Rauchen: Professionelle Hilfe erhöht Chance für Suchtausstieg

Wer als Erwachsener mit dem Rauchen beginnt, verkürzt seine Lebenserwartung um durchschnittlich zehn Jahre. Möglicherweise mehr als 20 Jahre weniger zu leben haben die, die bereits als Kind oder Jugendlicher zur Zigarette greifen.

Neuen Erkenntnissen zufolge sinkt die Lebenserwartung von Menschen, die mit 14 Jahren, dem klassischen Einstiegsalter, mit dem Rauchen beginnen, besonders rapide. Weil sich das Gehirn noch in der Entwicklung befindet, kann sich die Nikotinsucht stark ausprägen, so dass es immer schwerer wird, mit dem Rauchen aufzuhören.

Rauchen schädigt neben der Lunge vor allem das Gehirn. Betroffene sollten also möglichst schnell aufhören, um lebensgefährliche Folgeschäden einzudämmen, rät die BKK Essanelle anlässlich des Internationalen Anti-Drogen-Tages am 26. Juni 2008. Auch wenn die Rauchverbote in öffentlichen Räumen, in Schulen und Gaststätten schon Wirkung zeigen: Viele Raucher wollen seit Jahren aufhören, schaffen es aber nicht.

Das Problem: Nach einer Krankheit oder aus reiner Willensentscheidung ganz allein der Nikotinsucht den Kampf anzusagen, das halten nur die wenigsten langfristig durch. Experten schätzen, dass nur drei Prozent so dauerhaft den Ausstieg schaffen. Mit begleitender Therapie oder Medizin sind es fast 20 Prozent. Denn entscheidend ist es, die Ursachen für die Sucht aufzudecken und die Anlässe für den Griff zur Zigarette zu durchschauen.

Deshalb fördert die BKK Essanelle Kurse zur Suchtentwöhnung. Darunter fällt nicht nur die Nikotinsucht, sondern auch Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch. Denn alle Drogen, legale wie illegale, enthalten Gifte, die den Körper schädigen. Vor allem für Kinder und Jugendliche ist das gefährlich.

Obwohl die Zahl der jugendlichen Raucher rückläufig ist, geben die aktuellen Zahlen weiter Grund zur Sorge. Unter deutschen Jugendlichen ist der Zigarettenkonsum stärker verbreitet als in den meisten anderen europäischen Ländern. 18 Prozent aller Jugendlichen in Deutschland rauchen, 2006 waren es 20 Prozent, 2001 sogar 28 Prozent. Ein Drittel aller Erwachsenen sind Raucher, das sind 16 Millionen Menschen, das ist ein Drittel aller Erwachsenen. Etwa 140.000 Menschen sterben jedes Jahr vorzeitig an den Folgen des Rauchens und etwa 3300 durch Passivrauchen.

Die BKK Essanelle begrüßt ausdrücklich die neuen Nichtraucherschutzgesetze, die seit diesem Jahr das Rauchen in Gaststätten und öffentlichen Einrichtungen stark einschränken und das Rauchen in der Öffentlichkeit und den Tabakkauf erst mit 18 statt mit 16 Jahren erlauben. "Eine Lockerung dieser neuen Gesetze, wie teilweise in Bayern geplant, wäre in fatales Signal", betont Jürgen Hahn, Vorstandsvorsitzender der BKK Essanelle. "Die Krankenkassen und die gesamte Gesellschaft müssen ein Interesse daran haben, dieses größte vermeidbare Gesundheitsrisiko mit den immensen volkswirtschaftlichen Folgekosten einzudämmen."

Pressemitteilung der BKK Essanelle

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