Wie gut sind Senioren-Unfallversicherungen?

Im Prinzip macht die Unfallversicherung für Senioren Sinn. „Aber ob sie eine wirklich sinnvolle Lösung ist, muss sich tatsächlich am Einzelfall erweisen“, sagt Lilo Blunck, Geschäftsführerin des Bundes der Versicherten (BdV).

Zunehmend werden spezielle Unfallversicherungen für Senioren angeboten, die mit Assistance-Leistungen locken. „Natürlich gibt es kein vernünftiges Argument gegen gute Serviceleistungen. Aber die Versicherungsnehmer müssen sehr genau wissen, was sie sich eingehandelt haben“, so Blunck.

Viele Versicherungsgesellschaften rühmen sich bei diesen Angeboten der Zusammenarbeit mit anerkannten Hilfsorganisationen. Versicherungsnehmer sollten wissen, dass damit noch lange nichts über die Qualität der Leistungen gesagt ist.

Die Senioren-Unfallversicherung mit Assistance-Leistungen ist eine Kombination aus privater Unfallversicherung und Dienstleistungen in der häuslichen Betreuung oder bei Pflegeleistungen.

Die Versicherung organisiert für den Kunden spezielle Hilfsleistungen, wie zum Beispiel Menüservice, Erledigung von Einkäufen, Begleitung bei Arzt- und Behördengängen, Unterbringung von Haustieren, Gartenpflege und Schneeräumdienst, Wäscheservice oder auch einen Hausnotruf.

Fast alle Versicherungen nehmen einen Zuschlag von 20 Prozent oder deutlich mehr auf die Beiträge der „normalen“ Unfallversicherung. Zugleich streichen sie die Progression.

Die Progression sei aber wichtig, so der BdV. Sie sorgt dafür, dass die Auszahlung der Versicherungsleistung, je nach Invaliditätsgrad, überproportional steigt: Bei einer Versicherungssumme von 100.000 Euro würden beispielsweise bei einer Progression von 225 Prozent bei Vollinvalidität 225.000 Euro ausgezahlt.

Jede Vorerkrankung mindert im Leistungsfall den Invaliditätsgrad. Einige Versicherungsunternehmen berücksichtigen Vorerkrankungen erst dann, wenn sie zu mehr als 25 Prozent zur Invalidität beitragen. Für den Versicherten hat das den Vorteil, dass er frühzeitiger und mehr Geld erhält. Etwa ein Drittel der Gesellschaften haben das schon in ihren Bedingungen.

Vorsicht: Viele Unternehmen leisten ab dem 65. Lebensjahr ausschließlich monatliche Rentenzahlungen. Die Möglichkeit der Einmalzahlung wäre aber sinnvoll, etwa wenn das Badezimmer oder die Wohnung behindertengerecht umgebaut werden soll.

Einige Gesellschaften sehen ein automatisches Ende des Vertrages ab einem bestimmten Alter vor. „Für eine Seniorenversicherungen ist das absurd“, sagt Lilo Blunck.

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