Im Test: Das 0-Euro-Konto der Commerzbank

Bereits seit Dezember 2006 gibt es das 0-Euro-Konto der Commerzbank. Bei der Einführung pries die Bank sich "als erste große Filialbank" mit einem kostenlosen Girokonto. Doch mit diesem Angebot war die Commerzbank auch damals schon nicht allein. Immer mehr Banken bieten gebührenfreie Girokonten an. Um dennoch Kunden zu gewinnen, bietet die Commerzbank Neukunden bei Konto-Eröffnung 50 Euro Startguthaben. Ob das Konto sonst hält, was es verspricht, erfahren Sie in unserem Test.

Produktdetails

(mov) Das 0-Euro-Konto der Commerzbank umfasst die üblichen Leistungen wie Überweisungen (beleglos und beleghaft), Daueraufträge, Lastschriften und Online-Banking. An rund 7.000 Geldautomaten der Cash Group können Kunden kostenfrei mit der ec-Maestro Card Geld abheben. Neukunden werden bei Eröffnung eines gebührenfreien Girokontos mit einem Startguthaben von 50 Euro belohnt. Doch auch Stammkunden der Commerzbank können auf das kostenlose Girokonto umsteigen und sich ihre bisherige Kontoführungsgebühr sparen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass man über einen Geldeingang von mindestens 1.200 Euro pro Monat verfügt. Liegt das Einkommen darunter, werden 7,90 Euro Kontoführungsgebühren fällig – auch für Neukunden.

Vorteile

Mit einem regelmäßigen Einkommen von mindestens 1.200 Euro monatlich erspart man sich Kontogebühren, die bei vielen anderen Banken und Sparkassen immer noch anfallen. Selbst Kunden, die zuvor Gebühren für ihr Girokonto der Commerzbank bezahlt haben, können auf die gebührenfreie Variante umsteigen. Neukunden erhalten zusätzlich ein Startguthaben von 50 Euro.
Vorteilhaft gegenüber vielen kostenlosen Girokonten, die nur online zu führen sind, ist außerdem der Komfort einer Filialbank. In bundesweit etwa 820 Geschäftsstellen der Commerzbank kann man sich persönlich rund um das Thema Geld beraten lassen.

Nachteile

Das Girokonto ist nur kostenlos bei einem monatlichen Mindesteingang von 1.200 Euro. Geringverdiener und Selbstständige mit stark schwankendem Einkommen müssten eine recht hohe Gebühr von monatlich 7,90 Euro zahlen, sobald die Einnahmen unter das Limit rutschen. Selbstständige dürfen das Konto allerdings nur für private Zwecke nutzen. Einnahmen aus der selbstständigen Tätigkeit müssten also auf einem anderen Konto eingehen. Wer sein Konto nur online führt, muss immerhin noch 4,90 Euro zahlen.
Es gibt weder Zinsen noch die Option für Privatpersonen, ein ergänzendes Tagesgeldkonto einzurichten. Diese Möglichkeit bieten andere Banken allerdings. Beispielsweise bei der DKB erhält man neben einem kostenlosen Girokonto ein Tagesgeldkonto mit einer Verzinsung von derzeit 3,8 Prozent. Und selbst die Commerzbank-Tochter Comdirect bietet 3,8 Prozent aufs Tagesgeld , allerdings auch mit einem Mindestgehaltseingang aufs kostenlose Girokonto.
Ein weiterer Nachteil ist der recht hohe Dispo-Zins von 14,46 Prozent, der Überziehungs-Zins schlägt sogar mit 19,46 Prozent zu Buche.
Das Geldabheben mit der ec-Maestro Card an Fremdautomaten im In- und Ausland kostet 4,98 Euro. Außerhalb Deutschlands sind nur Barauszahlungen bei europäischen Kreditinstituten der Cash Group kostenlos. Hierzu gehören derzeit allerdings nur die Deutsche Bank-Filialen in Italien und Spanien.

forium.de-Testurteil

Das gebührenfreie Girokonto der Commerzbank hält nur bedingt, was es verspricht. Denn kostenlos ist es nur für diejenigen mit einem monatlichen Mindesteinkommen. Selbst wenn die Mindestgrenze von 1.200 Euro überschritten wird, sind die Leistungen des Commerzbank-Girokontos allenfalls durchschnittlich. Obwohl der Kunde für einen regelmäßigen, festen Geldeingang sorgen muss, bekommt er keine Zinsen auf sein Guthaben. Ein positiver Aspekt ist allerdings der großzügige 50 Euro-Startbonus.
Wer jedoch auf die persönliche Beratung einer Filialbank komplett verzichten kann und ohnehin Online-Banking bevorzugt, kann auf weitaus günstigere Angebote zurückgreifen. Wer auf die Solidität einer großen Filialbank setzt und auch persönliche Beratung in Anspruch nehmen möchte, ist mit rund 820 bundesweiten Geschäftsstellen gut bedient.

Was halten Sie von diesem Angebot oder welche Erfahrungen haben Sie mit der Commerzbank gemacht? Diskutieren Sie mit bei den forium Experten , dem Forum für Steuern, Versicherungen und Finanzen.

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