Bund der Steuerzahler: Gewerbesteuer für die Freien Berufe?

Aus Sicht des Bundes der Steuerzahler wäre es ein veritabler Schildbürgerstreich, die Gewerbesteuer auf die Freien Berufe auszudehnen. „Weitere Personengruppen oder Unternehmen in eine Steuer einzubeziehen, die gravierende Mängel und Nachteile aufweist, ist Ausdruck von Hilflosigkeit ersten Ranges“, sagte Dr. Karl Heinz Däke, Präsident des Bundes der Steuerzahler, heute in Berlin. „Erforderlich ist nicht die Ausdehnung, sondern der Abbau dieser Steuer,“ so Däke weiter.

Insbesondere verstoße die Gewerbesteuer gegen die Steuergerechtigkeit im Sinne einer Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit und gegen das Prinzip der Steuervereinfachung und weise zudem schwerwiegende konjunktur- und kommunalpolitische Mängel und Nachteile auf.
Der Bund der Steuerzahler erinnert an eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 15.1.2008, wonach es verfassungsrechtlich nicht erforderlich ist, die Freiberufler in die Gewerbesteuer einzubeziehen.
Aktueller Hintergrund ist die erneute Forderung der Städte und Gemeinden, die Gewerbesteuer auf die Freien Berufe auszudehnen, da sie die von den Städten finanzierten kommunalen Infrastrukturmaßnahmen genauso nutzten wie die Gewerbebetriebe. Dem hatte das Bundesverfassungsgericht widersprochen.
Damit die Gewerbesteuer ohne Verletzung der kommunalen Finanzautonomie abgebaut werden kann, schlägt der Bund der Steuerzahler in einer aktuellen Studie vor, die Gemeinden mit verfassungsrechtlich abgesicherten Beteiligungen an der Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer auszustatten. Zudem sollten die Gemeindeanteile von Einkommen- und Körperschaftsteuer mit begrenzten Hebesatzrechten versehen werden.
Bund der Steuerzahler Deutschland e.V. Rückfragen an Sven Ehling – Tel.: 030/25 93 96 0
(Pressemitteilung Bund der Steuerzahler)

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