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News

Kostspieliger WM-Sparplan der DAB bank(2002-08-21 12:00:00)

Erinnern Sie sich? Anfang Juli warb die DAB bank für ihren dit WM-Sparplan und dem Versprechen, bei Abschluss im ersten Halbjahr 2006 ein WM-Fanpaket im Wert von 500 Euro zu erhalten. Außer der Sparleistung waren laut Werbeaussagen der Bank keine weiteren Bedingungen mit dem Angebot verknüpft. Jetzt sollen die Sparer 300 Euro für das WM-Paket bezahlen. Lockte die DAB bank ihre Kunden mit fadenscheinigen Angeboten zum Abschluss?

Bittere Enttäuschung


Ende Juli war die Freude groß, als Herr Grossmann (Name von der Redaktion geändert) Post von der DAB bank aus München erhalten hatte. Diese beglückwünschte ihn zum erfolgreichen Abschluss eines DAB dit WM-Sparplans 2006, den er am 15. Juli 2002 abgeschlossen hatte und der ihm bereits heute ein WM-Paket im Wert von 500 Euro für die Fußball-WM 2006 in Deutschland sichern sollte. Inhalt: zwei Karten für ein WM-Spiel der Deutschen Mannschaft und eine komplette offizielle DFB-Fan-Ausrüstung mit Schal, Trikot, Ball, Fahne und Kappe.

Doch wenige Wochen später, am 12. August 2002, erhielt er erneut Post von der Bank. In dem Anschreiben wurde der Kunde freundlich von Herrn Stefan Lettmeier, dem Leiter der Abteilung Kunden-Service, darauf hingewiesen, dass es zum Bedauern der Bank zu einem Versehen gekommen sei, aufgrund dessen "ein nicht aktuelles Antragsformular zur Verfügung gestellt wurde." Die Bank entschuldigte sich höflich für dieses Versehen und bat den Kunden das beigefügte und aktualisierte Antragsformular erneut zu unterschreiben.

Damit die Abwicklung des "WM Sparplans weiter reibungsfrei und schnell" durchgeführt werden könne, sollte Herr Grossmann das beiliegende Antragsformular nochmals prüfen und unterschrieben zurücksenden. Herr Grossmann tat, wie ihm geheißen, und stellte zu seinem Erstaunen fest, dass das angesprochene Versehen der DAB für ihn kostspielige Folgen hätte. Was war geschehen?




Die "Tücke steckt im Detail"


Am 15. Juli 2002 dachte sich Herr Grossmann "Schnell sein lohnt!" und faxte ein Antragsformular für einen WM Sparplan, den er sich zuvor auf der Website der Bank heruntergeladen hatte, an die DAB. Zuvor hatte er in der Presse gelesen, dass die DAB ab dem 15. Juli 2002 den DAB dit WM Sparplan in einer limitierten Anzahl von 1.000 Stück anbietet.

Die DAB warb vollmundig mit Aussagen wie "Sichern Sie sich zwei Karten bei der WM 2006 in Deutschland" oder "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" und versuchte so, die Euphorie nach dem Einzug der deutschen Nationalmannschaft ins WM-Finale werbewirksam zu nutzen.

Einzige Bedingung: Kunden der DAB bank und solche, die es werden wollen, mussten nur einen Fondssparplan abschließen. Wer dann bis zum 31. Dezember 2005 1.800 Euro in seinen Sparplan eingezahlt hätte, sollte "am Laufzeit-Ende garantiert ein WM-Paket im Wert von ca. 500 Euro" erhalten.

Herr Grossmann hatte sich die Rückseite des Antragformulars mit den Teilnahmebedingungen aufmerksam durchgelesen und keinen "Haken" gefunden. Dort war unter anderem zu lesen:

"8. Der Erhalt der Karten und der offiziellen DFB Fanartikel erfolgt im Laufe des 1. Halbjahres 2006, also nach Beendigung der Sparplan-Laufzeit.
9. Der DAB dit WM-Sparplan erlischt mit Ende 31.12.2005."

Was hatte sich nun an dem neuen Antragsformular geändert, das Herr Grossmann zugesandt wurde. Auf den ersten Blick war das Formular identisch mit demjenigen, das bereits unterschrieben der DAB am 15. Juli zugesandt wurde. Auf den zweiten Blick fiel jedoch die gravierende Änderung der Teilnahmebedingungen ins Auge.

Unter Punkt 9 war jetzt ein Zusatz zu lesen, der Herrn Grossmann erzürnte:

"9. Der DAB dit WM-Sparplan erlischt mit Ende 31.12.2005.
Für Ihr Fan-Artikel-Paket werden ca. 300 € von Ihrem DAB Depotkonto abgebucht. Der Rest der Ansparsumme verbleibt auf Ihrem DAB Depotkonto zu Ihrer freien Verfügung."

