Börse Stuttgart über Theorie und Praxis der Finanzmarktrichtlinie MiFID

3. MiFID-Kongress an der Börse Stuttgart/ Namhafte MiFID-Experten aus den Bereichen Aufsicht, Banken, Beratung und Wissenschaft An der Börse Stuttgart haben am Donnerstag, 5. November 2009, über 60 Vertreter aus den verschiedensten Instituten und Organisationen wie Aufsicht, Banken, Beratung und Wissenschaft am 3. Stuttgarter MiFID-Kongress teilgenommen. Seit dem 1. November 2007 ist die EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente – kurz MiFID – ins deutsche Recht umgesetzt. Wie seitdem Banken, Börsen und Behörden die Finanzmarktrichtlinie in der Praxis in Deutschland und Europa umsetzen, darüber referierten namhafte MiFID-Experten. Hierzu zählten Dr. Günter Birnbaum (Abteilungspräsident Bereich Wertpapieraufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht), Michael Fridrich (Abteilung Securities Markets der Europäischen Kommission) sowie Professor Dr. Peter Gomber (Leiter der Professur für Betriebswirtschaftslehre der Universität Frankfurt) und Michael Kieß (Senior Project Manager und MiFID-Experte der Börse Stuttgart). Ziele der MiFID sind die Harmonisierung der europäischen Finanzmärkte, die Stärkung des Wettbewerbs sowie die weitere Verbesserung von Transparenz und Anlegerschutz im Wertpapierhandel. Im Rahmen seines Vortrages „Best Execution Policies deutscher Wertpapierfirmen“ betonte Dr. Günter Birnbaum, dass die Umsetzung der MiFiD eine starke Compliance im Unternehmen verlange, was sich vor allem in der Finanzkrise gezeigt habe. Das betrifft beispielsweise die Produktkontrolle oder die Überwachung des Vertriebs in Form von Beratungsprotokollen“, führte Dr. Birnbaum aus. Michael Fridrich erläuterte in seinem Vortrag „Umsetzung der MiFID in Deutschland – Fragen und Antworten“, dass die MiFID in den Mitgliedstaaten im Allgemeinen gut umgesetzt sei. „Die MiFID hatte in den ersten beiden Jahren seit Inkrafttreten positive Auswirkungen auf die Europäischen Wertpapiermärkte. Neue paneuropäische Handelsplätze sind entstanden und ihr Wettbewerb führte zu geringeren Handelsgebühren, mehr Innovation und besserem Service“, so Fridrich. Für Professor Dr. Peter Gomber hingegen ist die MiFID auch in den zwei Jahren ihrer Anwendung nicht beim Privatanleger angekommen. „Ein klares Zeichen hierfür sind die noch immer wenig aussagekräftigen Best Execution Grundsätze“, so Professor Gomber in seiner Präsentation „Best Execution Policies deutscher Wertpapierfirmen“. Die Börse Stuttgart hat mit dem 3. MiFID-Kongress im Sinne von Kunden und Anlegern einen weiteren Beitrag zur Erhöhung der Transparenz bei Wertpapiergeschäften geleistet. „Aus Sicht der Börsen wäre es wünschenswert, dass künftig vor allem in der nationalen Gesetzgebung ein Gleichgewicht bezüglich der bislang strenger regulierten öffentlich-rechtlichen Börsen gegenüber außerbörslichen Plattformen hergestellt wird“, so Dr. Rolf Deml, Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse.
(Pressemitteilung Börse Stuttgart)

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