BayernLB präsentiert gutes Halbjahresergebnis

Die BayernLB hat im ersten Halbjahr 2009 trotz der globalen Wirtschaftskrise wieder einen Gewinn erzielt. Operativ steigerte der Konzern das Ergebnis in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf 597 Mio. Euro (Vorjahr: -595 Mio. Euro). Die operativen Erträge beliefen sich auf 2.077 Mio. Euro und übertrafen das Vorjahr um 447 Mio. Euro. Zu der positiven Entwicklung trugen das verbesserte Kundengeschäft, das höhere Handelsergebnis, wirkungsvolle Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und die Abschirmlösung für das ABS-Investment-Portfolio bei. Das Konzernergebnis nach Steuern betrug 359 Mio. Euro, nach -722 Mio. Euro im Vorjahr. Die Eigenkapitalrentabilität erreichte 9,3 Prozent. Auch im zweiten Quartal konnte die Bank ihre operativen Erträge steigern und einen Überschuss erwirtschaften. Gegenläufig wirkte sich allerdings die deutlich aufgestockte Kreditrisikovorsorge insbesondere für Ost- und Südosteuropa aus.
„Die BayernLB hat im ersten Halbjahr 2009 trotz sehr schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen erfolgreich agiert. Das Ergebnis ist umso erfreulicher, als die Bank neben dem operativen Geschäft auch die umfangreiche Restrukturierung vorantreiben konnte“, sagt der Vorsitzende des Vorstandes Dr. Michael Kemmer. „Das Kundengeschäft entwickelte sich sehr zufriedenstellend. Dies belegt das hohe Vertrauen, das die Bank am Markt genießt. Zugleich wirkte sich der vom Freistaat Bayern aufgespannte Risikoschirm stabilisierend aus. Zusammen mit unseren Fortschritten bei der Rückführung des Verwaltungsaufwands wird deutlich, dass die BayernLB auf dem richtigen Weg ist.“ Kemmer weiter: „Wir werden in den kommenden Monaten mit aller Kraft weiter unser fokussiertes Geschäftsmodell umsetzen, um die profitable Neuausrichtung der BayernLB voranzutreiben.“
Zufriedenstellendes Kundengeschäft
Der Zinsüberschuss belief sich in den ersten sechs Monaten des Jahres 2009 auf 1.269 Mio. Euro. Die Zinserträge zeigten bei allen Kunden-Geschäftsfeldern der Kernbank sowie bei allen konzernstrategischen Töchtern positive Zuwachsraten. Demgegenüber stand ein erhöhter Aufwand für die Liquiditätssicherung. Dadurch ermäßigte sich der Überschuss um 1,5 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2008.
Der Provisionsüberschuss betrug im Berichtszeitraum 228 Mio. Euro. Der Ergebnisbeitrag war im Vergleich zum Vorjahreswert von 287 Mio. Euro unter anderem durch Gebühren an den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) beeinflusst.
Das Ergebnis aus der Fair Value Bewertung fiel mit 391 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2009 deutlich positiv aus (Vorjahr: -145 Mio. Euro). Dazu trugen das Handelsergebnis mit 279 Mio. Euro (Vorjahr: -124 Mio. Euro) und das Ergebnis aus der Fair Value Option mit 112 Mio. Euro (Vorjahr: -21 Mio. Euro) bei. Im Handelsergebnis sind zum einen Erträge in Höhe von 162 Mio. Euro enthalten, die überwiegend aus Handelspositionen des kundenbezogenen Zinsderivate- und Devisengeschäfts stammen. Zum anderen ergaben sich in den von der Finanzmarktkrise betroffenen Credit Portfolios Wertaufholungen von 117 Mio. Euro.
Das Ergebnis aus Finanzanlagen verbesserte sich deutlich auf 265 Mio. Euro, nach -920 Mio. Euro im Vorjahr. Positive Ergebnisse aufgrund von allgemein niedrigeren Credit Spreads ergaben sich in der Kategorie der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere. Des Weiteren enthält das Ergebnis aus Finanzanlagen Effekte aus dem Garantieschirm. Aus dem ABS-Investment-Portfolio ergaben sich in Folge dessen Ergebnisentlastungen.
