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News

Krankentagegeld - Wie können sich Selbständige ab 2009 versichern?(2008-11-19 09:23:21)

Krankentagegeld - Wie können sich Selbständige ab 2009 versichern? Zum Jahreswechsel treten weitere Änderungen der Gesundheitsreform in Kraft. Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen bleiben für die meisten Versicherten erhalten. Anders steht es um Selbständige, die freiwillig gesetzlich versichert sind. Sie haben ab dem 1. Januar 2009 keinen Anspruch mehr auf Krankentagegeld. Wie sich Selbständige im Krankheitsfall absichern können erfahren Sie hier.

Selbständige verlieren Anspruch auf Krankentagegeld


(una) Bisher galt für freiwillig Versicherte ein erhöhter Beitragssatz, der das Krankentagegeld sicherte. Im Krankheitsfall zahlte die Versicherung pro Krankheitstag einen vereinbarten Betrag um den Verdienstausfall auszugleichen. Diese Leistung wird zum 1. Januar 2009 abgeschafft. Alle freiwillig gesetzlich Versicherten zahlen dann den ermäßigten Beitrag von 14,9 Prozent, Pflichtversicherte zahlen einheitlich 15,5 Prozent. Weitere Informationen zum einheitlichen Beitragssatz finden Sie hier Der Wegfall des Krankentagegeldes trifft Selbständige besonders hart, da sie im Gegensatz zu Angestellten im Krankheitsfall keine Lohnfortzahlung erhalten. Bei längerem Verdienstausfall droht im schlimmsten Fall das finanzielle Aus. Eine Zusatz-Versicherung kann helfen, den Lebensstandard während einer Krankheit zu halten und die berufliche Existenz zu sichern. Wer als Selbständiger seinen Versicherungsschutz für das Krankentagegeld weiterhin aufrechterhalten will, sollte deshalb bis zum Jahresende handeln. Wer erst im nächsten Jahr eine Zusatzversicherung bei seiner gesetzlichen Krankenkasse abschließt muss möglicherweise eine viermonatige Wartezeit in Kauf nehmen, bevor der Versicherungsschutz greift. Wie berechnen sich die Krankengeld-Wahltarife? Und welche Nachteile sind damit verbunden? Mehr dazu lesen Sie auf der folgenden Seite.


Wahltarife der Gesetzlichen Krankenkassen


Freiwillig Versicherte haben ab 2009 die Möglichkeit, einen Krankengeld-Wahltarif bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse abzuschließen. Alle Krankenkassen sind verpflichtet, diesen Wahltarif anzubieten. Die zusätzlichen Kosten, die dadurch entstehen, sind von Anbieter zu Anbieter verschieden. Entscheidend für die Prämienhöhe sind die Tarifklasse, das durchschnittliche Arbeitseinkommen und das Alter des Versicherten. Die Höhe der Beiträge und der Zeitpunkt, ab dem Krankengeld bezahlt wird, beeinflussen ebenso die Prämienhöhe, können aber vom Versicherten selbst bestimmt werden. Im Krankheitsfall zahlen die gesetzlichen Kassen bei derselben Krankheit in einem Zeitraum von drei Jahren maximal 78 Wochen lang. Der Versicherte erhält maximal 70 Prozent seines Bruttogehalts, im Höchstfall 84 Euro Krankengeld pro Tag. Für Selbständige zählt als Berechnungsgrundlage das Einkommen, an dem die Beiträge für die letzten zwölf Monate bemessen wurden bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 3600 Euro im Jahr 2008. Für die Berechnung der Beiträge gilt: Je früher Krankentagegeld im Versicherungsfall gezahlt wird und je höher die Zahlung ausfällt, desto höher sind auch die Beiträge. Wer eine Versicherung abschließen möchte, sollte seine Versorgungslücke im Fall der Fälle berechnen. Wenn finanzielle Rücklagen für die ersten Wochen eines Verdienstausfalls vorhanden sind, kann die Krankengeldzahlung ab einem späteren Zeitpunkt Sinn machen. Überlegen Sie sich auch, wie hoch das Krankengeld sein muss, um Ihre persönliche Versorgungslücke zu schließen. Entscheidet man sich für einen Wahltarif bei einer gesetzlichen Krankenkasse, bedeutet dies jedoch eine Vertragsbindung von drei Jahren. In dieser Zeit verzichten Sie auf das Sonderkündigungsrecht und können nicht zu einer anderen Krankenkasse wechseln, selbst wenn die Versicherung einen Zuschlag auf den neuen einheitlichen Beitrag erhebt. Lesen Sie auf der nächsten Seite welche Alternativen private Krankenkassen bieten.


Private Zusatzversicherung und Vollversicherung


Eine Alternative zum Krankengeld-Wahltarif ist eine private Zusatzversicherung. Auf diese Weise kann man die Vertragsbindung zu einer gesetzlichen Krankenkasse umgehen. Da die gesetzlichen Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben können, kann eine langfristige Bindung teuer werden. Es kann sich lohnen, erst abzuwarten, welche Versicherungen gut wirtschaften und welche nicht. Weitere Informationen und Hilfe zum Thema gesetzliche Krankenversicherung finden sie hier Eine private Krankenzusatzversicherung kann sich vor allem für jüngere Versicherungsnehmer ohne Vorerkrankungen lohnen. Ältere und chronisch Kranke müssen meist tiefer in die Tasche greifen. Für eine private Zusatzversicherung spricht auch die unbegrenzte Zahlung im Versicherungsfall, die bei den gesetzlichen Krankenkassen auf 78 Wochen begrenzt ist. Eine private Zusatzversicherung für einen 30-jährigen Mann ohne Vorerkrankungen ist bereits für einen Monatsbeitrag von zirka zehn Euro zu haben, bei einem Krankentagegeld über 50 Euro ab der 7. Woche. Als dritte Möglichkeit bietet sich für Selbständige der komplette Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung. Ab Januar 2009 kann jeder freiwillig gesetzlich Versicherte innerhalb von sechs Monaten in einen so genannten Basistarif der privaten Krankenkassen wechseln. Persönliche Risikozuschläge werden nicht erhoben. Im Zuge der Reform sind die privaten Krankenkassen verpflichtet, jeden Selbständigen in den Basistarif aufzunehmen, auch wenn er zuvor abgelehnt oder gekündigt wurde. Weitere Informationen und Hilfe zum Thema private Krankenversicherung finden Sie hier Vor Abschluss einer Versicherung sollten alle Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. Wer verschiedene Anbieter und Angebote vergleicht kann bares Geld sparen. Diskutieren Sie mit den "forium Experten" über die Gesundheitsreform .