Rechtsschutzversicherung Scheidung

Rechtsschutzversicherung: So wahren Sie Ihre Rechte

Führerschein weg? Ärger mit dem Chef oder Vermieter? Entscheiden Sie selbst, in welchen Bereichen eine Rechtsschutzversicherung für Sie sinnvoll ist.

Hier können Sie günstige Versicherungen entsprechend ihrer individuellen Wünsche vergleichen.

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Wohngebäudeversicherung als Schutz vor dem Ruin

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Versicherungen kündigen - wann und wie?

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News

Wieder allein: Scheidung und finanzielle Folgen(2007-09-20 12:20:48)

Scheidung und FinanzenDas war sie also, die große Liebe. Plötzlich fliegen die Fetzen und das Eheversprechen ist nicht mehr wert als das Papier auf dem es steht. Da will mancher nur noch ohne Komplikationen und mit geringen Kosten durch das Scheidungsprozedere, aber wie?

Wie eine Scheidung abläuft


(awe) "Dann sind wir geschiedene Leute!" Das ist leichter gesagt als getan. Denn bis dieser Satz in die Tat umgesetzt ist, geht meist einiges an Zeit ins Land; oft begleitet von Wut, Tränen und Geld. Denn so einfach wird es den Verheirateten nicht gemacht, den Ehe-Status wieder abzustreifen. Um geschieden zu werden, muss mindestens einer der Beteiligten einen Scheidungsantrag stellen. Idealerweise sind beide Partner mit der Scheidung einverstanden, das beschleunigt und erleichtert das Verfahren. In jedem Fall braucht man einen Anwalt, der diesen Antrag aufnimmt. Sind sich die Parteien nicht einig, müssen sie sich durch zwei Anwälte vertreten lassen. "Eine Ehe kann geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Die Ehe ist gescheitert, wenn die Lebensgemeinschaft der Ehegatten nicht mehr besteht und nicht erwartet werden kann, dass die Ehegatten sie wiederherstellen", heißt es in Paragraf 1565 Abs. 1 BGB. Dieses Scheitern muss das Gericht erkennen. Ein Indiz ist nach deutschem Recht das Trennungsjahr. Hierbei darf mindestens ein Jahr lang keine häusliche Gemeinschaft zwischen den beiden Getrennten mehr bestehen - selbstverständlich auch ohne gemeinsames Schlafzimmer. Das geht am besten in zwei separaten Wohnungen. Sollte hierüber keine Einigung erzielt werden, kann auch das Gericht entscheiden, welcher Partner sich eine neue Wohnung suchen muss. Jedoch kann man auch in der gemeinsamen Wohnung "getrennt von Tisch und Bett" leben. "Es gibt keine förmliche Dokumentationspflicht für das Trennungsjahr. Wenn beide einen Trennungszeitpunkt nennen, forscht das Gericht hier auch nicht weiter nach", sagt die Berliner Fachanwältin für Familienrecht Martina Zebisch. "Wenn sich jedoch nur ein Partner scheiden lassen möchte, muss er das Trennungsjahr im Zweifelsfall beweisen können." Erst wenn beide Parteien nach dem Trennungsjahr in die Scheidung einwilligen, kann das Gericht die Ehe für geschieden erklären. Nach einer dreijährigen Trennung kann die Scheidung auch gegen den Willen eines Ehepartners ausgesprochen werden, die Ehe gilt dann als endgültig zerrüttet. In besonderen Härtefällen kann auch vor Ablauf des Trennungsjahres geschieden werden. "Wenn man nichts weiter beantragt, wird im Scheidungsverfahren neben der Scheidung nur der Versorgungsausgleich, also die Teilung der Rentenanwartschaften, geregelt", so die Berliner Anwältin. "Das ist gesetzlich vorgeschrieben." So genannte Folgesachen wie Ehegattenunterhalt, Sorgerecht, Kinderunterhalt oder Haushaltsteilung regelt das Gericht nur auf Antrag. "Manche Leute merken erst nach der Scheidung, dass sie beispielsweise den Unterhalt gar nicht geklärt haben, weil sie nicht wussten, dass sie das vorher hätten beantragen müssen", so Zebisch. Normalerweise sei es Aufgabe des Anwalts, seine Mandanten darauf hinzuweisen. "Weil schon für den Versorgungsausgleich Auskünfte von verschiedenen Stellen eingeholt werden müssen, gehen statistisch auch bei einer einfachen Scheidung ohne weitere Anträge rund 13 Monate ins Land", so die Berliner Scheidungsanwältin. Sollen im Verfahren noch weitere Punkte, wie z.B. der Unterhalt für die Kinder, geregelt werden, würde es entsprechend länger dauern.


