Gesetzliche Krankenversicherung

Die Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern sind eher gering. Für viele Verbraucher ist daher der Preis entscheidend.


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Ratgeber

Eine Krankenversicherung braucht jeder. Wer sich gesetzlich versichern will, hat die Wahl unter rund 200 verschiedenen Krankenkassen. In der gesetzlichen Krankenversicherung sind die Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern eher gering. Für viele Verbraucher ist daher der Preis entscheidend.

Jeder hat ein Wahlrecht


Jeder sollte im Einzelfall die Kataloge der verschiedenen Kassen zu den erstattungsfähigen Sonderleistungen (Heilpraktiker, Akupunkturbehandlung etc.) berücksichtigen. Auch die Erreichbarkeit, ob eine Filiale in der Nähe ist und wie telefonische oder Email-Anfragen beantwortet werden, kann eine Rolle spielen. Alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen haben die Möglichkeit der freien Kassenwahl. Sie können sich also bei einer Betriebskrankenkasse (BKK), einer Innungskrankenkasse (IKK) oder einer der anderen zahlreichen gesetzlichen Krankenkassen (z.B. AOK, DAK, TK, usw.) versichern. Der Versicherungsschutz beginnt am ersten Tag der Mitgliedschaft. Ein Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung ist für Arbeitnehmer nur möglich, wenn das jährliche Einkommen höher ist als die Versicherungspflichtgrenze. Im Jahr 2009 liegt diese Grenze bei 48.600 Euro. Studenten haben nur ein eingeschränktes Wahlrecht. Wer vor Beginn des Studiums privat versichert war, muss sich nun entscheiden, ob er dies bleiben will oder in die studentische Krankenversicherung wechselt. Die kostet inklusive Pflegeversicherung rund 65 Euro monatlich - egal bei welcher gesetzlichen Kasse. Die einmal getroffene Entscheidung gilt für die gesamte Studienzeit. Studenten, die über die Familienversicherung ihrer Eltern kostenlos in einer gesetzlichen Kasse versichert waren, müssen sich spätestens mit 25 der gleichen Entscheidung stellen. Die günstige studentische Krankenversicherung gibt es jedoch längstens bis zum 14. Fachsemester oder bis zu dem Semester, in dem man 30 wird.


Kündigung und Wechsel


Jeder, der mindestens 18 Monate bei einer Krankenkasse versichert ist, hat ein Kündigungsrecht. Bei kürzerer Mitgliedschaft kann seit der Einführung des Gesundheitsfonds nur gekündigt werden, wenn die Krankenkasse Zusatzbeiträge erhebt. In diesem Fall spricht man auch von einem Sonderkündigungsrecht. Die Ausnahme seit der Gesundheitsreform: Wer sich für einen der neu angebotenen Wahltarife entscheidet, kann nicht so ohne Weiteres die Versicherung wechseln. Denn in diesem Fall ist er erst einmal für drei Jahre an seine Versicherung gebunden. Das gilt allerdings nicht für die Tarife, zu denen die Kasse gesetzlich verpflichtet ist. Lesen Sie hierzu auch das Kapitel "Gesundheitsreform: Neue Tarife". Bei einem geplanten Wechsel muss eine Kündigungsfrist von zwei Kalendermonaten beachtet werden. Wer also am 20.März kündigt, kann erst zum 1. Juni Mitglied einer neuen Kasse werden. Innerhalb dieser zwei Monate sollte ein Aufnahmeantrag bei der gewünschten neuen Versicherung gestellt werden. Denn wer nach Ablauf der zweimonatigen Kündigungsfrist keine neue Kasse gefunden hat, bleibt automatisch bei der alten. Die Kündigung gilt dann als unwirksam. Dieses Verfahren gewährleistet, dass kein Pflichtversicherter "aus Versehen" auch nur für kurze Zeit ohne Krankenversicherung da steht. Nach einigen Tagen verschickt die alte Krankenversicherung eine Kündigungsbestätigung. Dieses Schreiben sollte man unbedingt aufheben, denn ohne die Bestätigung ist der Eintritt in eine neue Krankenversicherung unmöglich. Erst nach Erhalt dieser Kündigungsbestätigung stellt die neue Krankenkasse eine Mitgliedsbescheinigung aus. Neu seit der Gesundheitsreform 2007: In Zukunft soll jeder Bürger über eine Krankenversicherung abgesichert sein. Hierzu können seit April 2007 alle, die ihren Versicherungsschutz aus irgendeinem Grund verloren haben, wieder in ihre alte Versicherung zurückkehren. Das gilt auch für einst privat Krankenversicherte. Für alle, die ihrer Versicherungspflicht nicht nachkommen, kann es unter Umständen teuer werden. Denn im Krankheitsfall darf das Versicherungsunternehmen die Nachzahlung der Beiträge seit Beginn der Versicherungspflicht (maximal fünf Jahre) verlangen.


