Erbschaftssteuerfalle Lebensversicherung bei unverheirateten Paaren

Erbschaftssteuerfalle Lebensversicherung bei unverheirateten Paaren-Anzeige-

Dem qualifizierten Abschluss einer Lebensversicherung geht zwangsläufig eine detaillierte Bedarfsanalyse voraus. Dies gilt sowohl, wenn der Vertrag eine spätere Rentenergänzung darstellen soll, als auch für den Fall der Hinterbliebenenversorgung. Umfangreiche Analysetools ermöglichen es sowohl dem Außendienst als auch dem Verbraucher im Internet, seinen Bedarf zu ermitteln. Wurde der Absicherungsbedarf identifiziert, geht es nun an das Ausfüllen des Vertrages. Dabei begehen Laien, aber auch viele Vertriebler aus Unwissenheit häufig einen Fehler, der gerade bei unverheirateten Paaren im Leistungsfall die gesamte Finanzplanung auf den Kopf stellt. Die Rede ist von der Erbschaftssteuer.

Die Beteiligten bei einer Lebensversicherung
Bleiben wir bei dem Beispiel des unverheirateten Paares. Der Versicherungsnehmer ist der Bezieher des höheren Einkommens und möchte den Partner abgesichert wissen. Er fungiert in diesem Fall auch als versicherte Person und als Beitragszahler. Möglichst haben beide Partner zusammen noch ein Haus finanziert, die Restschuld, die es abzusichern gilt, beträgt 200.000 Euro. Der Unglücksfall tritt ein, der Versicherungsnehmer verstirbt. Die Lebensgefährtin denkt, dass sie zumindest die Hypothek mit einem Schlag ablösen kann und finanziell keine Sorgen hat. Weit gefehlt, denn: Die Prämie wurde vom unverheirateten Partner bezahlt, was zur Konsequenz hat, dass die Versicherungsleistung mit der Erbschaftssteuer belegt wird. Wie heftig diese ausfällt, zeigt die Erbschaftssteuertabelle. Die unverheiratete Lebensgefährtin fällt in die Steuerklasse III, und muss bei einem Erbe von bis zu 300.000 Euro 30 Prozent, in diesem Fall 60.000 Euro, an das Finanzamt abführen – die gesamte Planung wird hinfällig.

Erbschaftssteuerfalle Lebensversicherung bei unverheirateten PaarenDie Lösung
Die Verteilung der Beteiligten an einer Lebensversicherung, gleich ob Kapital- oder Risikolebensversicherung ist entscheidend. Um die Erbschaftssteuer zu vermeiden, sollte die Lebensgefährtin

  • Antragstellerin
  • Bezugsberechtigte und
  • ganz wichtig, Beitragszahlerin

sein. In diesem Fall wird keine Steuer fällig, da die Prämien aus dem eigenen Vermögen entrichtet wurden. Der Partner wird nur als versicherte Person eingetragen. Die Beiträge müssen dabei von einem Konto beglichen werden, bei dem die Versicherungsnehmerin auch alleinige Kontoinhaberin ist. Das Risiko der Erbschaftssteuer trifft aufgrund der hohen Freibeträge bei Ehepaaren den durchschnittlichen Verbraucher weniger, sollte aber gerade bei Immobilienbesitz ebenfalls mit berücksichtigt werden. Wer aus der Praxis kommt, stellt mit Erschrecken fest, wie wenig diese Thematik im Vertrieb berücksichtigt wird und wie häufig es zu einer nachteiligen Vertragsgestaltung durch den Berater kommt. Wie kritisch es um das Thema Beratungshaftung in diesem Fall bestellt ist, zeigt die Stiftung Warentest in ihrer Onlineausgabe vom 2.8.2012 auf.

Eigeninformation ist oberstes Gebot
Verbraucher sind heute nicht mehr in der Situation, dass sie auf die Aussagen der Berater angewiesen sind. Zum einen bieten die jeweiligen Fachportale, sei es für Versicherungen, für Wertpapiere oder andere Finanzdienstleistungen, entsprechende Informationen, zum anderen sind freie Portale, beispielsweise www.finanzfrage.net oder juristische Fachportale Anlaufstellen, um sich im Vorfeld eines Vertragsabschlusses völlig neutral über alle juristischen Fragen zum jeweiligen Thema informieren zu können. Dieses Vorgehen mag im Vorfeld ein wenig Zeit kosten, erspart aber im Nachhinein einen möglicherweise jahrelang dauernden Rechtsstreit mit dem Versicherer in Bezug auf die Beraterhaftung. Versicherungsnehmern kann nur angeraten sein, ihre Policen auf solche, mögliche Fallstricke zu analysieren.

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