Die Ideenfabrik der Sparkasse – die neue Crowdfunding-Plattform

Die Ideenfabrik der Sparkasse – die neue Crowdfunding-PlattformCrowdfunding liegt im Trend: Immer mehr erfolgreiche Projekte weltweit werden vom Schwarm finanziert. Auch die Sparkasse macht sich diese neue Chance jetzt zunutze. Mit dem Projekt „Ideenfabrik“ wird unter http://ideenfabrik.sparkasse.de/  eine Crowdfunding-Plattform gestartet, die eine neuartige Möglichkeit zur internen Diskussion und Finanzierung von vielversprechenden Projekten bieten soll. Verantwortliche Mitarbeiter unterschiedlicher Institute können in der Ideenfabrik eigene Vorschläge einreichen und andere sehen und eventuell mitfinanzieren. Die Sparkassen versprechen sich davon schnellere und transparentere Entscheidungsprozesse und neue, innovative Ideen. Gleichzeitig stehen auch Diskussionsmöglichkeiten zur Verfügung, die nicht nur die Entscheidungsfindung erleichtern, sondern auch helfen Zeit gegenüber herkömmlichen Meetings einzusparen.

 

In der freien Wirtschaft funktioniert die Idee schon lange

In der freien Wirtschaft wird die Idee des Crowdfundings schon seit geraumer Zeit sehr erfolgreich angewandt. Das neue Finanzierungsmodell wurde in Deutschland zwar erst in den letzten Jahren populär, hat seine Wurzeln aber schon im Jahr 2001. Der amerikanische Künstler Perry Chen wollte damals ein Konzert in New Orleans veranstalten, scheiterte aber daran, den benötigten Geldbetrag zusammen zu bekommen. Chen beschäftigte sich in der Folge intensiv mit den Problemen des Fundraisings und hatte schließlich eine zündende Idee: Mit seinem Unternehmen Kickstarter stellte er im Jahr 2009 erstmals eine Crowdfunding-Plattform zur Verfügung, die in den USA ausgesprochen erfolgreich anlief. Im Mai 2013 gab Kickstarter bekannt, die Finanzierung von bis dahin 100.000 Projekten ermöglicht zu haben.

Die Idee des Crowdfunding ist relativ einfach: Wer ein Projekt plant, das er vom Schwarm finanzieren lassen will, benötigt zunächst eine genaue Beschreibung und nach Möglichkeit einen Businessplan, um mögliche Investoren zu überzeugen. Das Marketing ist dabei zunächst oft recht einfach gehalten, da es in erster Linie darum geht, die eigene Idee verständlich vorzustellen. Auf den meisten Plattformen muss dann zuerst eine gewisse Zahl an Unterstützern gewonnen werden, bevor das eigentliche Crowdfunding beginnen kann. In der Hauptphase wird die Idee möglichen Interessenten auf der Plattform direkt präsentiert und kann auf einfache Weise finanziell unterstützt werden. Der Zielbetrag ist dabei schon im Voraus festgelegt.

 
Crowdfunding hat sich zu einer seriösen Finanzierungsmöglichkeit entwickelt

Was im Jahr 2001 noch skurril angemutet hätte, hat sich längst zu einem ernst zu nehmenden Finanzierungsmodell entwickelt – immer mehr neue Crowdfunding-Plattformen erscheinen auf dem Markt, und die Zahl der über sie geförderten Projekte steigt nach wie vor von Jahr zu Jahr deutlich. Die Erfolgsquote ist dabei erstaunlich hoch: In Deutschland schaffen es einer Studie zufolge etwa 40 Prozent der Projekte, die Finanzierung durch Crowdfunding zu erreichen. Auch die Positionierung am Markt scheint zumeist zu gelingen – spätere Insolvenzen sind aktuell verhältnismäßig selten. Die Schwarmfinanzierung hat sich damit als seriöse Option sowohl für Investoren als auch für Unternehmer etabliert, die ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

Der Erfolg des Modells dürfte nicht unwesentlich damit zusammenhängen, dass Investoren beim Crowdfunding das Gefühl haben, direkt an einem Projekt beteiligt zu sein. Gleichzeitig ist das Risiko für sie nicht sehr groß – im schlimmsten Fall geht der angelegte Betrag verloren, der meist nicht besonders hoch ist. Welche Vorteile sich Investoren genau erhoffen, hängt dabei stark vom Einzelfall ab. Start-ups bieten oft eine spätere Gewinnbeteiligung, die die Investition durchaus aus finanziellen Gesichtspunkten interessant macht. In anderen Fällen ist der Einsatz eher idealistischer Natur: Künstler und Musiker finanzieren sich neue Projekte oft mit Hilfe ihrer Fans, die dann nur mit einem neuen Film, Album oder Comicband belohnt werden.

 
Erfolg mit Solarmodulen und Fahrradmotoren

Wichtig beim erfolgreichen Crowdfunding ist in der Regel vor allem die erste Phase. Entscheidend für eine neue Idee ist eine möglichst weite Verbreitung: Wer den Sprung hinaus aus dem eigenen Bekanntenkreis nicht schafft, wird in der Regel nicht genug Mittel bekommen. Erfolgreiche Projekte beruhen praktisch immer auf einer viralen Verbreitung im Internet, die dann oft binnen kürzester Zeit das nötige Geld einbringt. Das Hamburger Start-Up Protonet schaffte es im Jahr 2012, innerhalb von nur 48 Minuten 200.000 Euro zu sammeln – eine Zahl, die das enorme Potential der Schwarmfinanzierung verdeutlicht.

Glück hatte auch das Berliner Unternehmen Sonnenrepublik, das tragbare Solarmodule herstellt, mit denen Handys aufgeladen werden können. Die beiden Gründer nahmen sich fünf Monate Zeit, um einen ersten Prototypen zu entwickeln, und konnten dann dank Crowdfunding innerhalb von weniger als einer Woche in die Serienproduktion gehen. Ähnlich gut lief es bei FlyKly, einem elektrischen Fahrradmotor, der beim Treten sanfte Unterstützung anbietet. Statt der angestrebten 100.000 Dollar konnte das amerikanische Unternehmen, das hinter der Innovation steckt, ganze 700.000 über Crowdfunding einnehmen und damit gleich mit einer wesentlich größeren Produktpalette an den Start gehen.

 
Die Sparkassen wollen von den Vorteilen des Crowdfundings profitieren

Von genau diesen Prozessen soll nun auch die Ideenfabrik der Sparkassen profitieren. Anders als die Projekte auf den etablierten Crowdfunding-Plattformen richtet sie sich zwar selbstverständlich nicht an die Öffentlichkeit, sondern nur an die verantwortlichen Mitarbeiter der einzelnen Institute. Die Macht des Schwarmes kommt auf diese Weise aber dennoch zur Geltung: Das Crowdfunding erhöht bei innovativen Ideen die Chance, gesehen zu werden und die nötige Unterstützung zu bekommen. Dadurch wird es wesentlich einfacher, auch ungewöhnliche Ideen in einem festen Rahmen vorzustellen und diskutieren zu lassen. Unterstützt wird das Projekt Ideenfabrik von der Digital-Agentur Table of Visions aus Berlin.

 
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