Beitragszahlung


Die Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beziehen sich auf den Bruttomonatsverdienst. Die Hälfte des Versicherungsbeitrags wird vom Arbeitgeber übernommen, die andere Hälfte trägt der Arbeitnehmer selbst. Nicht berufstätige Familienangehörige (Ehepartner oder Kinder) sind beitragsfrei mitversichert. Bei den gesetzlichen Krankenversicherungen gibt es verschiedene Beitragsstufen: Den allgemeinen Beitrag: Versicherte mit sechs Wochen Lohnfortzahlung bei Krankheit, zum Beispiel Arbeiter, Angestellte sowie Rentner. Den ermäßigten Beitrag: wenn kein Anspruch auf Krankengeld besteht. Dies betrifft beispielsweise auch Studenten oder Selbstständige. Der erhöhte Beitrag mit Krankengeldanspruch wurde zum Januar 2009 gestrichen. Freiwillig Versicherte mussten daher über einen Krankengeld-Wahltarif einen Anspruch auf Krankengeld absichern. Diese Regelung hat jedoch bereits wieder eine Änderung erhalten. Freiwillig Versicherte können nun einen Anspruch auf Krankengeld ab der siebten Woche wie gesetzlich Versicherte über den allgemeinen Versicherungsbeitrag erwerben. Krankheitszeiten vor der siebten Woche sind für freiwillig Versicherte weiterhin nicht abgedeckt, sondern müssen privat oder über einen zusätzlichen Wahltarif der Krankenkasse abgesichert werden. Für die meisten Versicherten ist nur der allgemeine Beitrag relevant. Der Beitragssatz wird als Prozentsatz vom gesamten Brutto-Einkommen angegeben. Ein Beispiel: Bei einem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro und einem Beitragssatz von 14,6 Prozent werden 438 Euro Versicherungsbeitrag fällig. Der Versicherte selbst zahlt allerdings nur 219 Euro, die andere Hälfte trägt der Arbeitgeber. Einen Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent trägt wiederum der Versicherte allein. Seit Juli 2009 beträgt der allgemeine Beitragssatz nur noch 14,9 Prozent. Hiervon entfallen 7 Prozent auf den Arbeitgeber und 7,9 Prozent auf den Arbeitnehmer. Die Beiträge steigen zwar proportional zum Einkommen, allerdings nicht endlos. Für viel Verdiener gibt es eine Beitragsbemessungsgrenze. Im Jahr 2009 liegt sie bei 44.100 Euro jährlich, bzw. 3.675 Euro monatlich. Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze werden Löhne und Gehälter nicht mehr mit Beiträgen belastet. Hiermit will der Gesetzgeber auch für gut Verdienende einen Anreiz schaffen, sich in der GKV zu versichern. So soll der Mitgliederschwund der gesetzlichen Kassen gebremst werden und deren Finanzierung gesichert bleiben. Die Beitragsbemessungsgrenze wird jährlich an die allgemeine Lohn- und Gehaltsentwicklung angepasst. Zum 1. Juli 2005 wurde per Gesetz ein Sonderbeitrag von 0,9 Prozent des Bruttoeinkommens für alle gesetzlich Krankenversicherten eingeführt. Diesen Sonderbeitrag zahlen nur die Arbeitnehmer. Gleichzeitig mussten alle gesetzlichen Krankenkassen ihre Beitragssätze um 0,9 Prozent senken (So bleibt es bei einer zusätzlichen Belastung der Arbeitnehmer von 0,45 Prozent). Hierdurch soll der Arbeitgeber von einem Teil der Lohnnebenkosten entlastet werden.


