Baufinanzierung: Niedrige Zinsen für schnellere Tilgung nutzen

Noch sind die Leitzinsen weiter im historischen Tief und damit bleiben Kredite nach wie vor billig.

Entsprechend gefragt sind weiterhin Investitionen in Immobilien – ob Wohnungskauf oder Hausbau. Ob für Ende 2014 eine Trendwende in der Niedrigzinspolitik der EZB zu erwarten ist, bleibt ungewiss. In einem Beitrag von n-tv.de werden mehrere Experten zitiert, die davon ausgehen, dass die Zinsen zunächst niedrig bleiben. In jedem Fall wird der Zeitpunkt für eine Baufinanzierung jetzt als besonders günstig erachtet. Damit die spätere Anschlussfinanzierung nicht zur übermächtigen Last wird, empfehlen Experten einen gesunden Finanzierungsmix, lange Darlehenslaufzeiten und hohe Tilgungsraten.

Niedrige Zinsen verleiten zu gewagter Finanzierung
Der anhaltende Immobilienboom in Deutschland lässt hier und da die Preise für Wohneigentum steigen, was jedoch als Normalisierung gewertet wird. Anzeichen für eine Immobilienblase sind derzeit nicht zu beobachten, aber die attraktiven Bauzinsen könnten manchen Eigenheimsparer oder Wohnungskäufer dazu verleiten, seinen finanziellen Spielraum zu überschätzen, warnt die Zeitung Die Welt. Ohne einen angemessenen Anteil von Eigenkapital könne die Anschlussfinanzierung nach dem Auslaufen der Zinsbindung schwierig werden, vor allem wenn vorab zu wenig getilgt wurde und die Zinsen gestiegen sind. Ein Eigenkapitalanteil von mindestens zwanzig Prozent der Bau- oder Kaufsumme gilt als gesunde Grundlage. Einige Banken honorieren einen höheren Eigenkapitalanteil sogar mit noch günstigeren Zinsen. Bausparen ist für viele Verbraucher ein Weg zum Eigenkapital, und die Bausparkassen verzeichnen aktuell trotz niedriger Verzinsung einen deutlichen Zuwachs bei neuen Verträgen. Bei einer Mindestsparzeit von 12 bis 24 Monaten könnte es sich noch lohnen, mit dem Bausparen anzufangen, um das derzeitige Zinstief für einen günstigen Immobilienkredit auszunutzen.

Mit langen Darlehenslaufzeiten Niedrigzinsen sichern
Wer jetzt eine Immobilie mit einem Kredit finanzieren will, sollte eine möglichst lange Laufzeit anstreben. Eine zehnjährige Zinsbindung ist für die meisten Kreditnehmer zu kurz, es sei denn, sie können ihre Kreditschulden innerhalb dieses Zeitraums halbieren. Viele haben nach zehn Jahren jedoch eher eine Restschuld zwischen 70 und 80 Prozent. Fällt das Ende der Zinsbindung dann mit einer Zinserhöhung zusammen, kann die Anschlussfinanzierung in Gefahr geraten. Eine längere Zinsbindung kostet den Kreditnehmer oft nur unwesentlich mehr und lässt ihm fünf bis zehn Jahre Zeit, für die Anschlussfinanzierung einen günstigen Zeitpunkt zu wählen. Wenn man also Angebote in einem Baufinanzierungsrechner vergleicht, sollte man auf jeden Fall die verschiedenen Laufzeitvarianten prüfen.

Für günstige Anschlussfinanzierung so viel wie möglich tilgen
Experten empfehlen außerdem, im derzeitigen Zinsumfeld eine möglichst hohe Tilgungsrate zu wählen – sofern die Lebenshaltungskosten es zulassen. Die Renditen für andere Anlagemöglichkeiten sind ohnehin gerade nicht optimal, also bietet es sich an, sich schnellstmöglich zu entschulden. Bei der Wahl seiner Baufinanzierung sollte man daher auf kostenlose Sondertilgungsrechte achten, empfiehlt auch die Rhein-Neckar-Zeitung. Auch ein Recht auf mehrmaligen Wechsel des Tilgungssatzes oder gar ein Aussetzen sollte möglich sein. So kann man die Kreditrate an die aktuelle Lebenssituation anpassen – zum Beispiel bei Arbeitslosigkeit oder nach Geburt eines Kindes.

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