Die online-Scheidung


Viele Anwälte bieten auf ihrer Homepage mittlerweile eine so genannte "online-Scheidung" an. Hierzu können die Scheidungswilligen ihren Scheidungsantrag im Internet stellen und alle nötigen Unterlagen mit der Post schicken. "Das bietet Vorteile vor allem für Deutsche, die dauerhaft im Ausland leben, sie sparen sich aufwändige Anfahrten", sagt Scheidungsanwältin Zebisch. Auch für die einverständliche Scheidung sei die online Variante geeignet, wenn man keine Folgesachen zu regeln habe. "Vor Gericht müssen aber wie im herkömmlichen Verfahren beide Parteien persönlich erscheinen", so die Berliner Anwältin. Alles andere gehe jedoch von zu Hause aus, rund um die Uhr. "Billiger als eine herkömmliche Scheidung ist eine "online-Scheidung" allerdings nicht", sagt die Fachanwältin. Wie die herkömmliche Scheidung ist auch die online Variante an die offizielle Gebührenordnung gebunden. Man kann allerdings Fahrtkosten, Zeit - und vielleicht Nerven - sparen, wenn man alles von zu Hause erledigt.


Die Kosten einer Scheidung


Die Kosten für eine Scheidung richten sich immer nach dem Gegenstandswert. Hierfür ist bei einer einfachen Scheidung ohne weitere Folgesachen das Einkommen der Eheleute die Grundlage zur Berechnung. "Das gemeinsame Nettoeinkommen wird mit drei multipliziert", erläutert die Anwältin. "Gibt es nur Anwartschaften der gesetzlichen Rente, kommt eine Pauschale für den Versorgungsausgleich von 1.000 Euro dazu. Bei weiteren Renten wie Riester oder einer betrieblichen Rente sind das 2.000 Euro, das ist mittlerweile bei den meisten der Fall." Grundlage zur Berechnung der Kosten sind die entsprechenden Tabellen nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und dem Gerichtskostengesetz (GKG). In unserem Rechenbeispiel verdient der Mann 2.000 Euro, die Frau 1.000 Euro. Dazu kommen pauschal 2.000 Euro für den Versorgungsausgleich - das ergibt einen Gegenstandswert von 11.000 Euro. Laut Tabelle sind hierfür an Gerichts-Gebühren 438 Euro und für den Anwalt 1.588, 65 Euro (1.315 Euro zzgl. 20 Euro Auslagen und 19 Prozent Mehrwertsteuer) fällig. Das wären also insgesamt 2.026,65 Euro für die Scheidung. Mit zu verhandelnde Folgesachen wie Sorgerecht oder Unterhalt erhöhen den Gegenstandswert und somit die gesamten Kosten. Die Gerichtskosten werden immer geteilt. Seine Anwaltskosten trägt jeder selbst. "Oft heißt es da missverständlich: ´Wir nehmen uns einen Anwalt´", berichtet Zebisch. "Ein Anwalt ist jedoch immer nur für seinen Mandanten zuständig und kann die Interessen des anderen nicht vertreten." Das mag bei einer einverständlichen Scheidung noch gehen, gibt es jedoch Streit um Unterhalt oder Sorgerecht, sollte man sich logischerweise zwei Anwälte nehmen. Die genauen Kosten der Scheidung erfährt man von seinem Anwalt, man kann sie auch vorab über einen online-Rechner berechnen, zum Beispiel über die Seite des Anwaltsuchservice. In mancher zerrütteten Beziehung sind die Aufwendungen für eine Scheidung eine zusätzliche Belastung. Geringverdiener und Arbeitslose haben hier die Möglichkeit, Prozesskostenhilfe zu beantragen. "Wer das in Anspruch nehmen will, sollte seinen Anwalt danach fragen", rät die Anwältin. So können dem Antragsteller die Prozesskosten komplett oder zumindest teilweise erlassen werden. Verbessern sich die wirtschaftlichen Verhältnisse jedoch wieder, kann die Prozesskostenhilfe innerhalb der kommenden vier Jahre wieder zurückverlangt werden. Wer seinem Glück nicht traut, kann sich sogar gegen die möglichen Scheidungskosten versichern. Bisher bietet jedoch nur die ARAG-Versicherung eine Rechtschutzversicherung in Ehesachen als Erweiterung des Individual-Rechtsschutzes an. Denn normalerweise sind Familienstreitigkeiten nicht im Leistungspaket einer Rechtsschutzversicherung enthalten. Der Abschluss einer solchen Eheversicherung lohnt sich allerdings nicht mehr, wenn es in der Beziehung schon kriselt - es sei denn, man hält die dreijährige Wartefrist noch durch.


