Apothekerverbände warnen vor sorgloser Selbstmedikation

Bei etwa jeder 5. Selbstmedikation (18 Prozent) treten arzneimittelbezogene Probleme auf, zeigt eine bundesweite Untersuchung der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände mit 11.000 Apothekenkunden in mehr als 100 Apotheken. Die meisten Probleme wurden dabei bei Schmerzmitteln erkannt. „Schmerzmittel werden häufig unkritisch angewendet, teilweise mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit. Der Apotheker kann im persönlichen Gespräch erkennen, ob eine Selbstmedikation überhaupt möglich ist und welches rezeptfreie Medikament das individuell beste ist“, so Prof. Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). „Patienten sollten deshalb bei jeder Selbstmedikation in der Apotheke gezielt nachfragen.“
Die wohnortnahen Apotheken lösen im persönlichen Gespräch pro Tag, ganz oder teilweise, 300.000 arzneimittelbezogene Probleme alleine in der Selbstmedikation, so eine Hochrechnung der ABDA. Die häufigsten Probleme sind: Aufgrund der Symptome ist eine Selbstmedikation nicht geeignet (30 Prozent aller arzneimittelbezogenen Probleme), das vom Patienten gewünschte Präparat passt im Einzelfall nicht (21 Prozent) oder die Medikamente werden zu lange angewendet (17 Prozent). So sollten zum Beispiel Kopfschmerzmittel grundsätzlich nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als an zehn Tagen pro Monat eingenommen werden. Weitere häufige Probleme in der Selbstmedikation sind falsche Dosierungen, die falsche Anwendung des Medikaments oder dass Gegenanzeigen nicht beachtet werden. Diese Arzneimittelprobleme treten bei Medikamenten aller Anwendungsgebiete auf; Spitzenreiter mit den meisten Problemen sind die Schmerzmittel. Es folgen Medikamente für die Atemwege, etwa für Erkältungskrankheiten, für den Magen-Darm-Trakt und für die Haut. (Pressemitteilung der ABDA)

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