Wohngebäudeversicherung als Schutz vor dem Ruin

Risikoanalyse

[!–T–]

Um den tatsächlichen Bedarf zu klären, sollte jeder Hauseigentümer die einzelnen Gefahren prüfen. Um die Wahrscheinlichkeit eines Schadens zu klären, empfehlt sich eine gründliche Risikoanalyse. Befindet sich das Haus in einem Gebiet, das häufig von Stürmen betroffen ist? Stehen große Bäume in unmittelbarer Nähe? Dann ist eine Sturmversicherung wirklich sinnvoll.

Wie sieht es mit den Wasserleitungen aus? Sind sie alt und marode oder gerade erst gegen neue ausgetauscht worden? Gibt es in der Region oft lang anhaltende Frostperioden und sehr kalkhaltiges Wasser? Dann besteht die Gefahr eines Leitungswasserschadens, und man sollte sich dagegen versichern. Bei der Feuerversicherung kann die Risikoprüfung entfallen, sie ist auf jeden Fall notwendig. Ein Feuer kann sich schnell ausbreiten und großen Schaden anrichten.

Auch wenn es nicht gleich zum Totalschaden kommt, auch ein brennender Dachstuhl kann sehr teuer werden. Und die Lösch- und Aufräumarbeiten ziehen weitere Kosten nach sich. Oft geht dabei noch mehr kaputt als beim eigentlichen Brand – zum Beispiel die Außenanlagen: „Bei einem Brand entstehen dort vielleicht keine Schäden, aber bei den Aufräum- und Neubauarbeiten wird dann der ganze Garten zerstört. Da ist es gut, wenn die Außenanlagen mitversichert sind“, so Weidenbach.

Sie sollten nicht nur überlegen, welche Teile des Grundstücks Sie versichern wollen, sondern auch, welche Zusatzleistungen nötig sind. Hierzu haben die Versicherungen in der Regel mehrere Tarife im Angebot, die den Kunden unterschiedliche Leistungen bieten. In den meisten Fällen gibt es drei Varianten, die sich auch im Preis unterscheiden: den Basis-, Mittel- und Komforttarif, die bei jeder Versicherung anders heißen.

So können beispielsweise in der Basisvariante Aufräumarbeiten nicht mitversichert sein, im mittleren Tarif sind sie dann bis zu fünf Prozent der Versicherungssumme gedeckt und im Komfort-Vertrag gilt eine vollständige Deckung. Was im Basistarif meist nicht möglich ist, lässt sich vielleicht erst über den Komfort- oder Mitteltarif absichern, wie Schäden aus Verpuffung, Dekontamination von Erdreich oder auch „Folgeschäden durch Verstopfung und Wurzeleinwachsungen in außerhalb des Gebäudes verlegten Abwasserrohren“ – ganz, wie man es braucht.

Das Angebot ist groß und will gut studiert sein. „Man sollte die Tarifbeschreibungen von verschiedenen Versicherungen anfordern und dann miteinander vergleichen“, rät Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW.

Auch wenn das eigene Heim noch gar nicht bezogen ist, macht eine Wohngebäudeversicherung Sinn. So können Bauherren ihren Rohbau zumindest gegen Feuer versichern. Andere Gefahren decken die Assekuranzen in der Regel nicht ab. Die Feuerrohbauversicherung läuft meist sechs bis zwölf Monate beitragsfrei, wenn auch das fertig gestellte Gebäude anschließend weiter versichert wird. Nach dem Bezug geht die Rohbauversicherung dann in eine normale Wohngebäudeversicherung über. Häufig profitieren Häuslebauer vom Neubaurabatt, da neue Häuser als weniger schadensanfällig gelten.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
* Pflichtfelder