Reisen mit Kindern

"Wann sind wir da?" – Die ganze Familie freut sich auf den Urlaub. Aber schon kurz nach dem Start fragen viele Kinder alle paar Minuten, wann die Fahrt endlich vorbei ist. So kann schon die Anreise zur Qual werden. Aber das muss nicht sein.

"Die gute Vorbereitung der Anreise ist genauso wichtig wie ein kindgerechtes Urlaubsziel und die richtige Ausstattung im Gepäck", sagt Dr. Detlef Schmidt, Arzt im AOK-Bundesverband. So bringt der Urlaub Spaß und Erholung – für die ganze Familie.

Je kleiner die Kinder sind, desto wichtiger ist es, sich genau zu überlegen, wohin die Reise geht. Dabei gilt die Faustregel: Je kleiner das Kind, desto weniger Temperaturschwankungen sollten ihm zugemutet werden.

Von Reisen mit Säuglingen unter fünf Monaten raten Reisemediziner grundsätzlich ab, weil sie noch zu empfindlich sind und einen unregelmäßigen Schlaf- und Essensrhythmus haben.

Wegen der Infektionsgefahr sollten Kinder unter fünf Jahren auch noch nicht in die Tropen reisen. Erfahrungsgemäß hat der Nachwuchs viel Spaß am Meer, in Mittelgebirgen und auf Bauernhöfen.

Urlaub gemeinsam planen

Eltern wünschen sich Erholung, Kinder Abenteuer und Bewegung. Damit beide Seiten auf ihre Kosten kommen, sind Familien gut beraten, den Urlaub gemeinsam zu planen.

Sind die Kinder dazu noch zu klein, sollten die Erwachsenen sowohl das Reiseziel als auch die Unterkunft auf familiengerechte Bedingungen abklopfen. Sind Kinder im Hotel willkommen? Gibt es Familienzimmer mit der Möglichkeit, ein Fläschchen oder eine Zwischenmahlzeit zuzubereiten?

Vielleicht entscheiden sich die Eltern auch für eine Ferienwohnung oder einen Campingurlaub. Wenn der Geldbeutel es zulässt, schaffen Kinderanimation und ein Babysitterservice vor Ort Freiräume für Mutter und Vater.

Wer mit Kindern reist, sollte vor allem rechtzeitig mit den Urlaubsvorbereitungen beginnen. Checklisten erinnern an wichtige Dinge, die schnell in Vergessenheit geraten. Dazu gehören: ausreichender Impfschutz, die Krankenversicherungskarte, eine Reiseapotheke und Sonnenschutz.

"Geht die Reise in ferne Länder, sollten Sie zwei Monate vor der Abfahrt beim Kinderarzt klären, ob der Impfschutz ausreicht", empfiehlt Mediziner Dr. Detlef Schmidt.

Die Kinder sollten alle von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Standard-Impfungen haben. Je nach Urlaubsziel berät der Arzt über weitere nötige Impfungen.

Weiterhin sollten die Eltern darauf achten, dass sie auch für ihre Kinder die gültige Krankenversicherungskarte und den Kinderausweis im Gepäck haben.

Empfehlenswert ist der Abschluss einer zusätzlichen Auslandsreisekrankenversicherung, um die Kostenübernahme für einen möglichen Rücktransport abzusichern. Schließlich ist auch eine Reisekostenrücktrittsversicherung ratsam, da Kinder plötzlich akut krank und damit reiseunfähig werden können.

Reiseapotheke mitnehmen

Die Reiseapotheke sollte auf jeden Fall mit geeigneten Arzneimitteln für Kinder ausgerüstet sein. Hinein gehören:

* Arznei gegen Fieber und Schmerzen
* Fieberthermometer
* Wund-Desinfektionsmittel
* Verbandsmaterial
* Gels gegen Insektenstiche und Sonnenbrand
* Medikamente gegen Reisekrankheit bei Bedarf

Unbedingt ins Gepäck gehört auch der Sonnenschutz für Kinder. Sonnenschutzcremes sollten einen möglichst hohen Lichtschutzfaktor haben und mindestens eine halbe Stunde vor der Sonneneinstrahlung aufgetragen werden.

Grundsätzlich gilt: Kinder unter einem Jahr sollten nie direkter Sonne ausgesetzt werden. Auch ältere Kinder sollten die Sonne zwischen elf und 15 Uhr meiden.

Zusätzlich zum Sonnenschutz sollten Kinder luftige, langärmelige Kleidung sowie einen Sonnenhut mit breiter Krempe tragen – am besten mit einem großen Nackenschutz. Manche Hersteller bieten Kleidung mit UV-Schutz an. Auch eine geeignete Sonnenbrille empfehlen Experten für Kinder.

Spielzeug für unterwegs

Ist das Gepäck vollständig? Egal, ob die Familie per Auto, Zug oder Schiff unterwegs sind – die Eltern sollten dafür sorgen, dass der Nachwuchs beschäftigt ist. Das Lieblingskuscheltier darf ebenso wenig fehlen wie Malsachen, Bücher und Hör-CDs.

Auch eine Zaubertasche, aus der die Eltern überraschendes Spielzeug ziehen können, vertreibt die Langeweile. Genauso wichtig sind regelmäßige Pausen – am besten an einem Spielplatz, wo sich die Kinder zwischendurch wieder austoben können.

Essen und Getränke sollten ebenfalls ausreichend griffbereit sein und nicht aus Versehen unerreichbar im Kofferraum landen. Lange Autofahrten sind leichter zu überstehen, wenn man einen Teil auf die Nacht verlegt.

Wichtig dabei: Die Kinder müssen gut gesichert in ihren altersgerechten Autositzen bleiben. "Sind die Kinder zufrieden, kann der Urlaub schon mit der Fahrt anfangen", sagt Schmidt.

Pressemitteilung der AOK

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