Ab in den Süden? Steuerhinterziehung und die Folgen

Geldkoffer auf Reisen

Steuersündern stehen harte Zeiten bevor. Die Finanzbehörden der Europäischen Union und auch die USA üben immer mehr Druck auf Länder aus, die dem Vermögen von gut betuchten aber unwilligen Steuerzahlern Unterschlupf gewähren. Es gibt aber noch einige Inselstaaten, die nicht nur beliebte Ferienziele, sondern auch berüchtigte Steueroasen sind.

Harte Zeiten für Steuersünder

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(ckl) Zu den Steueroasen in Europa gehören vor allem kleine Länder, deren wirtschaftlicher Reichtum von ausländischen Geldanlegern abhängt. Aber auch die unterschiedlichen Finanzregelungen in den einzelnen Ländern machten es bisher leicht, sein Geld unerkannt im Ausland anzulegen. Das ändert sich nun.

Seit Jahren harmonisiert die EU die Steuergesetze seiner Mitgliedsländer. Das führt dazu, dass die Finanzbehörden sich untereinander austauschen und Informationen weitergeben. Doch auch viele kleine Inselstaaten in der Karibik oder im Pazifischen Ozean führen inzwischen pauschal Steuern auf Geldbeträge ab, die von Ausländern angelegt werden. Ministaaten wie Liechtenstein locken bis heute mit dem unverblümten Hinweis „keine Steueramtshilfe und starkes Bankgeheimnis“. Schätzungen beziffern die Höhe deutscher, unversteuerter Geldanlagen im Ausland auf 485 Milliarden Euro.

Was macht ein Land zum Steuerparadies?
Die OECD (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) listet insgesamt 48 Länder als so genannte Offshore-Finanzplätze auf. In diesen Ländern, meist sind es kleine Inseln, muss man nur sehr wenig oder gar keine Steuern oder Zinsen bezahlen. In Liechtenstein kann man zum Beispiel anonyme Stiftungen über Mittelsmänner gründen oder Bankkonten unterhalten, von denen der heimische Fiskus bisher wenig weiß. Für Otto Normalverbraucher sind diese Länder meist nur als Urlaubsziel attraktiv, da ihnen in der Regel das Vermögen für eine lukrative Geldanlage fehlt. Allerdings unterhalten nicht nur reiche Manager Konten in Steueroasen. Auch viele Bürger aus der Mittelschicht haben den Reiz von lukrativen Geldanlagen an von der Sonne verwöhnten Stränden entdeckt.

Steueroasen werden ausgetrocknet
Der hohe Wohlstand vieler Klein- und Kleinststaaten hängt wegen fehlender eigener Ressourcen und einer geringen Wirtschaftskraft sehr vom Tourismus und von Finanzdienstleistungen ab. Neben Wirtschaftsunternehmen profitieren aber auch Politiker und Prominente vieler Länder von den niedrigen Steuern. Inzwischen wächst der Druck auf die Steueroasen Europas, mit ausländischen Steuerbehörden zusammenzuarbeiten und die Namen ihrer ausländischen Bankkunden preiszugeben. Deshalb suchen Reiche, die dem deutschen Fiskus ein Schnippchen schlagen wollen, nun verstärkt nach Finanzplätzen außerhalb von Europa. Und davon gibt es noch genug.

Berüchtigte Steuerparadiese im Überblick

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