Auch steuerlich geschieden


Nicht nur Trennung und Scheidung hinterlassen ihre Spuren, auch der Fiskus lässt die beiden Partner spüren, dass sie nicht mehr zusammengehören: So ist die gemeinsame Veranlagung nach dem so genannten Splittingtarif in der Steuererklärung im Jahr der Trennung zum letzten Mal möglich. Doch jeder ernsthafte Versöhnungsversuch verlängert die Zeit der Zusammenveranlagung um ein weiteres Jahr. Hierzu müssten die Eheleute noch mal drei bis vier Wochen zusammen unter einem Dach leben. Besonders vorteilhaft wirkt sich das aus, wenn sich beide über die Jahreswende noch einmal für mehrere Wochen zusammenraufen, denn so verlängert sich die Zeit der gemeinsamen Veranlagung um weitere zwei Jahre. Und dabei muss man nicht einmal Angst um das laufende Trennungsjahr haben, denn der Gesetzgeber will zur Versöhnung und damit zum Erhalt der Ehe ermutigen: "Ein Versöhnungsversuch hindert den Ablauf eines Trennungsjahres familienrechtlich nicht - steuerrechtlich schon", so die Anwältin Martina Zebisch. Man muss mit dem Trennungsjahr nicht noch mal von vorne anfangen, wenn die Versöhnung nicht klappt. Aber wenn es dann erst einmal richtig aus ist, wird es auch steuerlich wieder teurer. Beide Ex-Partner müssen zum nächsten Jahreswechsel nach der Trennung die Steuerklasse ändern. Wenn Kinder mit im Haushalt leben, bekommen sie die Steuerklasse II, ansonsten wechseln die Geschiedenen in die Klasse I. Die Scheidungskosten können als außergewöhnliche Belastung in der nächsten Steuererklärung geltend gemacht werden, hier ist allerdings eine zumutbare Belastung selbst zu zahlen. "Die Rechnung sollte man aber auf jeden Fall immer seiner Steuererklärung beilegen", rät die Anwältin für Familienrecht. Unterhaltsleistungen von bis zu 13.805 Euro an den Ehemaligen kann man steuerlich als Sonderausgaben in der Anlage U geltend machen, falls der geschiedene Ehepartner zustimmt. Er muss die empfangenen Unterhaltsleistungen dann allerdings in seiner Steuererklärung versteuern. Dafür hat er dann wiederum den Rechtsanspruch gegenüber dem Unterhaltszahler, dass dieser ihm die Steuerzahlungen ersetzt (so genanntes Realsplitting). "Das geht allerdings nicht beim Kindesunterhalt", so die Expertin. Ohne Zustimmung des Anderen kann man den Unterhalt bis zum Höchstbetrag von 7.680 Euro als außergewöhnliche Belastung abziehen. Ist dieser Unterhaltshöchstbetrag durch eigene Einkünfte des geschiedenen Partners reduziert, kann der Zahlende weniger absetzen. Nicht steuerlich absetzbar sind hingegen die Kosten für die Änderung des Testaments nach der Scheidung. Das gilt auch für den Umzug, wenn sich einer der beiden Ex-Partner eine neue Wohnung sucht. "Drum prüfe, wer sich ewig bindet!" Angesichts des Aufwands und der Kosten für eine Scheidung scheint dieser Spruch durchaus seine Berechtigung zu haben. Kleiner Trost: Die "Scheidung" an sich vor Gericht ist oft nur eine Sache von Minuten. Übrigens kann man nicht nur seine Scheidung online abwickeln, auch die Steuererklärung kann man ganz bequem am Rechner eingeben, zum Beispiel über Lohnsteuer kompakt 2007.