Die Geschäftsgebäudeversicherung: Schutz für Geschäftsgebäude

Sie besitzen eigene Räume für Ihr Unternehmen?

Durch Brand, Leitungswasser, Sturm und Hagel können sehr große Schäden entstehen, die schlimmstenfalls die Unternehmensexistenz gefährden können.

Gerade die Folgekosten durch Löschwasser oder die Entsorgung von Sondermüll sind hoch.

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Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein? Unser Tipp: Die Summe sollte grundsätzlich dem Neuwert entsprechen. Bei Gebäuden, deren Wert unter vierzig Prozent des Neuwertes liegt, sind allerdings Ausnahmen möglich.

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Ratgeber


Grundlagen


Sie besitzen eigene Räume für Ihr Unternehmen? Oder vermieten Sie Gewerberäume? Der Wert Ihres Geschäftsgebäudes ist Ihnen dann sicherlich bewusst. Aber denken Sie auch an die permanenten Gefahren und unvorhergesehenen Risiken, denen es ausgesetzt ist?

Durch Brand, Leitungswasser, Sturm und Hagel können sehr große Schäden entstehen, die schlimmstenfalls die Unternehmensexistenz gefährden können. Gerade die Folgekosten durch Löschwasser oder die Entsorgung von Sondermüll sind hoch. Für Vermieter kommen zu den eigentlichen Schäden Mietausfälle hinzu, was bei kreditfinanzierten Objekten besonders riskant ist.

Verhindern kann eine Versicherung die Schäden an Ihrem Gebäude natürlich nicht. Sie bietet aber Schutz vor den finanziellen Folgen, die Ihnen durch Reparaturen oder die Wiederherstellung des zerstörten Gebäudes entstehen.




Welche Gefahren sind versicherbar?


Der Versicherungsschutz lässt sich je nach Versicherungsunternehmen und Ihren Bedürfnissen ganz individuell zusammenstellen.

  • Brand, Blitzschlag, Explosion, Überspannung infolge Blitzschlag
  • Leitungswasser
  • Sturm und Hagel
  • Elementarschäden (z.B. Erdbeben, Überschwemmungen)
  • Glasbruch
  • Mietverlust

Außerdem sind auch Graffitischäden versicherbar, sowie Zu- und Ableitungsrohre inner- und außerhalb des Grundstücks.

Des weiteren bieten einige Versicherungen auch Versicherungsbausteine gegen Innere Unruhe an. Damit kann man sich gegen Streik oder Aussperrung, mutwillige Beschädigung, Fahrzeuganprall, Rauch und Überschalldruckwellen versichern.


Was ist versichert?


Die Wiederherstellung und die Wiederbeschaffung von versicherten Sachen, die zerstört wurden, beschädigt oder abhanden gekommen sind, ist die die grundlegende Aufgabe einer Geschäftsgebäudeversicherung. Die Versicherung erstreckt sich hierbei auf:

  • Gebäude mit Grund- und Kellermauern
  • Gebäudezubehör
  • Hof-, Gehsteig- und Terrassenbefestigungen
  • Garagen und Nebengebäude
  • Einfriedungen

Außerdem sind eine Vielzahl von Aufwendungen, die im Schadenfall auf Sie zukommen könnten, zusätzlich mitversichert. Hierunter fallen z.B. Kosten für Feuerlöschen, Aufräum- und Abbrucharbeiten sowie für die Dekontamination von Erdreich.

Fest verlegte Fußbodenbeläge, Klima- und Zentralheizungsanlagen, sanitäre Installationen und elektrische Anlagen sollten in der Versicherungssumme ausdrücklich mit erfasst sein, denn sie zählen zum Gebäude.




Mietverlust- und Glasversicherung


Wenn Teile des Gebäudes vermietet werden, kann der Einschluss einer Mietverlustversicherung sinnvoll sein. Diese Zusatzversicherung ersetzt zum einen entgangene Mieteinnahmen und zum anderen auch die fortlaufenden Nebenkosten, die normalerweise der Mieter zu tragen hat.