Vorteil Familienversicherung


Einer der größten Vorteile der gesetzlichen Krankenversicherung liegt sicherlich in der Familienversicherung. Der Ehegatte, ein eingetragener gleichgeschlechtlicher Lebenspartner und Kinder können ohne zusätzlichen Beitrag mitversichert werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Familienangehörigen sich vorwiegend in Deutschland aufhalten, nicht von der Versicherungspflicht befreit sind und nicht mehr als 360 Euro (Stand: 2009) monatlich verdienen. Bei geringfügiger Beschäftigung liegt diese Einkommensgrenze bei 400 Euro. Kinder sind nicht familienversichert, wenn nur ein Elternteil gesetzlich versichert ist, und das Einkommen des anderen Elternteils regelmäßig über der Versicherungspflichtgrenze von 4.050 Euro und über dem Verdienst des Mitglieds liegt. Grundsätzlich kann der Nachwuchs höchstens bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs bei den Eltern mitversichert werden, zumindest dann, wenn er sich in einer Schul- oder Berufsausbildung befindet. Wird diese Ausbildungsphase durch den Wehr- oder Zivildienst unterbrochen, verlängert sich die mögliche Familienversicherung um die entsprechende Zeit. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, endet die Familienversicherung mit Vollendung des 18. Lebensjahrs. Sind die Eltern bei verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen versichert, besteht für die Kinder ein Wahlrecht.


Gesundheitsreform: Neue Tarife


Mit der Gesundheitsreform von 2007 treten die Krankenkassen in einen stärkeren Wettbewerb. Zu einigen neuen Tarifen sind die Kassen gesetzlich verpflichtet, andere können sie freiwillig anbieten. Die gesetzlichen Kassen müssen beispielsweise seit dem ersten April das Hausarztmodell anbieten. So sollen teure Doppeluntersuchungen vermieden werden. Der Patient verpflichtet sich im Krankheitsfall zuerst seinen Hausarzt aufzusuchen. Belohnt wird der Versicherte hierfür mit einem Bonus etwa in Form der Rückerstattung der Praxisgebühr. Ebenfalls neu im Pflichtpaket der Gesetzlichen sind die Besonderen Versorgungsformen. Hierunter fallen unter anderen die integrierte Versorgung und das Disease-Management-Programm: eine strukturierte Behandlung, die helfen soll, Folgeerkrankungen bei chronisch Kranken zu vermeiden. Den teilnehmenden Patienten soll durch eine gezielte Vernetzung der einzelnen Behandlungsstationen eine bessere Versorgung geboten werden. Dies wendet sich an bestimmte Zielgruppen, wie zum Beispiel Diabetiker, Brustkrebspatientinnen oder Asthmatiker. Neben diesen Pflichttarifen, die die Kassen ihren Versicherten seit Kurzem anbieten müssen, können sie auch noch zusätzliche Tarife einführen. Eine weitere Neuerung ist beispielsweise der Kostenerstattungstarif: Die Patienten zahlen ihre Behandlung zunächst selbst, was den Vorteil hat, dass gesetzlich Versicherte den gleichen Behandlungsstatus bekommen wie Privatversicherte. Die Rechnung legen sie anschließend gegen eine Bearbeitungsgebühr der Krankenkasse vor. Diese erstattet dann die Kosten in Höhe des gesetzlichen Leistungsanspruchs. Alles, was darüber hinausgeht, muss der Versicherte selbst tragen. Viele Krankenkassen bieten ihren Versicherten auch so genannte Selbstbehalttarife an. Hierbei verpflichtet sich der Versicherte, einen vertraglich festgelegten Anteil seiner Behandlungskosten selbst zu übernehmen. Als Gegenleistung erhält er einen Betrag gutgeschrieben beziehungsweise ausgezahlt. Dieser Tarif wird sich wohl vor allem für Versicherte lohnen, die eher selten zum Arzt gehen. Das gleiche gilt für Tarife mit Beitragsrückerstattung: Wenn der Versicherte ein Jahr lang keine Leistung seiner Krankenkasse (außer Vorsorge und Früherkennung) in Anspruch genommen hat, wird er dafür mit einer Prämie oder Zuzahlungsermäßigung belohnt. Dieser Bonus beläuft sich auf maximal ein Zwölftel seines Jahresbeitrags. Angesichts der zahlreichen Krankenkassen, die wiederum viele neue Tarife einführen, wird manchem die Wahl sicher schwer fallen. Grundsätzlich sollte jeder gut überlegen, für welchen Tarif er sich entscheidet, denn mit Abschluss des Vertrags ist man für die nächsten drei Jahre an die Wahltarife gebunden. Ein Kassenwechsel ist in dieser Zeit nicht möglich, außer, wenn die Versicherung die Tarifbedingungen ändert. Diese lange Bindungsfrist gilt jedoch nicht für die Tarife, zu denen die Kassen gesetzlich verpflichtet sind.