Wirksame Effizienzmaßnahmen
Fortschritte erzielte die BayernLB mit ihren Initiativen zur Effizienzsteigerung im Rahmen des „Herkules“-Projektes. Der Verwaltungsaufwand sank im ersten Halbjahr um 8,9 Prozent auf 1.030 Mio. Euro. Maßgeblichen Anteil daran hatte die Kernbank. Mit den erforderlichen Personalmaßnahmen liegt die BayernLB voll im Rahmen der Planungen. Die Zahl der Stellen sank in der ersten Jahreshälfte im Konzern um circa 600. Der Personalaufwand verminderte sich um 17,0 Prozent auf 464 Mio. Euro. Innerhalb des auf 457 Mio. Euro rückläufigen Sachaufwands konnten insbesondere die IT-Kosten um knapp 13 Prozent reduziert werden.
Den im laufenden Jahr erwarteten Restrukturierungsaufwand für den Umbau der Bank hat die BayernLB bereits zu rund 90 Prozent (246 Mio. Euro) und damit zum Großteil im ersten Halbjahr ergebniswirksam berücksichtigt. Der Abbau der Nicht-Kernaktivitäten und die Implementierung des fokussierten Geschäftsmodells erfolgen im Rahmen eines straffen Zeitplans. Die Konzeptionsphase wurde zum 30.06.2009 abgeschlossen; mit der Umsetzung der Maßnahmen wurde begonnen. Parallel dazu befindet sich die Bank weiterhin im konstruktiven Dialog mit der EU-Kommission. Der Abschluss des Beihilfeverfahrens wird nach wie vor im Herbst erwartet.
In Folge der verschlechterten konjunkturellen Rahmenbedingungen stiegen weltweit die Risiken im Kreditgeschäft. Dieser Entwicklung konnte sich auch die BayernLB nicht entziehen: Die Kreditrisikovorsorge nahm im ersten Halbjahr 2009 im Konzern gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 525 Mio. Euro auf 704 Mio. Euro zu. Insbesondere erhöhte sich der Vorsorgebedarf im Osteuropageschäft der konzernstrategischen Töchter, da die Wirtschaftsleistung in diesen Märkten deutlich einbrach. Davon waren die MKB Group und vor allem die Hypo Group Alpe Adria (HGAA) stark betroffen. Neben dem klassischen Kreditgeschäft der HGAA erforderten ihre Leasingaktivitäten unter anderem in Kroatien, Bulgarien und der Ukraine hohe Wertanpassungen. Mit Ausnahme der DKB stockten auch die anderen Banktöchter die Risikovorsorge auf.
Steigendes Kreditvolumen im Inland
Der beschlossene Abbau von Nicht-Kernaktivitäten im Zuge der Neuausrichtung der BayernLB liegt voll im Plan. Die Bilanzsumme verringerte sich zum 30.06.2009 um 4,1 Prozent auf 404,6 Mrd. Euro. Erfreulich ist, dass sich zugleich die Qualität der Bilanzstruktur durch erhöhte Einlagen von Kunden verbessert hat. Die Rückführung der Bilanzsumme betraf unter anderem Geschäfte im Ausland sowie mit Finanzinstitutionen, die nicht mehr zum Kerngeschäft der BayernLB gehören. Die Risikopositionen wurden von 197,7 Mrd. Euro um 11,2 Prozent auf 175,5 Mrd. Euro reduziert.
Der Konzern wies zum Halbjahr ein Kreditvolumen in Höhe von 305,9 Mrd. Euro aus. In Deutschland erhöhte sich die Summe der ausgereichten Kredite um 4,4 Prozent auf 111,1 Mrd. Euro. Dies unterstreicht, dass die BayernLB in ihren Kernmärkten die Wirtschaft auch in schwierigen Zeiten mit Finanzierungsleistungen unterstützt. Auf Konzernebene reduzierte die BayernLB das Kreditvolumen vor allem im Zuge des Abbaus von Nicht-Kernaktivitäten um 2,8 Prozent.
Solide Kapitalausstattung
Die BayernLB ist nach Ablauf des ersten Halbjahres 2009 solide kapitalisiert. Aufgrund der Maßnahmen des Freistaates Bayern erhöhte sich das Eigenkapital zum 30.06.2009 um 7,5 Mrd. Euro auf 18,8 Mrd. Euro. Die Kernkapitalquote stieg von 8,0 Prozent auf 10,4 Prozent, wobei sich auch der Abbau der Risikopositionen deutlich bemerkbar machte. Damit sieht sich die BayernLB ausreichend für Entwicklungen gewappnet, die sich aus dem weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfeld ergeben könnten.
