Commerzbank im ersten Quartal mit operativem Ergebnis von 771 Mio Euro

Die Commerzbank ist im ersten Quartal mit einem operativen Ergebnis von 771 Millionen Euro erfolgreich in
das Geschäftsjahr 2010 gestartet (Q1 2009: minus 595 Millionen Euro). Vor dem Hintergrund des positiven
Kundengeschäfts, der reduzierten Risikovorsorge und der guten Marktentwicklung konnten die Bruttoerträge
gegenüber dem Vorjahresquartal um 56% auf rund 3,6 Milliarden Euro gesteigert werden. Der
Konzernüberschuss (nach Anteilen Dritter) lag bei 708 Millionen Euro (Q1 2009: minus 864 Millionen Euro).
Die Kernbank mit den Segmenten Privatkunden, Mittelstandsbank, Central & Eastern Europe (CEE) und
Corporates & Markets (C&M) war operativ profitabel. Auch Asset Based Finance (ABF) und die Portfolio
Restructuring Unit (PRU) schlossen die Monate Januar bis März mit einem verbesserten Ergebnis
beziehungsweise einem operativen Gewinn ab. ?Wir sind noch nicht am Ziel, aber das gute Ergebnis zeigt: Mit
der ?Roadmap 2012? sind wir auf dem richtigen Weg. Wir haben unsere operative Performance deutlich
verbessert. Damit haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur vollen Profitabilität
erreicht?, sagte Martin Blessing, Vorsitzender des Vorstands der Commerzbank. ?Die Kernbank wird wie
geplant 2010 operativ positiv abschließen. Spätestens 2011 werden wir im Konzern wieder Gewinn
erwirtschaften. 2012 werden wir mit einem operativen Ergebnis von mehr als vier Milliarden Euro voll profitabel
sein.?

