Treppenlifte: Finanzierungshilfen und steuerliche Absetzbarkeit beanspruchen

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Bewegungseinschränkungen im Alter oder auch in jungen Jahren lassen scheinbar alltägliche Dinge zum unüberwindbaren Hindernis werden. Da wäre beispielsweise die Treppe im Eigenheim, dem Mietshaus oder in öffentlichen Gebäuden. Denn nicht immer ist ein Aufzug vorhanden. Die Lösung: ein Treppenlift. Doch auch Sitzlifte und Co sind eine teure Anschaffung und von Privatpersonen nur selten aus der eigenen Tasche finanzierbar. Wir verraten Ihnen, welche Finanzierungshilfen, Fördermittel und Zuschüsse Sie unbedingt beantragen und nutzen sollten.

4.000 Euro Zuschuss von Pflegekasse
Für Personen mit Pflegegrad ist die Pflegeversicherung Ansprechpartner Nummer eins. Bereits ab Pflegegrad 1 werden wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4.000€ pro Person, maximal jedoch 16.000 € pro Haushalt, bezuschusst. Eine direkte Beteiligung an den Treppenlift-Kosten ist bei den gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen: Treppenlifte sind nicht als Pflegehilfsmittel im Pflegehilfsmittelkatalog des GKV-Spitzenverbandes definiert. Bei privaten Pflegeversicherung lohnt es sich dennoch, nachzufragen.

KfW-Zuschuss und Kredit
Unabhängig vom Pflegegrad hilft die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bei der Finanzierung eines Treppenlifts oder anderer barrierefreier Umbauten. Der Kredit 159 ist schon ab 0,78 % effektivem Jahreszins zu haben. Die maximale Kredithöhe beträgt 50.000€. Mit dem Zuschuss 455-B – Barrierereduzierung beteiligt sich die staatliche Förderbank mit 10 % der Investitionskosten, maximal jedoch 6.250€, an förderfähigen Umbaumaßnahmen.

Zuschüsse für Arbeitgeber
Bei der Ausgestaltung barrierefreier Arbeitsplätze – dazu kann auch die Montage eines für Rollstühle geeigneten Treppenliftes zählen – werden Unternehmer gegebenenfalls vom Integrationsamt unterstützt. Sofern kein anderer Kostenträger zuständig ist (z. B. die Unfallversicherung), der Mitarbeiter schwerbehindert und in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis beschäftigt ist, beträgt die Förderung zwischen 80 und 100 % der Gesamtinvestitionen.

Kosten von Steuer absetzen
Inwiefern sich die Anschaffungskosten für einen Treppenlift steuerlich geltend machen lassen, hängt von dessen medizinischer Notwendigkeit ab. Gibt es ein ärztliches Attest, das diese Notwendigkeit bestätigt, können Anschaffungskosten und Einbau als außergewöhnliche Belastung (unter Anrechnung der zumutbaren Belastung) von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. Menschen mit Behinderung können alternativ den jährlichen Behinderten-Pauschbetrag geltend machen.

 

Beim “nicht-notwendigen” Einbau eines Treppenlifts können lediglich die Lohnkosten der Handwerker abgesetzt werden. Das Finanzamt akzeptiert hiervon 20 % sowie eine maximale Steuerersparnis von 1.200€ jährlich. Dennoch: Auch der rein prophylaktische Einbau kann sich rechnen.

Barrierefreie Umbauten erhöhen Immobilienwert
Unabhängig davon, ob der Treppenlift-Einbau akut notwendig ist oder nicht: Barrierefreie Umbauten erhöhen den Wert einer Immobilie. Manfred Haus, Geschäftsführer eines  deutschlandweit agierenden Sachverständigenbüros, sagt uns auf Nachfrage: “Sämtliche Investitionen in Barrierefreiheit sind eine Investition in die Zukunft und damit in die Immobilie selbst. Vor allem Eigentümer bzw. Vermieter tun gut daran, sich über entsprechende Renovierungen jedenfalls mal Gedanken zu machen. Zum einen lassen sich dadurch neue Mieter-Zielgruppen erschließen und Leerstand vorbeugen, zum anderen kann man bei einem Verkauf des barrierefreien Ertragsobjektes deutlich höhere Preis erzielen”.

Geld sparen mit Miet-Liften und gebrauchten Modellen
Tipp: Die Fördermittel, Zuschüsse und steuerlichen Vergünstigungen gelten nicht nur für neue Modelle, sondern können auch für Mietlifte oder gebrauchte Treppenlifte genutzt werden.

Matthias Korn, Koordinator beim Treppenlift-Anbieter TS Treppenlifte, erklärt: “Wer nur temporär auf einen Treppenlift angewiesen ist, kann mit einem Miet-Modell bares Geld sparen. Zwar müssen wir hier eine Pauschale für Einbau, Wartung und Ausbau am Ende der Laufzeit erheben, doch die niedrigen monatlichen Raten sind äußerst attraktiv. Bei dauerhaften Mobilitätseinschränkungen empfehlen wir eher ein gebrauchtes Modell. Die Lifte stammen häufig aus Rückkaufoptionen, wurden aufwändig gewartet und sind technisch in einem hervorragenden Zustand”.

Allgemeine Infos zu Treppenliften

  • Die offizielle technische Bezeichnung eines Treppenlifts lautet “Treppenschrägaufzug”.
  • Modelle wie Hub- und weitere Senkrechtlifte werden parallel zur Treppe montiert und sind streng genommen keine Treppenlifte.
  • Der Klassiker unter den Mobilitätshilfen ist der Sitzlift. Für Rollstuhlfahrer sind die jedoch die angesprochenen Hub- und Senkrechtlifte die bessere Wahl.
  • Auch der sog. Plattformlift (wird wie der Sitzlift an einem Führungsschienensystem montiert) besitzt eine samt Rollstuhl befahrbare Plattform.
  • Je nachdem, ob ein Treppenlift an einer kurvigen oder geraden Treppe montiert werden und das Modell für innen oder außen geeignet sein soll, liegen die Neupreise samt Einbau zwischen 4.000 und 15.000 € (und höher).
  • Kostenfallen lassen sich durch Wartungsverträge und Garantieoptionen vermeiden.

 

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