Dieser Zusatz ist besonders wichtig wenn das Gebäude kreditfinanziert ist und die Mieteinnahmen für die Tilgung verwendet werden. Denn die Kreditraten müssen auch weiter gezahlt werden wenn die Miete ausbleibt.

Der Versicherungsschutz erstreckt sich auch auf Räume, die der Versicherungsnehmer privat nutzt und die aufgrund eines Versicherungsfalls unbewohnbar geworden sind. In diesem Fall wird der Nutzungsausfall aufgrund der des ortsüblichen Mietwerts errechnet.

Optional ist die Gebäude-Glasversicherung. Diese bietet sich vor allem an, wenn das Gebäude über eine aufwendige Gebäudeverglasung verfügt oder besonders große Fensterflächen hat. Versichert sind alle Außen- und Innenscheiben, Profilbaugläser, Glasbausteine, Betongläser und Dachverglasungen.

Vorsicht: Handelt es sich bei dem zu versichernden Gebäude um ein Ladengeschäft oder eine Gaststätte, kann es sein, dass diese Glasflächen gesondert in die Glasversicherung aufgenommen werden müssen. Dasselbe gilt für Sonnenkollektoren und/oder Werbeanlagen.




Welche Gefahren und Schäden sind nicht abgedeckt?


Schäden durch Krieg, Kernenergie, innere Unruhen, Erdbeben und andere Elementarschäden, Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers u.a. sind in der Regel nicht versichert. Diese Gefahren können aber je nach Versicherungsgesellschaft zusätzlich gegen Aufpreis in den Versicherungsschutz integriert werden.

Ferner sind nicht versichert:

  • in der Feuerversicherung: Sengschäden
  • in der Leitungswasserversicherung: Schäden durch Wasserdampf, durch Plansch- oder Abwasser und durch Wasser aus Sprinklern sowie durch Hausschwamm
  • in der Sturmversicherung: Schäden durch Sturmflut, Lawinen und durch Eindringen von Regen, Hagel, Schnee oder Schmutz durch nicht ordnungsgemäß geschlossene Öffnungen.
  • in der Elementarschadenversicherung: Schäden durch Sturmflut oder Rückstau




Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?


Die Versicherungssumme für Ihr Gebäude sollte grundsätzlich dem Neuwert entsprechen. Bei Gebäuden, deren Wert unter vierzig Prozent des Neuwertes liegt, sind allerdings Ausnahmen möglich. Zur Festlegung der Versicherungssumme gibt es verschiedene Methoden. Bei der Neuwert- oder Zeitwertversicherung wird jeweils eine feste Versicherungssumme vereinbart, die durch den Versicherungsnehmer ständig an die sich ändernden Baukosten angepasst werden muss.

Vorsicht: Versäumt der Versicherungsnehmer die regelmäßige Anpassung des Versicherungswerts, kann es zur so genannten Unterversicherung kommen. In diesem Fall ist der Wert des Gebäudes höher als die vereinbarte Versicherungssumme. Das hat zur Folge, dass die Versicherungsgesellschaft bei einem Schadensfall auch nur in diesem Verhältnis Schadensersatz leisten muss.

Beispiel: Das Gebäude hat einen tatsächlichen Wert von 500.000 Euro, ist aber nur mit 250.000 Euro versichert. Bei einem Schaden in Höhe von 50.000 Euro werden dann auch nur 25.000 Euro erstattet. Um eine Unterversicherung zu vermeiden, bieten viele Versicherer die Möglichkeit der gleitenden Neuwertversicherung. Bei dieser Berechnungsmethode wird die Versicherungssumme jährlich im Rahmen des Baupreisindexes angepasst.

Damit kann es zu keiner Unterversicherung kommen, wenn einmal der Gebäudewert korrekt ermittelt wurde. Da die Versicherungsleistung nun an die Baupreisentwicklung gekoppelt ist, haben Sie die Sicherheit, das die Auszahlung dem realen Wert des Gebäudes entspricht.

Der Unterversicherungsverzicht gilt allerdings nur, wenn nach Ermittlung der richtigen Versicherungssumme keine wertsteigernden An-, Aus-, oder Umbauten vorgenommen wurden, die der Versicherungsgesellschaft noch nicht angezeigt wurden.