Cabrios und Oldtimer schnuppern Frühlingsluft

Mit den steigenden Frühlingstemperaturen bringen immer mehr Oldtimer- und Cabrio-Besitzer ihre „Schätzchen“ auf die Straße. Auch die Cabrios mit April-Saisonkennzeichen dürfen ab kommenden Freitag wieder rollen. Insgesamt sind in Deutschland momentan knapp 1,5 Millionen Cabrios und über 315.000 Oldtimer zugelassen. Dazu kommen rund eine Million sogenannte Youngtimer, die mehr als 20 aber noch keine 30 Jahre alt sind. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) empfiehlt, die erste Ausfahrt gut vorzubereiten. Nach dem Winterschlaf sollte die Fahrzeugtechnik geprüft und den Autos eine Frühjahrs-Pflege-Kur gegönnt werden.

Empfindliche Stoffverdecke sollten wenn möglich manuell gereinigt werden. Zwar sind die meisten Cabrios inzwischen durchaus Waschanlagen tauglich, die Wäsche per Hand ist jedoch materialschonender. Falls das Fahrzeug im Winter bewegt wurde, sollten nun mit einer weichen Bürste die Streusalzränder entfernt werden. Auch von innen sollte der Cabrio-Himmel gereinigt werden – beispielsweise mit Polsterschaum. Sind Kratzer in der Kunststoffheckscheibe, sollte diese gründlich poliert werden. Ist die Sicht stark eingeschränkt, rät der AvD, die Scheibe auszutauschen. Wer Zweifel hegt, ob sein Wagen noch dicht ist, sollte zudem über eine Neuimprägnierung des Verdecks nachdenken. Handlungsbedarf besteht, wenn einzelne Wassertropfen von der Verdeckhaut nicht mehr sauber abperlen, sondern unmittelbar einsickern.

Zum Saisonstart sollte auch der Schließmechanismus geprüft werden. Schuld an verdächtigen Geräuschen beim Öffnen sind in aller Regel verbogene Gestänge, schwergängige Gelenke oder nachlassende Elektro-Motoren. Um weitere Beschädigungen zu vermeiden, gilt es in solchen Fällen unbedingt, den Öffnungsvorgang zu unterbrechen und einen Fachmann zu Hilfe zu rufen. In einem ersten Schritt kann Silikonspray oder Fett helfen, die Gelenke wieder gangbar zu machen.

Oldtimer-Besitzern rät der AvD, die Fahrzeugtechnik intensiv zu prüfen – damit die Saison möglichst ohne Komplikationen und Pannen verläuft. Wichtig ist beispielsweise, alle Betriebsflüssigkeiten zu kontrollieren. Wurde der Klassiker länger als sechs Monate nicht bewegt, sollte ein Ölwechsel durchgeführt werden. Denn Öle altern auch ohne mechanische oder thermische Belastung, die Korrosionsschutzadditive lassen nach. Zudem sollte aus Sicherheitsgründen immer die Bremsanlage besonders genau unter die Lupe genommen werden. Eventuell muss auch die Bremsflüssigkeit ausgetauscht werden – je nach gemessenem Wassergehalt. Je weiter der Wassergehalt steigt und sich der Siedepunkt der Bremsflüssigkeit dementsprechend nach unten verlagert, desto schlechter ist die Qualität der Flüssigkeit. Das bedeutet, desto schlechter kann der vom Pedal ausgehende Bremsdruck an den Radbremszylinder übertragen werden.

Der AvD weist zudem darauf hin, dass sich in die Oldtimer-Garage ungebetene Gäste wie Marder eingeschlichen haben könnten. Gummiteile, Kabel und Leitungen – insbesondere im Motorraum – sollten deshalb gründlich untersucht und bissgeschädigte Teile ausgetauscht werden. Auch der Kabelbaum sollte einer Sichtprüfung unterzogen werden. Mängel könnten Kurzschlüsse auslösen und die Fahrer in gefährliche Situationen bringen. Vor dem ersten Anlassen hilft zudem, Zündkerzen und Stecker zu reinigen. Sind die Kerzen einmal ausgebaut, lässt sich der Motor mit Hilfe des Anlassers leicht durchdrehen und über die mitarbeitende Ölpumpe kann Schmierstoff in den Kreislauf und an die zu schmierenden Lagerstellen gebracht werden. So wird beim Starten des Motors der notwendige Öldruck – vor allem nach langer Standzeit – schneller aufgebaut. Sollte der Motor nicht gleich anspringen, kann Kontaktspray unterstützen und dafür sorgen, dass der Funke wieder überspringt.

Pressemitteilung des AvD

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