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Netzbanken entwirrt(2006-02-27 12:00:00)

ph_netzbanken.jpgManche Verbraucher stehen Internet-Banken misstrauisch gegenüber und bleiben lieber bei der altbekannten Hausbank. Dabei liegt ihr Geld bei Online-Banken ebenso sicher - oft zu günstigeren Konditionen. Lesen Sie die wichtigsten Fakten zu den Netz-Geldhäusern.

Wie sicher sind Online-Banken?


1822direkt - Halten Sie das auch für die Telefonnummer der Auskunft? Und die Melodie "Diba-diba-du", die aus dem Fernseher klingt, für eine babysprachliche Verunglimpfung von Frank Sinatras "Strangers in the night" anstatt eines Sprachspiels mit dem Banknamen DiBa? In dem Fall gehören Sie wahrscheinlich zu denjenigen Bankkunden, die ihr Geld bei der altbewährten Hausbank anlegen und Online-Banken entweder gar nicht kennen oder mit Misstrauen betrachten. "Ich traue denen nicht über den Weg. Wenn das Geld im Internet liegt, weiß ich doch gar nicht was damit passiert - vielleicht ist es plötzlich weg", meint Ulrich Plötzer, Azubi aus Offenburg. Solche Ängste sind so alt wie das Bankgewerbe und waren zu anderen Zeiten und an anderen Orten auch angebracht. Allerdings sind Online-Banken keine obskuren virtuellen Gebilde, sondern ganz normale Bankhäuser, hinter denen oft renommierte Geldinstitute stehen. Für Online-Banken gelten dieselben Regeln wie für alle anderen Banken. Falls also ein Geldhaus aus irgendeinem Grund Pleite geht, sind die Kundeneinlagen zumindest bei deutschen Bankhäusern völlig sicher. Banken innerhalb der Europäischen Union (EU) bieten aufgrund einer EU-Regelung mindestens eine Sicherung von 20.000 Euro pro Kunde. Wer Angst um seinen Sparstrumpf hat, sollte also vor allem wissen, in welchem Land die Bank ihren Sitz hat.


Wie schützt die Einlagensicherung?


In Deutschland sind die Kundengelder über die Entschädigungseinrichtung der deutschen Banken GmbH (EdB) per Gesetz geschützt. Die EdB sichert 90 Prozent der jeweiligen Einlage eines Bankkunden, aber höchstens 20.000 Euro je Kunde. Die Mehrheit der privaten Banken und Bausparkassen bietet aber in Deutschland wesentlich höhere Garantien durch zusätzliche Sicherungsmechanismen. So verfügen die privaten deutschen Banken über ein weltweit anerkanntes Sicherungssystem, das die Sicherheit der Spareinlagen ihrer Kunden jederzeit gewährleistet - den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands Deutscher Banken (BdB), der vor mehr als 25 Jahren geschaffen wurde. Heute gehören dem Einlagensicherungsfonds mehr als 250 Groß- und Regionalbanken, Privatbankiers, private Hypotheken- und Schiffsbanken und auch einige Zweigstellen ausländischer Banken an. Eine ausführliche Übersicht ist beim Bundesverband deutscher Banken erhältlich. Der Fonds ist privat organisiert und wird von den angeschlossenen Banken freiwillig getragen. Er schützt die Einlagen der einzelnen Kunden (einschließlich angefallener Zinsen) bis zu einem Wert in Höhe von 30 Prozent des maßgeblich haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank. Somit sind auch die Kunden einer kleinen Bank in jedem Fall auf der sicheren Seite. Denn selbst wenn die Bank nur das Mindesteigenkapital von zehn Millionen Euro aufzuweisen hat, sind Ersparnisse von bis zu drei Millionen Euro pro Kunde geschützt. Das Eigenkapital der meisten Banken ist jedoch bedeutend höher, wodurch auch die Höhe der pro Kunde gesicherten Einlagen steigt. Die Internet-Bank ING-DiBa ist diesem Einlagensicherungsfonds angeschlossen und schützt die Einlagen der Anleger bis zu 284 Millionen Euro pro Kunde, was natürlich eine rein hypothetische Zahl ist. Denn kein Bankkunde wird 284 Millionen Euro bei einer Bank lagern. Was Privatkunden wissen müssen: Ihr Geld ist sicher. Auch Sparkassen und Raiffeisenbanken verfügen über ein eigenständiges System für den Notfall, das die Einlagen der Kunden schützt.


Welche Banken sind günstig?


Welche der vorgestellten Online-Banken die Kundeneinlagen wie und in welcher Höhe absichert, können Sie den Tabellen entnehmen. Natürlich sind die sechs ausgewählten Banken 1822direkt, CC-Bank, comdirect, DKB und ING-DiBa sowie die NetBank nur ein kleiner Ausschnitt aus dem vielfältigen Angebot der Online-Banken. Wir haben uns auf Banken beschränkt, die das gesamte Angebot des Private Banking, vom Girokonto über Baufinanzierung bis zum Aktiendepot anbieten und erfolgreich am Markt etabliert sind. Zudem handelt es sich nicht immer um reine Online-Banken, da sie teilweise über Filialen verfügen. So können Kunden der Santander Consumer CCBank bundesweit 55 Filialen aufsuchen. Da Online-Banken entweder keine eigenen oder nur wenige Filialen betreiben, ist die Kostenstruktur der Geldhäuser sehr schlank. Das erlaubt ihnen in vielen Fällen, günstigere Konditionen anzubieten, als es Filialbanken möglich ist. So bietet das kostenlose Girokonto der DKB beispielsweise sehr günstige Konditionen. Pressesprecherin Frauke Plaß sieht das Konto als wichtigstes Produkt zur Gewinnung von Neukunden. "Momentan werden zwischen fünf- und zehntausend Konten monatlich eröffnet." Deshalb glaubt sie auch nicht, dass eine besondere Skepsis gegenüber Internet-Banken besteht. Klar ist, dass Online-Banking immer normaler wird. Während im Jahr 2000 nur 18 Prozent der Bankkunden ihre Geldgeschäfte online verwalteten, waren es 2005 schon mehr als doppelt so viele.