Urlaub in der Steueroase

Geldkoffer auf Reisen

Steuersündern stehen harte Zeiten bevor. Die Finanzbehörden der Europäischen Union und auch die USA üben immer mehr Druck auf Länder aus, die dem Vermögen von gut betuchten, aber unwilligen Steuerzahlern Unterschlupf gewähren. Es gibt aber noch einige Inselstaaten, die nicht nur beliebte Ferienziele, sondern auch berüchtigte Steueroasen sind.

Steueroasen in Europa

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Andorra
Europäische Ministaaten konnten über lange Zeit zu begehrten Finanz- und Bankzentren heranwachsen. Das kleine Fürstentum Andorra in den Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien gehört nicht zur Europäischen Union, ist aber über Sonderabkommen mit der EU assoziiert. Deshalb gilt der Euro in Andorra als Währung. Zur Steueroase wurde das kleine Land, weil es weder Steuern auf Einkommen noch auf Erbschaften erhebt. Auch gibt es keine Kapitalsteuer. Erst seit Kurzem gilt eine Mehrwertsteuer von gerade einmal vier Prozent auf Waren und Dienstleistungen. Das zieht viele Unternehmen, aber auch unseriöse Briefkastenfirmen an. Doch auch Touristen profitieren von niedrigen Preisen und fahren gerne zum Skifahren nach Andorra.

Andorra La Vella, wohlhabendes Steuerparadies in den Pyrenäen.

Monaco
Das Mini-Fürstentum an der Côte d’Azur ist nicht einmal zwei Quadratkilometer groß und zählt zu den am dichtesten besiedelten Staaten der Welt. Hier tummeln sich viele Superreiche aus aller Welt, die sich die hohen Immobilienpreise leisten können. Die einheimischen Monegassen sind im eigenen Land längst zur Minderheit geworden. Während Monaco früher vor allem als Standort von Glücksspielen und Casinos bekannt war, dominieren heute Banken und Finanzdienstleistungen. Obwohl Monaco zur EU gehört, herrschen dort reizvolle Sonderregelungen. So zahlen weder Bewohner noch Arbeitnehmer im Fürstentum direkte Steuern. Es gibt aber inzwischen eine Mehrwertsteuer, die der in Frankreich entspricht (19,6 Prozent).

Monaco – steuerfreies Wohnen am Mittelmeer für Superreiche

Liechtenstein
Das Fürstentum in den Alpen zwischen Österreich und der Schweiz gehört nicht zur EU und führt als Währung den Schweizer Franken. Ebenso wie die Schweiz ist es auch ein beliebter Finanzplatz. Besonders berüchtigt ist das Reich von Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein für seine zahlreichen Stiftungen. Denn das Stiftungsrecht ist in Liechtenstein besonders liberal. Man kann, anders als in anderen Ländern, Stiftungen anonym und unerkannt gründen und wieder auflösen. Und das zu einem Steuersatz von 1.000 Schweizer Franken pro Jahr. Durch das starke Steuer- und Bankgeheimnis kann man das angelegte Vermögen von Unternehmen und Privatpersonen nur schätzen. So vermutet die Deutsche Steuergewerkschaft, dass sich in Liechtenstein etwa 180 Milliarden Euro Schwarzgeld allein aus Deutschland befinden.

Trutzburg für zweifelhafte Geldanlagen – Liechtenstein. Sitz des Fürsten in der Hauptstadt Vaduz

Luxemburg
Das Großherzogtum Luxemburg gehört zu den Gründungsmitgliedern der EU und ist Heimat vieler internationaler Verwaltungszentren. Das Finanzwesen ist die größte Einkommensquelle des Landes. Auch Anlagefonds und Versicherungen wählen gerne Luxemburg als Hauptsitz. Inzwischen erhebt das Land, wie auch in Österreich und Belgien, eine Quellensteuer auf Zinseinkünfte von 15 Prozent. Die Quellensteuer wird anonym an das Heimatland des Steuerzahlers überwiesen. Bis 2011 soll die Quellensteuer sogar auf 35 Prozent steigen. Das ist zu viel, um dann noch als Steueroase attraktiv zu sein.

Stadt Luxemburg – kleines Land, begehrter Finanzplatz

Schweiz
Die Schweiz ist mit 41.000 Quadratkilometern Größe und 7,5 Millionen Einwohnern ein wahrer Gigant unter den Steueroasen. Es gehört bis heute keinem überstaatlichen Bündnis an, weder der EU noch der UNO. Die Neutralität der Schweiz, verbunden mit seiner landschaftlichen Schönheit, machen es zum begehrten Wohn- und Unternehmenssitz. Auch die niedrigen Steuern, die von Kanton zu Kanton unterschiedlich sind und das verschwiegene Bankenwesen tun ihr Übriges. Inzwischen kooperiert die Schweiz mit europäischen Steuerfahndern, wenn diese einem Verdacht auf schwere Steuerhinterziehung nachgehen.

Hohe Berge, niedrige Steuern Рdie Schweiz. Hier der h̦chste Berg des Landes, das Matterhorn.

Kanalinseln und Isle of Man
Die Kanalinseln, das sind drei kleine Inseln im Ärmelkanal, vor der Küste von Frankreich. Die Isle of Man liegt in der Irischen See zwischen Großbritannien und Nordirland. Die Inseln sind der britischen Krone unterstellt, gehören aber nicht zum Vereinigten Königreich und damit auch nicht zur EU. Vor allem britische Millionäre lassen sich gerne auf diesen Inseln nieder, um Steuern zu sparen. Die Isle of Man ist eine günstige Sonderwirtschaftszone mit sehr niedrigen Steuern. Das macht die Insel bei Unternehmen und Banken beliebt.

Trotz windiger Küsten ein beliebter Hafen für Offshore-Firmen – die Isle of Man

Ein Kommentar zu “Urlaub in der Steueroase”

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