Verpackung wird mitgewogen: Pappe zum Erdbeerpreis

Offen in Selbstbedienung angebotene Erdbeerschalen verleiten so manchen Kunden zur Selbsthilfe, wenn sie den Eindruck haben, dass zu wenig in der Schale ist.

Damit nicht 600 Gramm Erdbeeren zum Pfundpreis verkauft werden, wiegen etliche Läden die Schälchen an der Kasse nach und berechnen den Preis nach Gewicht. Der Verbraucherzentrale liegen Beschwerden vor, dass dabei entgegen eichrechtlicher Vorschriften das Schälchen einfach mitgewogen und zum Erdbeerpreis berechnet wird.

Ein Pappschälchen wiegt zwischen 25 und 30 Gramm, man zahlt also zwischen 11 und 13 Cent für die Pappe, wenn das Pfund Erdbeeren 2,20 kostet. Dieses Geld kommt nicht dem Erdbeerbauern zugute – man kann sich ausrechnen, was Discounter und Händler hier zusätzlich verdienen.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg fordert die Eichbehörden auf, diesem Missstand durch verstärkte Kontrollen und Sanktionen zu begegnen. Der Lebensmitteleinzelhandel darf Pappe nicht ungestraft zum Erdbeerpreis verkaufen!
Grundsätzlich liegt bei offenen Portionspackungen die Verantwortung für die Füllmenge beim Händler. Kunden sollten im Laden die Ware ohne Verpackung nachwiegen lassen und gegebenenfalls auffüllen lassen. "Eine Kontrollwaage im Supermarkt sollte allerdings selbstverständlich sein", fordert Heidi Schworm von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Verstöße gegen die eichrechtliche Vorschriften sind Ordnungswidrigkeiten und werden von den Eichbehörden verfolgt. Die Adressen sind im Internet unter <http://www.mebw.de/> zu finden. Die nächstgelegene Eichbehörde erfährt man bei der Ernährungsberatung montags bis donnerstags zwischen 15 und 18 Uhr unter der Nummer +49 (900) 1-77 44 42 (1,75 Euro/Min aus dem deutschen Festnetz, aus den Mobilfunknetzen höhere Preise möglich).

Pressemitteilung der VZ Baden-Württemberg

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