Fortschritte in allen Segmenten
Zum positiven Konzernergebnis trugen nahezu alle Geschäftsfelder der BayernLB bei. Besonders erfreulich entwickelte sich das Segment Unternehmen, das ein operatives Ergebnis von 285 Mio. Euro (Vorjahr: 219 Mio. Euro) erwirtschaftete. Unter Berücksichtigung der kundenbezogenen Kapitalmarkttransaktionen konnte die Versorgung der nationalen und internationalen Kernkunden mit Kapital und Liquidität deutlich gesteigert werden.
Das Segment Immobilien hielt seine Erträge trotz rückläufiger Märkte stabil und konnte zugleich den Verwaltungsaufwand senken. Das im Vergleich zu 2008 niedrigere operative Ergebnis in Höhe von 49 Mio. Euro (Vorjahr: 103 Mio. Euro) erklärt sich insbesondere durch die Risikovorsorge, die in den ersten sechs Monaten des Vorjahres einen positiven Ergebnisbeitrag von 43 Mio. Euro geleistet hatte.
Das umstrukturierte Segment Sparkassen erwirtschaftete operativ einen Überschuss von 11 Mio. Euro (Vorjahr: -26 Mio. Euro) und schnitt damit deutlich besser ab als erwartet. Das geplante Ergebnis für das Gesamtjahr konnte bereits in den ersten sechs Monaten übertroffen werden.
Das neu gegründete Segment Mittelstand erzielte im ersten Halbjahr 2009 erste Erfolge. Um die gesetzten Wachstumsziele zu erreichen, wurde die Vertriebspräsenz im Vergleich zum Vorjahr um rund 50 Prozent ausgeweitet. Zugleich wuchs das Kreditvolumen im Firmenkundengeschäft gegenüber dem Vorjahr um gut 5 Prozent. Der geplante Gesamtertrag nach Risikovorsorge konnte deutlich übertroffen werden. Der Anlaufverlust betrug operativ -9 Mio. Euro und lag damit im Rahmen der Erwartungen.
Bei den konzernstrategischen Töchtern entwickelten sich die Erträge erfreulich. Das Segment konnte gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 einen um rund 20 Prozent auf 879 Mio. Euro erhöhten Zinsüberschuss erzielen. Die Verwaltungsaufwendungen gingen um 15 Mio. Euro auf -624 Mio. Euro zurück. Während DKB, LBLux, MKB und SaarLB das geplante operative Ergebnis teilweise erheblich überschritten, blieb die HGAA deutlich unter den Planzahlen und wies ein Konzernergebnis von -162 Mio. Euro aus. Mit dem seit Juni amtierenden Vorstandsvorsitzenden Franz Pinkl setzt die HGAA derzeit ein umfassendes Umstrukturierungsprogramm zur Kostensenkung, Portfoliobereinigung und Fokussierung der Zielmärkte um.
Ausblick
Trotz des guten Ergebnisses im ersten Halbjahr bleibt der Vorstand der BayernLB für das Gesamtjahr vorsichtig. „Aufgrund der anhaltend unsicheren Konjunktur- und Marktlage ist eine seriöse Prognose bis zum Jahresende nicht möglich. Unverändert kann ein negatives Ergebnis nicht ausgeschlossen werden“, sagt Dr. Michael Kemmer. Wegen der noch immer angespannten konjunkturellen Situation rechnet die BayernLB mit einer weiteren Erhöhung der Kreditrisikovorsorge in den kommenden sechs Monaten, insbesondere für das Geschäft in Ost- und Südosteuropa, und mit möglichen Wertanpassungen in ihrem Beteiligungsbestand aufgrund reduzierter Wachstumsprognosen. Kemmer: „Im zweiten Halbjahr liegt eine schwierige Wegstrecke vor uns. Die BayernLB ist jedoch solide kapitalisiert und damit aus heutiger Sicht hinreichend gegen eventuelle weitere negative Veränderungen des Marktumfeldes abgepuffert.“

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