Leistungen und Versicherungsschutz


Grundgedanke der GKV ist, die medizinische Versorgung im Krankheitsfall und bei Schwangerschaften zu gewährleisten. Das System wurde 1883 von Fürst Otto von Bismarck eingeführt und ist - in Teilen zumindest - heute noch gültig. Neben der ambulanten und stationären Krankenversorgung, inklusive Arznei- und Heilmitteln, sind einige Leistungen hinzugekommen, etwa Maßnahmen zur Verhütung und Früherkennung von Krankheiten (Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen), Schwangerschaftsbehandlungen, -abbrüche und -beratungen, Zahnbehandlungen sowie das Krankengeld. Eingeschränkt wird das Ganze im Sozialgesetzbuch jedoch durch ein Wirtschaftlichkeitsgebot und das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit. Krankengeld zahlt die GKV, wenn man wegen einer Krankheit arbeitsunfähig wird. Arbeitnehmer erhalten zunächst sechs Wochen lang eine Lohnfortzahlung vom Chef. Danach gibt es das Krankengeld in Höhe von 70 Prozent des Brutto- oder maximal 90 Prozent des Nettolohnes. In letzter Zeit sind einige Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung gekürzt oder komplett gestrichen worden. Weggefallen sind das Sterbe- und Entbindungsgeld, die Zuzahlungen für Brillen und Kontaktlinsen für Erwachsene sowie die Fahrtkosten zu ambulanten Behandlungen. Sterilisationen werden nur noch in medizinisch notwendigen Fällen übernommen. Bei künstlichen Befruchtungen gibt es anstatt vier nur noch drei Versuche. Ebenfalls ausgenommen von den Leistungen der gesetzlichen Kassen sind viele Verfahren der Alternativmedizin und Naturheilkunde. Einige Kassen bieten zumindest eine Kostenübernahme bei Akupunktur und anderen Modellversuchen. Wer sich für diese Leistungen interessiert, sollte vor einem Wechsel nachfragen, ob die potenzielle neue Kasse die Kosten dafür übernimmt. Der Versicherungsschutz gilt in Deutschland und in allen Ländern, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Wenn Sie verreisen, können Sie von Ihrer Krankenkasse einen Versicherungsschein für Ihr Reiseland anfordern. Einige Kassen bieten auch die Möglichkeit, den Schein im Internet anzufordern. Da am Urlaubsort häufig ein vollkommen anderes Gesundheitssystem herrscht, sollten Sie sich vorher informieren. Heimtransporte zahlt die GKV in keinem Fall, dafür müsste man eine Auslandsreisekrankenversicherung abschließen.


