SCHUFA Schulden-Kompass 2008: Keine Krise bei Verbraucherkrediten in Deutschland

Die private Ver- und Überschuldung in Deutschland ist stabil. Auch für 2009 ist bislang keine kritische Entwicklung bei der Ver- und Überschuldungssituation von Konsumenten zu erwarten. Zu diesen Ergebnissen kommt die SCHUFA in ihrem Schulden-Kompass 2008, der in Berlin vorgestellt wurde.

„Wir sehen, dass sowohl Kreditgeber als auch Kreditnehmer in Deutschland offensichtlich umsichtig handeln. Die durchschnittliche Ausfallquote von Konsumentenkrediten ist seit Jahren relativ stabil und beträgt 2,5 Prozent.

Auch die Anzahl der überschuldeten Privathaushalte bewegt sich auf einem konstanten Niveau von 2,8 Millionen Haushalten.

Unsere Prognosen für das Jahr 2009 zeigen derzeit keinen gravierenden Anstieg bei der Überschuldungsgefahr von Privatpersonen in Deutschland“, erklärte der SCHUFA-Vorstandsvorsitzende Rainer Neumann.

Der SCHUFA Schulden-Kompass 2008 erscheint mitten in einer weltweiten Kredit- und Finanzkrise. Umso deutlicher betonte Rainer Neumann die Unterschiede zwischen dem US-amerikanischen und dem deutschen Finanzsystem:

„Die Ausfälle im US-Hypothekenmarkt haben gezeigt, dass eine verantwortungsvolle Kreditvergabe und verlässliche Kreditinformationen elementar sind. Im Gegensatz zu anderen Ländern ist die deutsche Kreditlandschaft sowohl im Bereich der Konsumenten- als auch bei den Hypothekenkrediten stabil.

Zu verantwortungsbewussten und realistischen Kreditentscheidungen, wie sie in Deutschland getroffen werden, tragen auch die Informationen der SCHUFA bei.“

Die Gründe für die Auslöser der Finanzkrise in den USA sind vielfältig.

Unter anderem hat sich eine ganze Branche entwickelt, die Verbrauchern Ratschläge gibt, wie sie gegenüber Finanzinstituten die Einschätzung ihrer Kreditwürdigkeit verbessern können – allerdings ohne dass sich die finanzielle Situation und damit die Kreditwürdigkeit der Personen tatsächlich verbessert.

Die Gefahr ist groß, dass ein auf einer falschen Entscheidungsgrundlage beruhender Kredit nicht vertragsgemäß zurückgezahlt werden kann.

In Deutschland bezieht die Kredit gebende Wirtschaft mehr Kriterien in die Entscheidung zur Kreditvergabe ein als in den USA. Die Kreditentscheidungen sind dadurch verlässlicher. „Vertrauen ist der entscheidende Faktor bei der Kreditvergabe.

In Deutschland tragen Informationssysteme mit verlässlichen Bonitätsinformationen zum Vertrauen zwischen Kreditgebern und Kreditnehmern bei. Mit Blick in die Zukunft ist es wichtig, dass dieses Vertrauen in die Systeme beibehalten und weiter gestärkt wird“, führte der SCHUFA-Vorstandsvorsitzende aus.

„Der Gesetzgeber arbeitet aktuell an einer Neuregelung des Bundesdatenschutzgesetzes. Wir plädieren an dieser Stelle für Augenmaß: Es ist richtig, die Rechte der Verbraucher zu stärken.

Zu viel Offenheit im bewährten deutschen System der Kreditentscheidungen kann jedoch, wie in den USA, ins Gegenteil umschlagen.“

Aktuell liegt der Anteil der Personen ohne Ver- oder Überschuldungsprobleme in Deutschland bei über 90 Prozent. Seit 2006 veröffentlicht die SCHUFA jährlich einen Index zur Überschuldungsgefahr von Privatpersonen in Deutschland (PVI).

Die aktuellen Berechnungen des Privatverschuldungsindex zeigen, dass die Überschuldungsgefahr innerhalb der einzelnen Regionen unterschiedlich stark ausgeprägt ist.

Bei den Bundesländern weist Baden-Württemberg den niedrigsten Index auf, die höchste Überschuldungsgefahr herrscht bei den Bürgern in Berlin – jedoch mit leicht verbesserter Tendenz im Vergleich zum Vorjahr.

Eine leichte Verbesserung ist auch in Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern eingetreten.

In Rheinland-Pfalz, Hamburg und Sachsen-Anhalt ist die Überschuldungsgefahr genauso groß wie im Vorjahr, in den anderen Bundesländern hat sie leicht zugenommen. Laut Prognose wird das Niveau der Überschuldungsgefahr in Deutschland im Jahr 2009 konstant bleiben.

Pressemitteilung der SCHUFA

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