ADAC fordert Gefahrenbeseitigung auf Motorradstrecken

Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall getötet zu werden, ist für Motorradfahrer 14-mal höher als für Autofahrer. Zur tödlichen Falle werden für Biker häufig die Landstraßen – zwei Drittel der getöteten Motorradfahrer verunglücken dort. Tückisch sind nicht selten die kurvenreichen und in der Szene besonders beliebten Motorradstrecken.
Nach Ansicht des ADAC müssen das Sicherheitsniveau dieser Strecken überprüft und Gefahrenstellen beseitigt werden. „Motorradfahrer haben weder Knautschzonen noch Sicherheitsgurte oder Airbags. Deshalb sind sie viel empfindlicher gegenüber Störeinflüssen wie etwa schlechtem Fahrbahnzustand oder unvorhergesehenen Verkehrssituationen“, so ADAC-Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker am Donnerstag in Nürnberg anlässlich des Starts zu einer Motorradsicherheitstour durch die Fränkische Schweiz. Während der zweitägigen Tour werden Verkehrsexperten des ADAC gemeinsam mit Verantwortlichen aus Politik, Baubehörden und Verbänden an praktischen Beispielen demonstrieren, welche Maßnahmen zur Verbesserung der Motorradsicherheit notwendig sind. „Nicht nur die Straße selbst, auch ihr Umfeld muss so gestaltet sein, dass die Folgen eines Unfalls für Motorradfahrer reduziert werden“, so Becker weiter.
Eine der wichtigsten Aufgaben sieht der ADAC in der sicheren Gestaltung von Kurven. So sollte unter den Schutzplanken ein sogenannter Unterfahrschutz angebracht werden. Ulrich Klaus Becker: „Diese Maßnahmen sind in der Praxis erprobt. Mit vergleichsweise geringem finanziellen Aufwand kann nachweislich Leben gerettet werden.“ Laut Club liegen die Kosten einer Nachrüstung der Schutzplanken bei ca. 25 Euro pro Meter. Einen deutlichen Sicherheitsgewinn bieten auch die Sicherung von Hindernissen neben der Fahrbahn mit Schutzplanken sowie die Einrichtung von Linksabbiegespuren an kritischen Zufahrten. Auch relativ einfache bauliche Eingriffe wie die Markierung der Fahrbahn mit Doppellinien oder die Anlage einer Rüttelstrecke ksoten nicht viel Geld. „Vieles könnte schnell und wirksam zur Verbesserung der Sicherheit getan werden. Im Vergleich zum großen menschlichen Leid, den ein Unfall mit sich bringt, sind diese Ausgaben geradezu vernachlässigbar,“ so der ADAC-Vizepräsident. (Pressemitteilung des ADAC)

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