Trotz des Verkaufs von Tochtergesellschaften und der weiteren Reduzierung der Aktiva wurde der
Zinsüberschuss gegenüber Q1 2009 um 12% auf knapp 1,9 Milliarden Euro verbessert. Der
Provisionsüberschuss stieg um 16% auf 983 Millionen Euro. Wesentlicher Grund dafür waren zunehmende
Wertpapieraktivitäten der Commerzbank-Kunden, von denen auch das Handelsergebnis (850 Millionen Euro,
Q1 2009: minus 527 Millionen Euro) profitierte. Insbesondere Wertberichtigungen auf strukturierte Produkte
(ABS Portfolio) führten dazu, dass das Ergebnis aus Finanzanlagen auf minus 119 Millionen Euro zurückging
(Q1 2009: 386 Millionen Euro). Mit 644 Millionen Euro hat sich die Risikovorsorge gegenüber Q1 2009 um
24% und gegenüber Q4 2009 um 51% reduziert. In dem Rückgang zeigt sich auch die verbesserte
wirtschaftliche Situation vieler Commerzbank-Kunden. Obwohl im ersten Quartal für die Dresdner Bank-
Für Wirtschaftsredaktionen
Integration Aufwendungen von 120 Millionen Euro anfielen, konnte der Verwaltungsaufwand auf rund
2,2 Milliarden Euro reduziert werden (minus 8% im Vergleich zu Q4 2009). Bereinigt sind die Kosten auch
gegenüber Q1 2009 gefallen (minus 5%). Auch das bestätigt die erwarteten Synergien. Die Zahl der Kunden
liegt stabil bei 15 Millionen, davon etwa 11 Millionen im Segment Privatkunden und rund 3,9 Millionen im
Segment CEE (Q4 2009: 3,7 Millionen).
?Insgesamt ist das erste Quartal 2010 besser gelaufen als ursprünglich angenommen. In allen Bereichen
konnten wir eine deutliche operative Verbesserung erzielen. Hier zeigen sich die Erfolge bei der Umsetzung
der ?Roadmap 2012?, die durch die Markterholung unterstützt wurden. Dazu kommen die immer stärker
werdenden positiven Effekte der Dresdner Bank-Integration?, sagte Eric Strutz, Finanzvorstand der
Commerzbank. Ihre Bilanzsumme hat die Bank zum Ende des ersten Quartals auf 846 Milliarden Euro
abgebaut (minus 16% gegenüber Q1 2009). Die risikogewichteten Aktiva lagen bei 279 Milliarden Euro. Per
Ende März 2010 erreichte die Kernkapitalquote (Tier 1) mit 10,8% unverändert ein hohes Niveau.
Einschließlich des Gewinns des ersten Quartals beläuft sie sich auf 11,0%.
Kundengeschäft erfolgreich, Risikovorsorge reduziert
Auf Grund des Verkaufs von Tochtergesellschaften sind im Segment Privatkunden die Zahlen für 2010 nicht
direkt mit den Vorjahreszahlen vergleichbar. In Q1 2010 wurde ein operatives Ergebnis von 28 Millionen Euro
erzielt (Q1 2009: 42 Millionen Euro). Dem Rückgang des Zinsüberschusses um 56 Millionen Euro auf 497
Millionen Euro steht ein Anstieg des Provisionsüberschusses gegenüber (plus 35 Millionen Euro auf
545 Millionen Euro). Die Mittelstandsbank erwirtschaftete ein operatives Ergebnis von 302 Millionen Euro
(Q1 2009: 320 Millionen Euro). Der Zinsüberschuss ging gegenüber Q1 2009 um 6% zurück, da sich ? wie im
Segment Privatkunden ? das Einlagenvolumen und die Einlagenmarge auf Grund des allgemein niedrigen
Zinsniveaus reduzierten. Dem steht auch in der Mittelstandsbank ein gestiegener Provisionsüberschuss
gegenüber (plus 8% auf 257 Millionen Euro). Trotz der Belastungen aus der ukrainischen Bank Forum
erreichte CEE ein positives operatives Ergebnis (6 Millionen Euro, Q1 2009: minus 62 Millionen Euro).
Die Risikovorsorge ist insbesondere im Vergleich zu Q4 2009 deutlich gesunken: Im Privatkundensegment lag
sie bei 66 Millionen Euro (Q4 2009: 72 Millionen Euro). In der Mittelstandsbank und in CEE reduzierte sie sich
gegenüber dem Vorquartal von 298 Millionen Euro auf 161 Millionen Euro beziehungsweise von 296 Millionen
Euro auf 94 Millionen Euro. Der Verwaltungsaufwand des Segments Privatkunden nahm gegenüber Q1 2009
deutlich um 57 Millionen Euro auf 913 Millionen Euro ab. In der Mittelstandsbank erhöhte er sich in diesem
Zeitraum insbesondere auf Grund von integrationsbedingten Einmalaufwendungen um 8% auf 357 Millionen
Euro. In CEE stieg der Verwaltungsaufwand gegenüber Q1 2009 zwar um 11% auf 126 Millionen Euro,
bereinigt um Währungseffekte blieb er aber stabil.
Kapitalmarktgeschäft profitiert von strategischer Neuausrichtung und Erholung des Umfelds
Corporates & Markets erzielte im traditionell starken ersten Quartal ein operatives Ergebnis von 339 Millionen
Euro (Q1 2009: 43 Millionen Euro). Insbesondere das Kundengeschäft in den Bereichen Fixed Income &
Currencies sowie Equity Markets & Commodities trug dazu bei, dass das Handelsergebnis auf 449 Millionen
Euro gesteigert werden konnte (Q4 2009: minus 124 Millionen Euro). Der Bereich Corporate Finance
verzeichnete ebenfalls einen sehr guten Start ins neue Jahr. Die Risikovorsorge lag in Q1 2009 noch bei minus
254 Millionen Euro. In Q1 2010 betrug sie plus 19 Millionen Euro. Damit ergab sich hier eine Nettoauflösung
von Risikovorsorge. Der Verwaltungsaufwand reduzierte sich dank der Realisierung von Kostensynergien von
500 Millionen Euro auf 411 Millionen Euro.
Im Segment ABF stieg der Zinsüberschuss verglichen mit Q1 2009 auf Grund verbesserter Margen deutlich
um 15% auf 296 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss lag bei 88 Millionen Euro, nach 63 Millionen Euro
im Vorjahreszeitraum. Insbesondere Belastungen aus US-amerikanischen Gewerbeimmobilien und die nach
wie vor hohe ? aber von 651 Millionen Euro in Q4 2009 auf 325 Millionen Euro in Q1 2010 deutlich gesunkene
? Risikovorsorge führten zu einem operativen Ergebnis von minus 86 Millionen Euro (Q4 2009: minus 652
Millionen Euro). Der Verwaltungsaufwand sank im Vergleich zu Q1 2009 um 16 Millionen Euro auf 152
Millionen Euro.
In der PRU wurden die Erholung der Märkte und die zurückkehrende Liquidität dazu genutzt, Bestände
wertmaximierend abzubauen. Für das erste Quartal weist das Segment ein stark verbessertes operatives
Ergebnis aus (162 Millionen Euro, Q1 2009: minus 1,4 Milliarden Euro). Insgesamt verwaltete die PRU per
Ende März Portfolios mit einer Netto-Bilanzsumme von 16,9 Milliarden Euro (minus 15% gegenüber Q4 2009).
Ausblick: ?Basis für operative Trendwende weiter gefestigt?
?Wir haben die Basis für die operative Trendwende weiter gefestigt und werden uns auch künftig auf die
Verbesserung der operativen Performance konzentrieren. Die Risikovorsorge ist deutlich gesunken, bei der
Entwicklung der Kosten liegen wir im Plan. Auch der Integrationsprozess geht wie vorgesehen voran. Ab Mitte
Juni werden wir die Filialen auf die neue Marke umstellen. Dann wird die neue Bank für unsere Kunden
erlebbar?, sagte Strutz. ?Die Kostensynergien werden im laufenden Jahr bei gut 1,1 Milliarden Euro und damit
leicht über Plan liegen. Aber das Umfeld ist weiter fragil, und Rückschläge sind nicht auszuschließen. Man
kann ein gutes erstes Quartal nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen. Deshalb bleibt es bei unserer Aussage:
Im Gesamtjahr 2010 werden wir im Konzern nur dann schwarze Zahlen sehen, wenn Konjunktur und
Finanzmärkte mitspielen.?
Auszug aus der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung
in Mio ? Q1 2010 Q1 2009 Veränderung
Zinsüberschuss 1.888 1.692 12%
Risikovorsorge – 644 – 844 24%
Provisionsüberschuss 983 850 16%
Handelsergebnis 850 – 527 –
Ergebnis aus Finanzanlagen – 119 386 –
Sonstiges betriebliches Ergebnis 22 – 71 –
Verwaltungsaufwand 2.209 2.081 6%
Operatives Ergebnis 771 – 595 –
Wertminderungen (Goodwill) – –
Restrukturierungsaufwand – 289 –
Steuern 55 7 –
Commerzbank-Aktionären
zurechenbarer Konzernüberschuss 708 – 864 –
Operative Aufwandsquote in % 61,0 89,3 32%

(Pressemitteilung Commerzbank)

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