Von Nullprozentfinanzierung und geschenkter Mehrwertsteuer

nullprozentBeim Einkauf in großen Shoppingmärkten sind die verlockenden Angebote allgegenwärtig: „Kaufen Sie jetzt und zahlen später!“, „Die Mehrwertsteuer ist geschenkt“ oder „Null-Prozent-Finanzierung für Ihren Einkauf“. Ob die Kredit-Null wirklich immer steht und worauf Sie beim „besonders billigen“ Einkauf achten müssen, verraten wir Ihnen in unserem aktuellen Ratgeber.

Wie sind die Versprechen der Händler und was steckt dahinter

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„Mehrwertsteuer geschenkt“

(tel) Viele Händler nutzen die Mehrwertsteuer als Werbemittel. Kunden werden mit dem Werbeversprechen in die Läden, gelockt, dass ihnen die Mehrwertsteuer geschenkt wird. Nun ist es aber so, dass die Unternehmen trotzdem die Mehrwertsteuer auf ihre Umsätze an den Fiskus abführen müssen. Sie können diese also nicht einfach verschenken. Vielmehr wird dem Kunden ein Rabatt gewährt, der dem Mehrwertsteuersatz entspricht.

In der Vergangenheit kam es trotz der Rabatte immer wieder zu Unmut bei den Käufern und Verbraucherzentralen. Einige Einzelhändler hatten kurz vor der Werbeaktion die Preise für einige Produkte höher gesetzt und den Rabatt auf diese angesetzt. Die Ersparnis für den Kunden war gleich null.

Die Nullprozentfinanzierung
Ratenzahlung mit einer Nullprozentfinanzierung gibt es in fast allen Branchen. Autohäuser, Möbelketten oder Elektromärkte versuchen so, ihre Kunden zu einem Kauf zu überreden, den sie ohne Finanzierung vielleicht nicht getätigt hätten. Auch auf einen Preisvergleich der gewünschten Anschaffung wird beim „Kauf auf Pump mit 0% Kreditkosten“ gerne verzichtet.

So verlockend sich das Angebot auch anhört, hat es doch seine Tücken. Der Kreditvertrag kommt nicht mit dem Händler sondern dessen Partnerbank zustande. In der Regel gibt es eine feste Laufzeit – meist 12 oder 24 Monate – und eine Mindestkreditsumme.

Wie so oft steckt der Teufel im Detail: Oftmals wird vor Abschluss des Vertrages eine Bonitätsprüfung durchgeführt, die Null Prozent gibt es nur wenn der Kunde diese positiv besteht. Anderenfalls droht ein Zinsaufschlag oder der Kreditvertrag wird gar nicht erst abgeschlossen. Im Kleingedruckten verstecken sich auch gerne einmalige Gebühren, z.B. für die Kontoführung oder den Service, die den effektiven Zins auf weit über Null Prozent steigen lassen.

In einigen Kreditverträgen werden laut Verbraucherschützern auch Kostenfallen in Form von unnötigen Versicherungen versteckt. So ist auf dem Kreditvertrag eine Restschuld-Versicherung bereist vorausgewählt. Oftmals wäre ein Privatkredit dann die bessere Alternative.

Aber auch wenn das Kleingedruckte ohne Makel ist, lauern Gefahren. Hat man sich durch das Angebot zu einem ungeplanten Kauf überreden lassen, sollte man nicht vergessen, die Kreditbelastung in das Monatsbudget der Laufzeit einfließen zu lassen. Gerade wer mehrere Finanzierungen laufen hat, kann schnell den Überblick verlieren. Kann man den Kredit nicht bedienen, kann die Bank diesen kündigen. Die gesamte Summe wäre dann sofort fällig.

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