Teure Dispokredite: Verbraucherzentrale zeigt günstige Alternativen auf

Kredite sind oftmals teuer – aber besonders teuer ist der Dispokredit auf dem Girokonto: derzeit nämlich oftmals über zwölf Prozent. Vielen Bankkunden wurde in den vergangenen Monaten mitgeteilt, dass im Zuge der Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank auch die Zinsen für den Dispokredit erhöht werden.

„Für die Banken ist das ein gutes Geschäft“, sagt Birgit Höltgen, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale NRW. Billiges Geld, das unter anderem zum Nullzins auf dem Konto liegt, kann die Bank zu Zinsen zwischen zehn und 15 Prozent in Dispokredite investieren.

Für Verbraucher indes entpuppt sich der Dispozins mehr und mehr als Kostentreiber beim Girokonto. Wer durchschnittlich drei Monate pro Jahr mit 3000 Euro in den Miesen ist, zahlt dafür bei teuren Banken mehr als 100 Euro Zins.

„Daher sollten Verbraucher bei der Auswahl der kontoführenden Bank nicht nur auf die Gebühren achten, sondern auch auf die Kosten des Dispokredits“, empfiehlt Höltgen.

Happig langen beispielsweise die Postbank mit 13,75 Prozent, die Commerzbank mit 14,46 Prozent und bei einigen Konto-Varianten mit 16,99 Prozent die Citibank zu. Aber es geht auch günstiger: Die DKB-Direktbank bescheidet sich mit 7,9 Prozent Dispozins.

Wer den Bankwechsel scheut, kann auch statt des Dispokredites einen so genannten Abrufkredit für kurzfristige Finanzierungen einsetzen. Das funktioniert praktisch wie ein ausgelagerter Dispokredit. Für diesen verlangt beispielsweise die ABK-Bank 6,49 Prozent.

Günstige Abruf-Kredite bieten meist Direktbanken und Onlinebanken an. Zunächst einmal muss das Kreditkonto per Post eröffnet werden.

Auf diesem Weg wird auch die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Identitätsprüfung vorgenommen: Die Kontounterlagen kommen per Einschreiben, und der neue Kunde muss dem Postboten den Personalausweis vorlegen. Nach der Prüfung des Antrags genehmigt die Bank einen festen Kreditrahmen.

Voraussetzung sind eine positive Schufa-Auskunft, ein geregeltes Einkommen und ein ausgewogenes Verhältnis von Vermögen und Verbindlichkeiten. Wird ein Kunde als riskant eingestuft, kann ein Kreditwunsch auch abgelehnt werden.

Innerhalb der genehmigten Obergrenze kann künftig der benötigte Kreditbetrag telefonisch oder per Internet abgerufen und aufs Girokonto überwiesen werden.

Die Tilgung erfolgt per Dauerauftrag – flexible Extra-Rückzahlungen sind jederzeit möglich. Zinsen berechnen Banken nur für den Kreditbetrag, der auch tatsächlich in Anspruch genommen wird.

Allerdings sollten Verbraucher aufpassen, dass es sich bei den beworbenen Kreditzinsen nicht um bonitätsabhängige Zinsen handelt.

Ansonsten könne schon bei geringfügig schlechterer Einkommens- oder Vermögenslage der Zins nach oben schnellen, warnt Finanzexpertin Höltgen und rät: „Generell sollten Kunden bei der Kreditaufnahme Banken bevorzugen, deren Zins für alle Bonitätsklassen gleich ist.“

Pressemitteilung der VZ NRW

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