Nichtveranlagungsnachweis ist maximal drei Jahre gültig und sollte möglichst zum Jahresbeginn vorgelegt werden. Freibeträge lassen sich auch aufsplitten, um die Abgeltungssteuer zu umgehen. Dazu sollten mehrere Konten geführt werden und der Freibetrag auf die verschiedenen Konten aufgesplittet werden, sodass idealerweise bei keinem Konto der Sparerpauschbetrag überschritten wird.

 

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