Bankenverband befürchtet negative Folgen einer Leverage Ratio

„Die Einführung einer Leverage Ratio wird nicht dazu beitragen, das Finanzsystem zu stabilisieren – im Gegenteil“, warnte heute in Frankfurt Dirk Jäger, der für Bankenaufsicht und Bilanzierung zuständige Geschäftsführer des Bankenverbandes. Zwar befürwortet der Bankenverband eine höhere, risikogerechte Eigenkapitalunterlegung, dieses Ziel werde aber nicht mit einer Leverage Ratio erreicht. Diese berücksichtige nicht den Risikogehalt von Finanzgeschäften und führe somit zu falschen Anreizen, erläuterte Jäger weiter. Seine Aussagen begründete er mit den Ergebnissen einer Studie der WHU Otto Beisheim School of Management, die heute vorgestellt wurde.
Demnach würden von der Leverage Ratio vor allem deutsche Universalbanken benachteiligt, obwohl sie deutlich geringeren Risiken unterlägen als zum Beispiel angelsächsische Investmentbanken. Zudem sei zu erwarten, dass mit Einführung der Leverage Ratio die Banken ihr Kreditangebot zurückfahren müssten und sich die wirtschaftliche Erholung damit verlangsame, so die Autoren der Studie, Prof. Dr. Michael Frenkel und Prof. Dr. Markus Rudolf.
„Generell muss den Banken hinreichend Zeit gegeben werden, sich an die neuen Kapitalvorgaben des Baseler Ausschusses anzupassen, um mögliche negative Folgen abzumildern“, sagte Jäger. In dieser Zeit könne das notwendige Eigenkapital gebildet und so auch die unerwünschten volkswirtschaftlichen Kosten, wenn nicht vermieden, so doch reduziert werden. (Pressemitteilung Bankenverband)

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