Neue Pflichtleistungen seit 2007


In Zukunft sind die Krankenkassen dazu aufgefordert, ihren Leistungskatalog dort zu erweitern, wo es notwendig ist. Hiervon sollen besonders alte und schwerkranke Menschen profitieren. Verbessern sollen sich auch die ambulante Versorgung Schwererkrankter sowie die Versorgung Sterbender. Besserer Zugang zu spezialisierten Krankenhäusern, eine ambulante mobile Rehabilitation und gezielte Pflege im eigenen Wohnumfeld sind Hauptanliegen der Reform. Hierzu gehört auch die freie Wahl der Reha-Einrichtung für den Patienten. - Eventuelle Mehrkosten muss allerdings der Versicherte tragen. Zu den Pflichtleistungen der Krankenkassen zählen zukünftig auch alle wichtigen Schutzimpfungen. Die Kassen müssen hier den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) folgen. Einige dieser Impfungen wurden von den Kassen bisher schon freiwillig bezahlt, jetzt sind sie Pflichtleistungen. Auch Vater-/Mutter-Kind-Kuren müssen die Kassen in Zukunft anbieten. Einige Leistungen, die bisher von den Versicherungen übernommen wurden, können seit dem ersten April 2007 wegfallen. So müssen die Krankenkassen unter anderem nicht mehr für die von Schönheitsoperationen, Piercings oder Tattoos verursachten Folgeerkrankungen aufkommen. Auch die Behandlung mit neuen, besonders teuren Medikamenten müssen die Kassen zukünftig nicht mehr ohne Weiteres bezahlen. So muss der behandelnde Arzt auf Verlangen der Krankenkasse die Meinung eines zweiten Arztes einfordern. Aber auch für den Patienten können einzelne Leistungen günstiger werden. Die Krankenkassen sind nämlich dazu berechtigt, Rabattverträge mit den Pharmakonzernen abzuschließen. Medikamente von den entsprechenden Firmen erhält der Patient dann ganz oder teilweise ohne Zuzahlung. Weitere ausführliche Informationen zur Gesundheitsreform von 2007 lesen Sie im Text Gesundheitsreform: Und was kommt jetzt?


Zuzahlungen


Seit Januar 2004 müssen Patienten zu allen Leistungen der gesetzlichen Kassen zehn Prozent der Kosten zuzahlen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind davon befreit. Eine Zuzahlung darf jedoch nicht höher als zehn Euro und nicht niedriger als fünf Euro sein. Davon betroffen sind Medikamente, Hilfsmittel (z.B. Hörgeräte oder Rollstühle), Kranken- und Rettungsfahrten, Verbandsmittel, Haushaltshilfen und Soziotherapie. Wenn eine Arznei günstiger als fünf Euro ist, zahlt man die tatsächlichen Kosten. Nur bei Hilfsmitteln, die verbraucht werden, etwa Ernährungssonden oder Inkontinenzhilfen, entfällt diese fünf-Euro-Mindestgrenze. Zusätzlich dürfen hier die eigenen Zuzahlungen monatlich nicht mehr als zehn Euro betragen. Heilmittel (Massagen, Krankengymnastik, usw.) schlagen ebenfalls mit zehn Prozent der Kosten und zusätzlich zehn Euro pro Verordnung zu Buche. Bei der häuslichen und stationären Krankenpflege sind täglich zehn Euro zuzuzahlen, maximal für 28 Tage pro Kalenderjahr. Bei Verordnungen innerhalb einer Klinik oder aufgrund der häuslichen Pflege wird der Eigenanteil jedoch erneut fällig. Kuren schlagen ebenfalls mit zehn Euro pro Kalendertag zu Buche. Versicherte müssen jedoch maximal zwei Prozent ihres jährlichen Bruttoeinkommens zum Lebensunterhalt für Zuzahlungen aufbringen, chronisch Kranke zahlen maximal ein Prozent. Bei Zahnersatz wie Kronen, Brücken oder Prothesen gilt jedoch eine Sonderregelung: Die Krankenkasse übernimmt lediglich 50 Prozent der Kosten, die für eine Regelversorgung anfallen. Entscheidet sich der Patient für eine aufwändigere Versorgung, zahlt er die Differenz ab diesem Betrag aus eigener Tasche. Wer mit einem Stempel in seinem Bonusheft nachweisen kann, dass er in den letzten fünf Jahren mindestens einmal jährlich zur Vorsorge beim Zahnarzt war, dem zahlt die Kasse 60 Prozent der Standardversorgung. Kann man dies sogar für die letzten zehn Jahre nachweisen, sind vom Versicherten nur noch 35 Prozent Zuzahlung zu leisten.


