Verbraucherzentrale: Reform der Finanzaufsicht muss Priorität haben

Nicht akzeptabel wäre aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), die geplante Reform der Finanzaufsicht auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Über entsprechende Pläne von Bundesfinanzminister Schäuble hatten heute verschiedene Medien berichtet. „Eine Verschiebung wäre grundfalsch und käme die Verbraucher teuer zu stehen“, kritisiert Vorstand Gerd Billen.

Durch schlechte Finanzprodukte und fehlerhafte Beratung entstehen Verbrauchern finanzielle Schäden von mindestens 20 Milliarden Euro pro Jahr.

Um diesem Problem wirksam zu begegnen, fordert der vzbv den Verbraucherschutz effektiv in der Finanzaufsicht zu verankern. Dem stimmen einer Umfrage zufolge 78 Prozent der Bundesbürger zu.

Würde die Bundesregierung die Reform verschieben, vertue sie aus Sicht des vzbv die Chance, mit eigenständigen Maßnahmen den Finanzmarkt stabiler und effizienter zu gestalten. Im Gegensatz zu Finanztransaktionssteuer kann sie bei der Aufsicht alleine entscheiden. „Ohne eine verbraucherorientierte Reform der Finanzaufsicht bleiben viele Einzelmaßnahmen ohne Durchschlagskraft“, so Billen. Die angestrebten Verbesserungen im Bereich Anlegerschutz reichten alleine nicht aus.

Das meint auch die Mehrheit der Bundesbürger: Rund drei Viertel (77 Prozent) sind der Meinung die Regierung habe seit Beginn der Finanzkrise „eher wenig“ oder „sehr wenig“ getan, um die Sicherheit für Verbraucher im Finanzmarkt zu verbessern. Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap hatte für den Verbraucherzentrale Bundesverband am 10. und 11. eine repräsentative Umfrage durchgeführt. Die vollständigen Ergebnisse stehen hier zum Download bereit.

Pressemitteilung der VZBV

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