Herr Grossmann entschloss sich vorerst, das erneute Antragsformular nicht zu unterschreiben und schon gar nicht an die Bank zurückzusenden. Er wendete sich dagegen an forium.de und bat um Rat.




Das fand forium.de heraus


Nachdem forium.de sich die Website der DAB bank eingehend angesehen hatte, mussten wir feststellen, dass selbst die ursprüngliche Pressemitteilung zum DAB dit WM-Sparplan vom 2. Juli 2002 nicht mehr aufzufinden war. Kein einziger Hinweis auf die vollmundigen Versprechungen, die dem fleißigen Sparer "am Ende der Laufzeit ein WM-Paket im Wert von ca. 500 Euro" garantierten. Nach Aussage von Markus Kiefer, Pressesprecher der DAB bank, wurde die Pressemitteilung "entfernt, um jedes mögliche Missverständnis proaktiv auszuschließen."

Bis zum Beginn der WM-Sparplan-Aktion am 15. Juli 2002 war unseres Wissens in keiner Pressemitteilung und auch nicht auf der Webseite des Instituts zu lesen, dass man für das versprochene WM-Paket selbst 300 Euro bezahlen muss. Da heute noch nicht einmal feststeht, wie viel die Karten 2006 schlussendlich kosten werden, könnte die jetzige Änderung der Vertragsbedingung vielleicht sogar ein Minusgeschäft für den fußballbegeisterten Anleger sein.




Zuckerbrot und Peitsche?


Das gute vorweg: Wenn Sie zu denjenigen gehören, die das geänderte Antragsformular erhalten und noch nicht unterschrieben an die DAB zurückgesandt haben, können Sie sich glücklich schätzen. In der uns vorliegenden Stellungnahme der DAB bank sichert der Herr Kiefer diesen Kunden zu, "im Kundeninteresse auf eine Abbuchung des Geldes kulanterweise zu verzichten." Wir hoffen, dass sich die DAB auch noch nach dem 31. Dezember 2005 an diese Zusage halten wird.

Was geschieht aber mit den Kunden, die auf das Schreiben von Herrn Lettmeier reagierten und das geänderte Antragsformular pflichtbewusst sofort zurückgesendet haben? Die DAB bank geht davon aus, dass diese Kunden dem präzisierten Angebot nachträglich zugestimmt haben, weil Sie das Angebot von Anfang an richtig verstanden hätten. Wir empfehlen trotzdem allen Kunden, den geänderten Vertragsbedingungen nachträglich zu widersprechen und auf den Teilnahmebedingungen gemäß des ursprünglichen Vertrages zu beharren.

Nach Ansicht der DAB ist es also von Anfang an klar gewesen, dass das WM-Paket 300 Euro kostet. Dass dies weder in der Pressemitteilung noch in der ursprünglichen Beschreibung des Angebots auf der Website der Bank zum Ausdruck kam, scheint für die DAB keine Rolle zu spielen. Dass die DAB sich allerdings gegenüber Kunden, die den geänderten Vertragsbedingungen nicht zustimmen, "kulant" verhalten will, deutet unserer Ansicht nach darauf hin, dass sich die DAB durchaus darüber im Klaren ist, dass aufgrund der "fadenscheinigen" Werbeaussagen ihre rechtliche Stellung nicht gesichert ist.




Im Interesse der Bank


Leider war die DAB bank nicht bereit uns mitzuteilen, wie viele WM-Sparpläne nach den alten Bedingungen abgeschlossen wurden und wie viele Kunden nachträglich den Änderungen bereits zugestimmt haben. Begründet wurde die Weigerung, uns konkrete Zahlen zu nennen, damit, dass "aus Sicht und im Interesse des Kunden" kein Bedarf bestehe.

Hier stellt sich sicherlich die Frage, ob die DAB in diesem speziellen Fall wirklich im Kundeninteresse oder viel mehr im Interesse des eigenen Unternehmens die genau Angabe von Zahlen verweigert.

Felix Bodeewes, Geschäftsführer von forium.de: "Gemäß den ursprünglichen Teilnahmebedingungen für den DAB dit WM-Sparplan, die WM-Pakete ohne Belastung der Kunden-Depots abzugeben, wären auf den Direkt-Broker Kosten in Höhe von bis zu 500.000 Euro zugekommen. Kosten, die sich zur Zeit kein Online-Broker wirklich leisten kann. Vielleicht ein Grund, warum die DAB nach nur zwei Tagen die Aktionsbedingungen änderte."