Praxisgebühr und Zuzahlungsbefreiung


Im Januar 2004 wurde die viel diskutierte Praxisgebühr eingeführt. Pro Quartal muss jeder Patient zehn Euro für den ersten Besuch beim Arzt, Zahnarzt oder Psychotherapeuten zahlen. Die Praxisgebühr wird auch fällig, wenn es nur um ein Rezept geht, bei telefonischer Beratung oder wenn ein Notdienst oder eine Ambulanz in Anspruch genommen wird. Ausgenommen von der Praxisgebühr ist, wer vom Hausarzt an einen Facharzt oder vom Zahnarzt zum Kieferchirurgen überwiesen wird. Voraussetzung ist, dass beide Arztbesuche im selben Quartal liegen. Ebenso ausgenommen von der Praxisgebühr sind Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen, sowie Behandlungen wegen Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Versicherte können sich von einem Teil der Zuzahlungen (siehe vorherige Seite) unter bestimmten Voraussetzungen befreien lassen. Neben den Eigenbeträgen für Medikamente, Kuren, Hilfs- und Heilmitteln, ist auch eine Befreiung von der Praxisgebühr möglich. Voraussetzung ist, dass die jährlichen Zuzahlungen zwei Prozent (bei chronisch Kranken: ein Prozent) des jährlichen Bruttoeinkommens aller im Haushalt lebenden Personen übersteigen. Dabei werden alle Jahresbruttoeinkommen der im Haus lebenden Personen addiert. Für Familien verringert sich die Belastungsgrenze gegebenenfalls durch den Kinderfreibetrag und den Freibetrag für den Ehepartner. Alle Zuzahlungen, die zwei Prozent des Familieneinkommens überschreiten, müssen sie nicht selbst zahlen. Eigenbeträge für Zahnersatz fallen aus der Befreiungs-Regelung jedoch heraus. Für chronisch Kranke liegt die Grenze bei einem Prozent des Bruttoeinkommens. Als chronisch krank gelten alle Personen in Pflegestufe 2 oder 3, alle, die zu mindestens 60 Prozent behindert oder erwerbsunfähig sind und alle, für die eine permanente medizinische Vorsorge zwingend erforderlich ist. Wichtig ist, dass für alle Zuzahlungen Quittungen gesammelt werden - denn nur so lässt sich nachweisen, dass die Zuzahlungen tatsächlich die Härtefallgrenze überschreiten. Alle Ärzte, Apotheker, Krankenhäuser, Therapeuten und Zahnärzte sind verpflichtet, Ihnen Quittungen über Ihre geleisteten Zuzahlungen auszustellen. Die Krankenkassen haben Formblätter für die teilweise Befreiung von Zuzahlungen. Diese können Sie mit einem Musterbrief anfordern.


2009: Gesundheitsfonds, Zusatzbeitrag oder Bonus


Seit 2009 gilt der Gesundheitsfonds in der gesetzlichen Krankenversicherung. Aus diesem Topf erhalten die Kassen künftig die Beiträge für ihre Versicherten. Gefüllt wird der Fonds mit Steuergeldern und den Beiträgen der Versicherten. Der Beitrag ist seit dem einheitlich und nicht mehr von Kasse zu Kasse unterschiedlich. Aktuell - seit Juli 2009 - liegt er bei 14,9 Prozent. Künftig ist für die Suche nach einer neuen Kasse nicht mehr der Beitragssatz entscheidend, sondern vielmehr, welche Leistung sie bietet und ob sie Zusatzbeiträge erhebt oder ihren Versicherten sogar einen Bonus auszahlt. Jede Kasse ist berechtigt, einen Zusatzbeitrag zu erheben, wenn sie mit den Mitteln aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommt. Diese Zuzahlung darf allerdings maximal ein Prozent des Bruttoverdienstes eines Versicherten ausmachen. Ohne Einkommensbezug sind für jedes Kassenmitglied monatlich acht Euro Zusatzbeitrag möglich. Auf der anderen Seite können Kassen, die schuldenfrei sind und gut wirtschaften, ihre Mitglieder durch Prämien an den Gewinnen beteiligen. Die Höhe dieser Rückerstattungsprämie kann in Zukunft neben den Leistungen ein entscheidendes Kriterium beim Kassenwechsel sein. So wird der Wettbewerb unter den Kassen neu gestaltet.